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Sadhu

 

Viele Männer entscheiden sich schon in jungen Jahren zu einem Leben als Sadhu. Nach dem Entschluss zur Entsagung schließt sich der Suchende einem Guru an, der ihn in die spirituelle Lehre sowie in Techniken der Askese und Meditation einführt, und dem er als Schüler dient. Anschließend legt er ein persönliches Gelübde ab, das je nach den Vorschriften des jeweiligen Gurus verschiedene Anforderungen auferlegt. Das kann Heimatlosigkeit sein, Armut, sexuelle Enthaltsamkeit, Fasten sowie völlige Bedürfnislosigkeit. Manche Sadhus leben in völliger Nacktheit. Den hinduistischen Orden gehören völlig verschiedene Strömungen und zahllose Untergruppierungen an, die an ihre Sadhus auch unterschiedliche Forderungen stellen.

  

Neben den Sadhus, die sich der spirituellen Entwicklung widmen, gibt es aber auch einige, die, um ihre völlige Hingabe zu demonstrieren, bizarre Leistungen vollbringen: So haben Einzelne Weltrekorde aufgestellt, z. B. „17 Jahre stehen“ oder „einen Arm seit 25 Jahren in die Luft halten“. Solche Handlungen werden als Opfer für den jeweiligen Gott gesehen. Durch sie streben die Sadhus nach einer mystischen Einsicht.

  

The rigour of the spiritual practices in which contemporary sadhus engage also varies a great deal. Apart from the very few that engage in the most dramatic, striking austerities—for example, standing on one leg for years on end or remaining silent for a dozen years—most sadhus engage in some form of religious practice: devotional worship, hatha yoga, fasting, etc. For many sadhus, consumption of certain forms of cannabis is accorded a religious significance.Sadhus occupy a unique and important place in Hindu society, particularly in villages and small towns more closely tied to tradition. In addition to bestowing religious instruction and blessings to lay people, sadhus are often called upon to adjudicate disputes between individuals or to intervene in conflicts within families. Sadhus are also living embodiments of the divine, images of what human life, in the Hindu view, is truly about – religious illumination and liberation from the cycle of birth and death.

 

Though some ascetic sects possess properties that generate revenue to sustain members, most sadhus rely on the donations of lay people; poverty and hunger are ever-present realities for many sadhus.

 

From Wikipedia, the free encyclopedia

Hermann Hesse: "Ich kann Ihnen keine Fragen beantworten, ich kann meine eigenen Fragen nicht beantworten. Ich stehe ebenso ratlos und ebenso bedrückt vor der Grausamkeit des Lebens wie Sie. Dennoch habe ich den Glauben, dass die Sinnlosigkeit überwindbar sei, indem ich immer wieder meinem Leben doch einen Sinn setze. Ich glaube, dass ich für die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit des Lebens nicht verantwortlich bin, dass ich aber dafür verantwortlich bin, was ich mit meinem eigenen, einmaligen Leben anfange."

ja, ist natürlich eine gelbe Fußgängerabbiegeampel, diese geballte Nacktheit, der mann sich nicht wehren kann, mußte trotzdem verarbeitet werden ;-)

2nd image of Abby lying on the bed

Beautiful young European woman posing with a rubber band in the class. Artistic photo taken with NIKON CORPORATION, Nikon D5 100, f/5,6, 18.0 mm, shutter speed 1/25, ISO 100, with out flash.

Wenn der Wahnsinn für die moderne Welt einen anderen Sinn hat, als Nacht angesichts des Tages der Wahrheit zu sein, wenn es im Geheimsten seiner Sprache um die Frage der Wahrheit des Menschen geht, einer Wahrheit, die ihm vorgängig ist, die ihn begründet, ihn aber beseitigen kann, öffnet sich diese Wahrheit für den Menschen nur in dem Desaster des Wahnsinns und entgeht ihm vom ersten Lichtpunkt der Versöhnung an. Nur in der Nacht des Wahnsinns ist Licht möglich, das verschwindet, wenn sich der von ihm aufgelöste Schatten verwischt. Der Mensch und der Irre sind in der modernen Welt vielleicht fester verbunden, als sie es in den starken tierischen Metamorphosen sein konnten, die einst die von Bosch entzündeten Mühlen beleuchteten. Sie sind durch jenes unantastbare Band einer reziproken und unvereinbaren Wahrheit verbunden. Sie sagen einander jene Wahrheit ihres Wesens, die verschwindet, weil sie einmal ausgesprochen worden ist. Jedes Licht erlischt durch den Tag, den es hat entstehen lassen, und wird so jener Nacht wiedergegeben, die es zerrìss, die es jedoch hervorgerufen hat, und die es auf so grausame Weise manifestierte. Der Mensch unserer Tage hat nur in dem Rätsel des Irren, der er ist und nicht ist, eine Wahrheit. Jeder Irre trägt und trägt nicht jene Wahrheit des Menschen in sich, den er in der Nacktheit seiner Menschlichkeit darstellt.

