06.01.2014 - Pressekonferenz und Vernissage - Das verdächtige Saxophon
Das verdächtige Saxophon - "Entartete Musik" im NS-Staat Eine kommentierte Rekonstruktion zur Düsseldorfer Ausstellung von 1938.

75 Jahre ist es her, dass im Rahmen der Reichsmusiktage in Düsseldorf die Ausstellung „Entartete Musik“ im Museum Kunstpalast gezeigt wurde. Wie die Ausstellung „Entartete Kunst“ stellte sie „Undeutsches“ an den Pranger, stufte jüdische Operetten- und Schlagerkomponisten, kommunistische Komponisten, atonale Werke und den Jazz als „artfremd“ ein.
50 Jahre später haben der damalige Intendant der Düsseldorfer Symphoniker Peter Girth und der Musikwissenschaftler Albrecht Dümling in einer kommentierten Rekonstruktion der NS-Schau an die fatale Reglementierung des Musiklebens erinnert. 2007 entstand im Auftrag der Berliner Philharmoniker und der Tonhalle Düsseldorf eine Neufassung dieser Rekonstruktion, die nun einen neuen Titel bekam: „Das verdächtige Saxophon. ‚Entartete Musik‘ im NS-Staat“.
Aus Anlass dieses Jahrestages wird die Ausstellung vom 06.-23. Januar 2014 noch einmal in der Tonhalle gezeigt. Die Präsentation ist auch ein Beitrag zum Jubiläumsjahr der Düsseldorfer Symphoniker, die 2014 ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Alle Programme der Sternzeichen-Symphoniekonzerte erzählen in diesem Jahr von den absurden Versuchen wahnhafter Machthaber, sich der Tonkunst zu bemächtigen und gedenken der zahllosen verfolgten und ermordeten Komponisten.

Die Ausstellung ist kostenlos und auch für alle Besucher von Konzerten im großen Saal zugänglich.
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