Lungerersee - Blau

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Der Lungerersee, auch Lungernsee, seltener Lungerensee geschrieben, ist ein Naturstausee im Kanton Obwalden. Der See kann vom Brünigpass oder von Luzern her durch das Sarneraatal erreicht werden. An dem See liegt der Ort Lungern sowie dessen Ortsteile Kaiserstuhl-Bürglen und Obsee.

 

Um Neuland für die über wenig Kulturland verfügende Gemeinde zu erhalten wurde bereits um 1700 die Idee diskutiert, den See abzusenken. Im 18. Jahrhundert wurde dann die Tieferlegung des Sees in Angriff genommen. Das Dorf war gespalten in die Ablehner und Befürworter der Absenkung, die «Nassen» und die «Trockenen». Es dauerte von 1790 bis 1836, bis nach mühevoller Arbeit ein 420 Meter langer Stollen fertiggestellt war.[1] Mit dessen Hilfe wurde der See von seinem ursprünglichen Niveau von 675 m ü. M. auf 657 m ü. M. gesenkt. Damit konnten 170 ha Land gewonnen werden.[2] Zum 175jährigen Jubiläum dieses Ereignisses drehten Luke Gasser und Riodi Gasser den Dokumentarfilm «Härdepfel im See».[3]

 

Im Jahr 1921, also nur 85 Jahre später, wurde der See für den Betrieb eines Elektrizitätswerkes erneut gestaut und das zusätzliche Land ging wieder verloren, siehe auch den Abschnitt Tieferlegung des Lungernsees in dem Artikel über Lungern. Der Bau des Stauwerks erfolgte in zwei Etappen. Baubeginn war 1921, erster Aufstau im Herbst 1921 und die Betriebsaufnahme 1922. 1926 erfolgte in der zweiten Etappe der Aufstau auf das heutige Niveau.

 

Zu trauriger Berühmtheit gelangte der See, als im Jahre 1999 zwei in Ölfässern einzementierte Leichen bei Niedrigwasser am Ufer gefunden wurden. Der Mörder aus der Westschweiz wusste nicht, dass im Winter der Seepegel tiefer ist und damit ein breiter Uferstreifen nicht mehr unter Wasser steht.

 

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Taken on October 2, 2011