 

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Si la folie pour le monde moderne a un autre sens que celui d’être nuit en face du jour de la verité, si, au plus secret du langage qu’elle tient, il est question de la verité de l’homme, d’une verité qui lui est antérieure, la fonde, mais peut la supprimer, cette vérité ne s’ouvre à l’homme que dans le désastre de la folie, et lui échappe dès les premières lueurs de la réconciliation. Ce n’est que dans la nuit de la folie que la lumière est possible, lumière qui disparaît quand s’efface l’ombre qu’elle dissipe. L’homme et le fou sont liés dans le monde moderne plus solidement peut-être qu’ils n’avaient pu l’être dans les puissantes métamorphoses animales qu’éclairaient jadis les moulins incendiés de Bosch: ils sont liés par ce lien impalpable d’une vérité réciproque et incompatible; ils se disent l’un à l’autre cette vérité de leur essence qui disparaît d’avoir été dite à l’un par l’autre. Chaque lumière s’éteint du jour qu’elle a fait naître et se trouve par là rendue à cette nuit qu’elle déchirait, qui l’avait appelée pourtant, et que, si cruellement, elle manifestait. L’homme, de nos jours, n’a de vérité que dans l’enigme du fou qu’il est et n’est pas; chaque fou porte et ne porte pas en lui cette vérité de l’homme qu’il met à nu dans la retombée de son humanité.

 

Michel Foucault, Wahnsinn und Gesellschaft/ Histoire de la folie à l’âge classique

 

Sandro Botticelli (Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi), Florenz 1445 - 1510

Nascita di Venere / Geburt der Venus / Birth of Venus (ca. 1484)

  

Das Gemälde wurde um 1484 im Auftrag von Lorenzo di Pierfrancesco de'Medici für seine Villa in Castello gemalt und erhielt im 19. Jahrhundert den irreführenden Titel "Geburt der Venus", denn es stellt eigentlich die Ankunft der Venus auf der Insel Zypern dar.

 

Venus ist hier als "Venus pudica" dargestellt, denn sie bedeckt ihre Nacktheit schamhaft mit der Hand und den Haaren, während sie auf einer Muschel stehend das Ufer erreicht. Die Muschel wird vom kräftig blasenden Zephir (dem befruchtenden Wind) getrieben, der die Nymphe Chloris (Symbol der Körperlichkeit des Liebesaktes) oder die Aura ( Göttin der Morgenbrise) im Arm hält. Am Ufer hält eine prächtig gekleidete und mit Girlanden von Rosen und Myrten geschmückte Hore (keusche Magd der Venus) einen mit Blumen übersäten Mantel für die Göttin bereit.

 

Es wird allgemein angenommen, dass die Venus die Gesichtszüge der Simonetta Vespucci trägt, in die Giuliano de'Mecidi, der 1478 während der Pazzi-Verschwörung getötet wurde, verliebt war.

   

In 1737, negotiations between the city of Vienna and Donner (but also with Lorenzo Mattielli) are documented. The city of Vienna appears here as a builder, which is an exceptional event in the Baroque era, which was artistically determined by the imperial house and Hochadel. The stone stonemason at Vienna Johann Sebastian Knox received the order for the stonemasonry. [1]

The figures, for which Georg Raphael Donner only created the models, were cast by a lead-tin alloy by Johann Nikolaus Moll, and in 1739, on the name day of Emperor Charles VI. established. Under the rule of Maria Theresa, the nakedness of the figures was seen as offensive and they were removed in 1773, allegedly at the instigation of the chastity commission. The sculptor Johann Martin Fischer was commissioned to melt it, but recognized its artistic value and restored it. In 1801 they were returned to their old place ( Wikipedia ).

Vienna / Austria.

 

Im Jahr 1737 sind Verhandlungen zwischen der Stadt Wien und Donner (aber auch mit Lorenzo Mattielli) dokumentiert. Die Stadt Wien tritt hier als Bauherr auf, was in der künstlerisch vom Kaiserhaus und Hochadel bestimmten Barockzeit eher einen Ausnahmefall darstellt. Den Auftrag für die Steinmetzarbeiten erhielt der bürgerliche Steinmetzmeister zu Wien Johann Sebastian Knox. [1]

Die Figuren, für die Georg Raphael Donner nur die Modelle geschaffen hat, wurden von Johann Nikolaus Moll in einer Blei-Zinn-Legierung gegossen und 1739, am Namenstag Kaiser Karls VI. aufgestellt. Unter der Herrschaft Maria Theresias wurde die Nacktheit der Figuren als anstößig gesehen und sie wurden 1773, angeblich auf Betreiben der Keuschheitskommission entfernt. Der Bildhauer Johann Martin Fischer wurde beauftragt sie einzuschmelzen, erkannte jedoch ihren künstlerischen Wert und restaurierte sie. 1801 wurden sie wieder auf ihren alten Platz gestellt ( Wikipedia ).

A young woman on the right climbing onto a bench on which a child is standing. One of the two older women on the right touching her. The older woman's left foot in a tub, in the background a wood-panel wall and a tiled stove.

 

Engraving made by Sebald Beham after Barthel Beham's design, Germany, 1548.

 

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....if some one feels bothered from to much nudity, please send me a mail....

Woman in Black

 

Duality

Introvert – extravert

B3 - ------ A3 Motivation

  

HKD

 

Wenn man dieses Bild ohne Projektionen und Beurteilung sehen kann:

Meine Erläuterung:

Die Motivationsenergie B3 bewirkt eine Tendenz des Rückzugs und der Einkehr.

Die Motivationsenergie A3 motiviert zu Offenheit und extravertiertem Verhalten.

 

HKD

 

Lascivie: Engraving made by Agostino Carracci, Italy, 1585-1600.

