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KARLSKIRCHE | by webertho
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KARLSKIRCHE

1713, im Jahr nach der letzten großen Pestepidemie, gelobte Kaiser Karl VI., eine Kirche für seinen Namenspatron Karl Borromäus zu bauen, der auch als Pestheiliger gilt. Die Karlskirche gilt, neben den in dieser Form nur mehr fragmentarisch erhaltenen Bauten in Schönbrunn, als das Hauptwerk von Johann Bernhard Fischer von Erlach.

 

Die Fassade in der Mitte entspricht einem römischen Tempelportikus. Die beiden Säulen daneben haben die Trajanssäule in Rom zum Vorbild. Daneben erstrecken sich die beiden, vom römischen Barock beeinflussten Turmpavillons. Über dem Kirchensaal erhebt sich eine Kuppel mit 25 m Durchmesser und hohem Tambour. Der Grundriss der Kuppel ist nicht kreisrund, sondern hat die Form eines Ellipsoids.

 

Das Relief auf dem Giebel deutet auf den Stiftungsanlass: es zeigt die Errettung vor der Pest durch die Fürbitte des Heiligen Karl Borromäus. Auf der Attika hinter dem Giebel befinden sich die allegorischen Figuren von Religion, Barmherzigkeit, Bußfertigkeit und Gebetseifer. Die Säulen zeigen in einem Spiralrelief Motive aus dem Leben Karl Borromäus', sollen aber auch an die Säulen des Herakles erinnern und fungieren als Symbole kaiserlicher Macht.

 

Flankiert wird der Eingang von zwei Engeln. Der eine zeigt die Erhöhung der ehernen Schlange als Symbol des Alten Testaments, der andere das Kreuz Christi stellvertretend für das Neue Testament.

 

Die Baukosten betrugen 304.045 Gulden und wurden teilweise aus Strafgelder der Stadt Hamburg getragen, da „der dortige Pöbel die Kapelle der österreichischen Gesandtschaft demoliert hatte“.

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Taken on June 25, 2011