 

► Explicitly erotic prints are known to have been produced from the fifteenth century on. The survival rate will have been particularly low because of the likelihood that they would be destroyed in outbreaks of moralizing. The most famous sixteenth-century example is the series of I Modi or the Positions, engraved by Marcantonio Raimondi, of which only a few mutilated fragments remain. The prints which have conventionally been seen as forming Agostino's Lascivie are on the whole less explicitly sexual than Marcantonio's and they represent biblical or mythological subjects, which give them an additional dimension of meaning.

 

It is unclear, however, what exactly the Lascivie were. Were they a series, or were they just a number of different prints with erotic subject matter, which were subsequently given a group name? Baglione wrote of Agostino having composed a small book, and this was to be echoed later by Bellori. Estimates of the number of prints that might be said to constitute the Lascivie vary. Richard Symonds thought there were 24, for he owned a: 'Booke of 22 pieces of Venus & Cupid & Satyrs etc. want 2 the plumet & the satyr chyavando as large as the paese'. The book formed part of the collection of prints that he acquired in Rome in the years 1650 to 1651. Bellori thought that Agostino's libretto consisted of 16 pieces. Malvasia seems to have been uncertain about the precise number, writing that there were either 16, or 17.

 

But they are not homogeneous in subject matter: two are biblical, six are mythological narratives, while five are unspecific satyr stories. The 1648 shop inventory of the De Rossi copperplates includes: '13 - Pezzi de lascive de Caracci in quarto' (Consagra, who argued that they were copies).

 

Their dating is also a problem. Arnoldus Buchelius bought one of them, the Venus chastising Cupid in 1599. It is sometimes said that Clement VIII rebuked Agostino for his part in the business, an idea that has been used to argue for a dating in the 1590s (Clement VIII was elected in 1592); but that depends upon a misreading of Malvasia's text, for his mention of a Pope Clement was not a reference to Clement VIII, but to Clement VII (1523-34) and to the events surrounding the scandalous I Modi of Marcantonio. On stylistic grounds, many of the core group of 13 could be dated to the mid to late 1580s.

 

According to his account, the printer and print dealer Donato Rascicotti, driven by a desire for profit, was the principal engine of their production and he continued to print and sell them despite many promises to destroy the plates. His address does indeed appear on the second state of the Orpheus and Eurydice.

 

However Malvasia's testimony may not be reliable, for he was trying to minimize Agostino's responsibility for the group. His conventionally censorious attitude may be gauged by his expressions of regret that Agostino was not castigated for what he had done.

 

Agostino himself may have anticipated trouble for none of them has any indication of authorship, nor any address in the first state. Venice, if that is where they were published, was not officially welcoming to erotic images. It may be recalled that the Senate, when granting Titian a privilege in 1567, revealed that they were concerned above all else with discouraging indecent images. And the prosecution of Domenico Zenoi and Camocio in 1568 for their involvement in publishing obscene sonnets accompanied by images shows that the legislation to that effect did not remain a dead letter.

 

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A naked woman lying on a bed, her head resting on a large pile of pillows on the left, her right leg resting on the floor. Approaching from the right death as a winged skeleton, who is holding up an hourglass towards the woman. Underneath the woman on the bed an elaborately draped piece of cloth, on the right a chamber pot under the bed.

 

Engraving made by Sebald Beham after Barthel Beham, Germany 1548.

Lettered in the bottom left corner: "O. DIE STUND IST AUS" (Oh, the hour has come.')

 

► Copied in reverse from Barthel's engraving of the same subject. Sebald has added his monogram and the inscription [see inscription]. The connection between sex and death is a recurring theme in engravings by the Little Masters. It is seen in its most blatant form in Sebald's engraving of 1529, 'Death and the Lascivious Couple', of which there is an impression in the Ashmolean Museum, Oxford.

Sebald's sophisticated use of the technique of engraving gives his prints a harder, more metallic appearance than those of his brother. His tendency to emphasise the outlines of his forms and use more uniform hatching has the effect of heightening textural contrast and creating sharper images, but it also lessens the softer atmosphere of Barthel's prints.

 

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An diesem Ort wollte ich der Natur so sehr verbunden sein wie es nur geht und habe mir daher alle Kleider vom Leib gerissen. Es war wunderbar!

 

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Reading without reflecting is like eating without digesting.

Colour woodcut from two blocks, tone block orange-brown made by Hans Baldung, Germany, 1510.

 

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► Four nude female figures sitting on the ground with a cauldron, which is emitting big plumes of smoke and traces of a potion with frogs. Around the figures, the ground is littered with bones, witchforks and other items associated with witchcraft. On the right, next to the barren tree with the monogram tablet, a cat is sitting with its back turned. In the night sky, another two witches, one barely visible through the smoke, the other one riding a goat and carrying a witchfork with another cauldron and animal bones. Yellow stain on the left witch.

 

► This print is probably Baldung's best-known work, and was one of the first single-leaf woodcuts that he produced as an independent artist after his arrival in Strasbourg. Its radical approach in terms of expression and technique established him as an artistic personality to be reckoned with.

The technique of colour printing in woodcuts was developed by Hans Burgkmair and Lucas Cranach from c. 1507 to 1510. The intention was to simulate a particular type of drawing commonly seen in different regions of Germany in the late fifteenth and early sixteenth centuries, which was executed in pen and ink and heightened with white on a dark-coloured ground. This manner of drawing was familiar to Baldung from his youth, since it is seen in Swabian late fifteenth-century drawings and was used by him throughout his career. It is not known precisely from whom Baldung learnt of the technique of printing woodcuts in colour, but to judge from the striking prints made at this time, 1510 was a year in which it was particularly fashionable. Baldung's compatriot Hans Wechtlin also produced his group of colour woodcuts at about this date, although, surprisingly, the two artists did not influence each other at all. Baldung, Cranach and Burgkmair would clearly have been well aware of each other's work by the time they contributed drawings to Emperor Maximilian's joint 'Prayer-Book' project in 1515.

 

► Representations of witchcraft were common during the early sixteenth century, and much has been written about the obsession with which the subject was regarded in this period of emerging moral reform and religious fervour. Baldung would have known of Dürer's engraving of c.1500, done in an Italianate style, of a 'Witch Riding Backwards on a Goat', and also seems to have been aware of the work of Albrecht Altdorfer, whose drawing 'Witches' Sabbath', dated 1506 (Paris, Musée du Louvre), inspired the type of tree seen on the right of Baldung's composition and is also executed on a dark-coloured ground. The comparison ends there, however, for Altdorfer's drawing is controlled by his sensitivity to landscape and atmosphere, subjects which are not of prime importance to Baldung, whose principal subject matter was the human figure. The originality of Baldung's image is perhaps more closely connected with his own personal obsession with the evil power of female sexuality than with any outside influences. It is useful to note in this context that the violent and deeply misogynist 'Malleus maleficarum' (The Witches' Hammer), written by the Dominican inquisitors Heinrich Kramer and Jacob Sprenger, was first published in Strasbourg in 1487 and had been reprinted fourteen times by 1520. Representations of women with sinister or malevolent connotations are a particular feature of Baldung's work, as is the association of women with vulnerability and death. He made a number of drawings of witches during 1513-15 which all possess bizarre, strikingly unusual compositions. Some were executed on a coloured ground and others have been recorded in workshop copies.

A Naked woman sitting on a bench, her right leg placed in a tub on the floor. Her head turned left, as she is looking into a mirror on the left wall. On the right a naked boy standing next to her on the bench, while another naked child is putting a cloth into a second tub in the right foreground.

 

► Based on an engraving by Barthel Beham- The figure of the woman and the interior a reverse copy of Barthel Beham's engraving, the two children and the second tub on the floor added by Sebald.

 

Engraving made by Sebald Beham, After Barthel Beham, Germany, 1530-1550.

 

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A naked woman fleeing to the right is seized by a naked man, in a landscape with a bridge and buildings behind.

 

Engraving made by Anonymous, Italia, 1500-1530.

 

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Woodcut made by Hans Baldung, Germany, 1511.

 

► In this woodcut Baldung was the first to allude to the erotic nature of the fall of man while imparting to the figures a palpable sense of their vulnerability. Wearing a seductive smile Eve looks directly towards the viewer, engaging us in the scene. The rabbits below allude to their sexual laxity and the serpent, no longer tame, hisses at them. Also unusual is Eve's position in front of Adam, whereas in traditional representations they are shown side by side, equally responsible for their condition. The bold inscription on the tablet, Lapsus Humani Generis ('the Fall of Mankind'), hangs directly above their heads.

 

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Nude woman lying asleep on a bed, to her right view of a night sky with stars and the moon through a window.

 

Print made by Heinrich Aldegrever After Sebald Beham, Germany, 1548.

 

Signed with Aldegrever's monogram and dated 1548 on a tablet hanging from the right handside of the bed.

Bottom left on a tablet: 'DIE NACHT' ('The Night').

On the bedframe above the woman's head: 'NOX ET AMOR VINUMQUE NIHIL MO-/DERABILE SUADENT' ('The night and love and wine urge nothing moderate.').

 

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The inscription taken from Ovid's 'Amores'. Together with the classical style of the bed it is intended to evoke antiquity. In contrast to most of his other small erotic engravings, this is Sebald's own design and not based on works by his brother Barthel.

 

There was a flourishing market for erotic prints in mid-sixteenth century Germany. This is testified by the numerous copies executed by Sebald after Barthel's erotic designs, which were all made after the latter's death in 1540. The brothers made various prints of the traditional bath-house scene, which they exploited in a much more explicit manner than earlier representations of the subject, such as the woodcut by Dürer.

Unusually for Sebald's small erotic engravings of this date, this composition appears to be his own rather than after Barthel. It is a fine impression of the rare first state the print. The classical type of construction for the bed and the Latin inscription, which comes from Ovid's 'Amores', show a deliberate attempt to evoke antiquity. The provocative pose of the woman also has classical associations and is seen in Italian print series of the 'Loves of the Gods', such as that of Giulio Bonasone of c.1530-4 and Jacopo Caraglio of 1527-8. The eroticism of Beham's image is considerably heightened, however, by the way the woman is depicted alone: the sexual invitation, usually extended to another figure seen in the image, is here presented to the viewer.

Prise de vue argentique de projection de diapositive sur corps. Tirage argentique. (La photo présentée ici est issue du négatif scanné.)

Autoportrait.

 

Shooting silver slide show on the body. Silver prints. (The photo shown here is scanned from the negative.)

Self shot.

Sandro Botticelli (Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi), Florenz 1445 - 1510

Nascita di Venere / Geburt der Venus / Birth of Venus (ca. 1484)

 

Sandro Botticelli erlernte zuerst das Goldschmiedehandwerk und wurde dann Schüler von Fra Filippo Lippi. Sein Werk zeigt Einflüsse von Andrea del Verrocchio, Antonio del Pollaiolo, Perugino und Ghirlandaio. Botticelli arbeitete überwiegend in seiner Heimatstadt Florenz, wo er wichtige Impulse vom Kreis der Humanisten um Lorenzo de'Medici, Il Magnifico, erhielt, und zum führenden Maler der Stadt wurde.

 

Das Gemälde wurde um 1484 im Auftrag von Lorenzo di Pierfrancesco de'Medici für seine Villa in Castello gemalt und erhielt im 19. Jahrhundert den irreführenden Titel "Geburt der Venus", denn es stellt eigentlich die Ankunft der Venus auf der Insel Zypern dar.

 

Venus ist hier als "Venus pudica" dargestellt, denn sie bedeckt ihre Nacktheit schamhaft mit der Hand und den Haaren, während sie auf einer Muschel stehend das Ufer erreicht. Die Muschel wird vom kräftig blasenden Zephir (dem befruchtenden Wind) getrieben, der die Nymphe Chloris (Symbol der Körperlichkeit des Liebesaktes) oder die Aura ( Göttin der Morgenbrise) im Arm hält. Am Ufer hält eine prächtig gekleidete und mit Girlanden von Rosen und Myrten geschmückte Hore (keusche Magd der Venus) einen mit Blumen übersäten Mantel für die Göttin bereit.

 

Es wird allgemein angenommen, dass die Venus die Gesichtszüge der Simonetta Vespucci trägt, in die Giuliano de'Mecidi, der 1478 während der Pazzi-Verschwörung getötet wurde, verliebt war.

   

Selbstportrait AbesseAdesse:

Vormittag: Jacke, Textbuch, Weihnachtsheferl Wasser, Federpennal, Druckbleistift, Radiergummi

Abend: Textbuch, Weintrauben Flasche Wasser, Leselampe, Schlüssel, Stabilo

 

Part of "res noscenda" // Alltag // Selfportraits AbsentPresent - Shared Working Table // "Empty Padded ~ LeerGefüllt - Time at Work" - Left handed drawings and writings on the empty left pages of my prompter`s book // Aquarius

vom Würzburger Bildhauer Tilman Riemenschneider im Jahr 1491 - 1493 für den Würzburger Stadtrat hergestellt hatte.

Eva steht fest,wie im Genter Altar, nach und durch den Erwerb der Erkenntnis, frei ohne jegliche Schuldgefühle. Eva hält in der Hand die Frucht vom Baum der Erkenntnis. Blick nach vorn geradeaus, den Aufgaben der Gegenwart im Diesseits zugewandt (während Adam ja die Aufgaben der zukunft sucht).

 

Tillmann Riemenschneiders Skulpturen von Eva und Adam sind Werke von Weltrang. Neben dem UNESCO-Weltkulturerbe der Würzburger Residenz von Balthasar Neumann sind beide Zeugnisse von Würzburgs guten Zeiten.

 

1894 wurden "auf Befehl des Herrn Dompfarrers Dr. Braun ihrer Nacktheit wegen" aus dem öffentlichen Raum ins Museum verbannt. Heute sieht man Kopien.

A nude female figure wearing the belt standing at centre; taking bracelets (?) out of the money bag worn by the male figure at left and passing them to the figure at right who is holding the key.

 

Woodcut made by Heinrich Vogtherr II, Germany, 1540 (circa).

 

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► Inscribed with a Dürer monogram in brown ink at lower centre.

Lettered with four lines of verse in each of the scrolls above the figures.

Above the figure at l: 'Gelt und gutz genug wil ich dir geben ...Des shloß will ich dich auch erlassen.'

Above the female figure at centre: 'Es hilft kain shloß fur frauwen list ... Den wol ich kauffen umb dein gelt.'

Above the male figure at r: 'Ich drag am Slussel zw solliche slossen ... Der rechte lieb erkauffen will.'

°°

 

Gathering of the Tribes :

Moontribe-Party

(California Desert - 2001)

 

Photo-Set:

www.flickr.com/photos/sterneck/sets/72157626608944632

(+ Page 2: www.flickr.com/photos/sterneck/sets/72157626608944632/?pa... )

 

Gathering of the Tribes

www.gottribes.org

 

Moontribe

www.moontribe.org

 

Wolfgang Sterneck:

The Gathering of the Tribes

www.sterneck.net/stern/gathering-california

 

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THE GATHERING OF THE TRIBES

 

”Wir brauchen solche Treffen, um das Vertrauen wieder aufzubauen, das uns in der Kindheit genommen wurde...” - Es ist Sobey aus Vancouver, der mit diesen Worten die Atmosphäre des ”Gathering of the Tribes” in Los Angeles zusammenfasst. VertreterInnen von rund 50 Projekten setzen sich dort fünf Tage lang mit Wegen der persönlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Veränderung auseinander.

 

Das Verständnis von Tribe bzw. Stamm ist relativ weit gefächert und bewusst im Vorfeld nicht fest definiert. So er-streckt sich der Begriff auf lokale Projekte genauso wie auf die TeilnehmerInnen alternativer Festivals, auf grenzüber-schreitende Aktionsgruppen genauso wie auf kommuneartige Gemeinschaften. Vertreten sind unter anderem Leute vom Rainbow-Gathering, Burning Man und Earthdance, Angehörige der Farm-Kommune und anderer Eco-Village-Projekte, Mitglieder von Reclaim the Streets, Free our Forests, Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies, Subversive Sounds, Moontribe, Alice-Project und Dream Theatre.

 

Inhaltlich reicht das Spektrum von Gruppen aus dem radikalen politischen und ökologischen Spektrum über Initiativen, die sich aufklärend gegen die bestehende Drogenpolitik stellen, bis zu Personen die beispielsweise über Trance-Tänze oder meditative Musik zu einer heilenden Veränderung beitragen wollen. Die Vielfalt der verschiedenen Aus-richtungen führt dabei keineswegs zu einer Beliebigkeit, vielmehr befruchten und ergänzen sich die Positionen trotz einzelner Differenzen an vielen Punkten gegenseitig. Das verbindende Element liegt neben der durchgängig idealisti-schen Ausrichtung zum einem im Bezug zum Dance Movement, also zur Techno-Kultur in unterschiedlichen Ausfor-mungen, sowie im zweifellos oftmals vagen, aber immer ernsthaften Bestreben ”to make the world a better place”.

  

TRANCE AND POLITICS

 

Den inhaltlichen Teil der Konferenz leite ich mit einem Vortrag ein, der von einem übergreifenden Ansatz ausgeht. ”Viele glauben, dass die Party-Kultur eine Insel sei, doch die meisten vergessen dabei, dass jede Insel von einem Meer umgeben wird...” Es geht mir dabei um eine Auseinandersetzung mit der selbstherrlichen Zufriedenheit in der sich viele aus den verschiedenen Szenen oftmals zurücklehnen, solange sie ”geile Musik, gute Drogen und viel Spa-aaß” haben und den eigenen Alltag einigermaßen regeln können. Alles andere scheint egal, doch spätestens wenn der Drogenfahnder vor der Tür steht oder Partys verboten werden wird klar, dass diese scheinbare Insel-Idylle eine Illusion ist. Dann ist es jedoch schon viel zu spät.

 

Prügelnde Polizisten auf politischen Party-Demos machen den symbolhaften Einfluss des Meeres auf die Inseln ge-nauso augenscheinlich deutlich, wie beispielsweise die Ego-Trips von DJs, die sich im Zuge der Kommerzialisierung wie Rockstars verhalten, oder die Parties in ”3. Welt”-Ländern, bei denen die eingeflogenen Party-Freaks vor lauter Verpeilung einfach ignorieren, dass einige Kilometer weiter entfernt Menschen hungern. Die Auflistung lässt sich beliebig fortsetzen, letztlich geht es um die aktive Anerkennung einer Verantwortung, die weit über die Party hinaus-geht: ”Manche Leute denken, dass Techno eine Insel sei - und sie öffnen die Augen und sie beginnen zu tanzen, nicht nur auf dem Dancefloor, sondern auch überall in den Straßen, in den Klassenzimmern, in den Büroräumen, in den Supermärkten, auf den Treffen der Weltbanken. Und Tanzen steht dabei für Veränderung, radikale Veränderung...”

 

Beispielhaft für die Ausrichtung des Gatherings bildet der anschließende Beitrag von Cinnamon Twist einen inhaltli-chen Gegenpol, der sich mit der Frage ”Kann Trance-Tanz den Planeten retten?” beschäftigt. Im Rahmen seiner Antwort beschreibt Cinnamon eine ”gemeinschaftliche psychedelische Trance als eine direktes Gegengewicht zur zerstörenden Selbstgefälligkeit der westlichen, technisch-industriellen Mega-Maschine, die wahnhaft alles tut, um den Planeten Erde zu zerstören.” Cinnamon bezieht sich dabei auf positive Energien, die durch den Tanz freigesetzt wer-den. ”Obwohl sie von unterschiedlichen Begriffen ausgehen, glauben viele Stammeskulturen, dass sie mit ihren rituel-len Tänzen etwas bewegen können. Sie sind notwendig, um die natürliche Balance aufrecht zu erhalten, um Regen herbeizurufen, um Krankheiten zu heilen, um die Dinge in Bewegung zu halten. Deshalb sind diese Tänze für sie heilige Tänze. Und im Grunde ist nicht nur die Form des Tanzes bzw. das, was die TänzerInnen damit verbinden, heilig. Heilig ist vor allem das, was sie damit erzeugen: eine kollektive Energie.”

 

Diese Energien lassen sich Cinnamons Verständnis zufolge auch in der heutigen Zeit nutzen: ”Zweifellos haben wir keine Tradition derartiger heiliger Tänze mehr. Wir haben keine Tänze, die von einer derartigen Intention oder einem vergleichbaren gemeinschaftlichen Gefühl getragen sind. Was wir haben bzw. wonach wir letztlich streben, ist eine grundlegende Einstellung, die alles durchzieht, wenn wir für unsere Feiern zusammenkommen: Frieden - Liebe - Ge-meinschaft - Respekt. Und das ist nicht wenig für einen Anfang, auch wenn es leicht missbraucht werden kann. Es liegt an uns, ob gelingt, kollektive Energien freizusetzen, die zur Heilung der Erde beitragen ...”

  

DER KRIEG GEGEN TERROR, DROGEN UND PARTYS

 

Mehrere Vorträge und Workshops auf dem Gathering setzen sich mit dem ”War on Drugs” auseinander, der inzwi-schen auch zu einem Feldzug gegen das Dance-Movement wurde. Der ”Krieg gegen Drogen”, den die us-amerikanische Regierung ganz offiziell unter dieser treffenden wie auch entlarvenden Bezeichnung führt, hat eine lange Geschichte. In den westlichen Kulturen wurden und werden beständig bestimmte Substanzen als Drogen ver-boten, wobei der Umstand, dass darunter in einigen Regionen zeitweise auch einmal Alkohol, Tabak und Koffein fielen, eine gewisse Beliebigkeit schnell deutlich macht. Die Verbote der Substanzen bzw. die Verfolgung der Produ-zentInnen und der KonsumentInnen hängt dabei keineswegs nur mit einer vermeintlichen oder tatsächlichen schädli-chen Wirkung zusammen, sondern war schon immer mit wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen verknüpft. Letztlich lenkt die Überbetonung der Drogenproblematik von den eigentlichen inneren gesellschaftlichen Problemen ab, die wechselwirkend wiederum auch entscheidend zum zerstörenden Gebrauch von Drogen beitragen. Sie wird zudem genutzt, um die politische und auch militärische Einflussnahme auf andere Länder, sowie die Repression un-angepasster Minderheiten im Innern, zu rechtfertigen.

 

Die Größenordnung des ”War on Drugs” machen einige Statistiken schnell deutlich. Die Vereinigten Staaten haben als vermeintliches Land der Freiheit im Verhältnis zur Bevölkerungszahl weltweit die höchste Zahl an Gefängnissinsas-sen, wobei ein Großteil im Zusammenhang mit Drogen verurteilt wurde. So kommt es jährlich zu rund 5 Millionen Verhaftungen auf Grund von Drogendelikten, wobei über 2 Millionen Menschen in Folge wegen Verstößen gegen Drogengesetze verurteilt und inhaftiert werden. Besonders betroffen ist dabei die afroamerikanischen Bevölkerung, was die noch immer in weiten Teilen rassistische Ausrichtung der Rechtsprechung deutlich macht. 1969 flossen von Seiten der damaligen Nixon-Regierung rund 65 Millionen Dollar in den Krieg gegen Drogen, 1999 unter Clinton war es die kaum vorstellbar hohe Summe von 17,7 Milliarden Dollar, die unter Bush weiter gesteigert wurde.

 

Die Terroranschläge des 11. September 2001 werden gezielt genutzt, um den ”War on Terror” mit dem ”War on Drugs” zu verknüpfen. Medienwirksam setzt inzwischen US-Präsident George Bush Drogenkonsum mit einer Unter-stützung des Terrors gleich. ”Ich werde ständig von Jugendlichen gefragt, welchen Beitrag sie zum Krieg gegen den Terror leisten können. Nun, wichtig ist, sich gegen illegale Drogen zustellen. Wenn Du in den USA Drogen kaufst, dann ist das so, als würdest Du direkt eine Terror-Organisation unterstützen.”

 

Die entsprechende Politik richtet sich auch direkt gegen das Dance-Movement. So kam es zu einer von Teilen der Medien und einflussreichen PolitikerInnen getragenen Kampagne, die Techno mit Drogenkonsum gleichsetzt. Regie-rungsbehörden organisierten in diesem Sinne vorgeblich wissenschaftliche Konferenzen bei denen Techno-Partys mit den sogenannten Crack-Houses gleichgesetzt wurden, in denen Crackabhängige bzw. Crack-Dealer leben. Dieser Definition zufolge sind Partys und Raves Veranstaltungen, die vorrangig dazu dienen mit Drogen zu handeln bzw. diese zu konsumieren. Inzwischen wurden in einzelnen Bundesstaaten Gesetze verabschiedet, die VeranstalterInnen für den Konsum von Drogen auf ihren Partys direkt verantwortlich zu machen. Zu Teil macht man sich schon als nichtkonsumierender Party-Gast strafbar, wenn auf der Veranstaltung illegale Drogen gebraucht werden. Auf diesem Wege soll eine auch in den USA stark angewachsene Jugendkultur, die nicht den puritanischen Wertvorstellungen entspricht, unter Kontrolle gebracht werden.

 

Welche bizarren Ausformungen die Drogenhysterie annehmen kann, zeigt ein Prozess, in dem die Bürgerrechtsverei-nigung American Civil Liberties Union (ACLU) gegen den Bundesstaat Louisiana klagte. Dieser hatte Rave-VeranstalterInnen angewiesen den Party-Gästen das Tragen von Masken und den Gebrauch von Glühstäben zu untersagen, da diese Utensilien angeblich in einem engen Zusammenhang mit dem Konsum von Ecstasy stehen. Während die meisten VeranstalterInnen den Auflagen nachkamen, formierte sich in der Szene Protest, der in der Forderung ”Fight for right to glow! - We’re gonna glow like we never glowed before!” einen ironischen Ausdruck fand. Der Prozess endete mit einem Erfolg der ACLU, den Bundesbehörden wurde untersagt, ohne rechtliche Grundlage auf lokale Rave-VeranstalterInnen hinsichtlich eines Verbotes von ”dekorativen Utensilien” Druck auszuüben.

 

Die Diskussion über Wege des Protests und Widerstands gegen die repressiven Entwicklungen ist auf dem Gathering allgegenwärtig. So trägt Scott Ehlers von der Campaign for New Drug Policies einen detaillierten Maßnahmenkatalog vor, der dazu beitragen soll, das Image der Techno-Kultur von einer Reduzierung auf Drogen und Kriminalität zu lö-sen. Das Ziel ist die Vermittlung eines Bildes einer Jugendkultur, die auf Werten wie Gemeinschaft und Gewaltlosig-keit basiert und sich auch über einzelne Projekte für das Wohl der Gesellschaft einsetzt. Das Future-Tribe-Project aus Florida beschreibt seine Kampagne ”I rave and I vote” mit der Jugendliche angeregt werden sollen, sich an den Wah-len zu beteiligen und einen Umschwung zu bewirken. Eine Gegenposition liegt im Ansatz den Underground zu stärken und sich dabei auf Strukturen zu konzentrieren, die von staatlichen Institutionen nicht angegriffen werden können. Ganz praktisch informiert daran anknüpfend ein Anwalt, welche Rechte gegenüber Polizeikontrollen bestehen. Leute vom Rainbow-Gathering berichten zudem über die Möglichkeiten sogenanntes Public-Land zu nutzen, das der Allge-meinheit gehört. Später betonen Mitglieder von DanceSafe und MAPS daneben die Bedeutung einer objektiven Auf-klärung über Drogen innerhalb der Techno-Szene und der Notwendigkeit von übergreifenden Forschungsprojekten.

  

SOZIALARBEITER, DJ-EGOS UND ZEN-KATZEN

 

Mehrfach führen einzelne Diskussionen über die Frage nach der Finanzierung alternativer, sozial ausgerichteter Pro-jekte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Bereich der Sozialarbeit. Übereinstimmung besteht darin, dass eine Ausweitung sozialer Projekte und die entsprechende Bereitstellung öffentlicher Gelder unbedingt nötig ist. Aufge-zeigt wird aber auch immer wieder der innere Konflikt vieler Projekte, die meist hauptsächlich auf Probleme konzent-riert sind, diese geradezu suchen bzw. sich darüber rechtfertigen müssen, um von öffentlicher Seite Gelder zu erhal-ten. Gleichzeitig werden oftmals nur Symptome angegangen, während die eigentlichen Ursachen von Erscheinungen wie Drogenabhängigkeit oder Obdachlosigkeit, die neben individuellen Faktoren zu einem beträchtlichen Teil in einem vor allem auf Profit und Konkurrenz ausgerichteten Gesellschaftssystem liegen, zumeist nicht aufgezeigt werden. Oftmals setzt die Zensurschere schon im Kopf an, um das Projekt bzw. den eigenen Arbeitsplatz nicht zu gefährden.

 

In der Diskussion wird der Realität einer notwendigen, allerdings vorrangig problemorientierten Sozialarbeit das Bild des ”positive space” gegenübergestellt. ”Wenn es im weitesten Sinne Räume gibt, in denen sich die Menschen selbstbestimmt und gemeinschaftlich entfalten können, in denen ihnen beigebracht wird, sich auch einmal selbstkri-tisch zu reflektieren,”, so Theo in einer Diskussionsrunde, ”dann werden viele Probleme automatisch wegfallen bzw. sie treten überhaupt nicht mehr auf.”

 

Ein weiterer Aspekt, der in vielen Diskussionsrunden immer wieder angesprochen wird, ist die Rolle der DJs. Ausge-hend von einer Abkehr vom jeglichem Starkult stand der DJ in seiner Wichtigkeit ursprünglich auf einer Ebene neben den TänzerInnen auf der Dancefloor oder den Leuten aus der Deko-Gruppe. Die Rollen waren sogar austauschbar beziehungsweise sollten bewusst austauschbar sein, denn im Mittelpunkt stand das gemeinsame Feiern als ein Aus-druck eines anderen Lebensweges. Von wenigen Ansätzen abgesehen sind diese Zeiten jedoch auch bei alternativen Partys vorbei. Längst haben die DJs die Rolle eingenommen, die über Jahrzehnte hinweg der Lead-Singer einer Rockband hatte.

 

Für viele Personen außerhalb der Szenen ist nur schwer nachvollziehbar, dass ein DJ selbst zum Musiker werden kann. Er ist dabei nicht nur für die musikalische Atmosphäre einer Nacht verantwortlich. Im Idealfall entsteht aus zwei oder drei Schallplatten, die ineinander gemixt werden, ein neuer Track. Die Samples, Sounds und Loops werden zu DJ-Tools, zu Werkzeugen und Materialien der DJs, die immer wieder in unterschiedlichen Betonungen und Ge-schwindigkeiten neu zusammengesetzt werden. Dieses Verständnis von Dekonstruktion und Neugestaltung ist jedoch immer seltener anzutreffen, meist begnügen sich die DJs inzwischen auf möglichst fließende Übergänge zwischen den einzelnen Stücken.

 

Mit der steigenden Popularität einzelner DJs ist in vielen Projekten die Frage der Kommerzialisierung und des Selbst-verständnisses der DJs verbunden. Nachdem es anfangs noch ein Vergnügen und eine Ehre war auf einer Party aufzulegen, sprechen viele DJs dann bald vom ”Arbeiten” oder oftmals auch mit einer gewissen Überheblichkeit de-monstrativ davon, gebucht zu sein. Kritisiert wird vor diesem Hintergrund zudem die scheinbar unkritische Auswahl der Auftrittsorte von Seiten vieler alternativer DJs. Dabei wird jedoch deutlich, dass die DJs keineswegs zwangsläufig ihre ursprünglichen Ideale plötzlich verraten haben und ”kommerziell” geworden sind, vielmehr setzt eine nur schwer steuerbare Eigendynamik ein. Um sich noch mehr auf die Musik konzentrieren zu können, geben viele DJs nach ers-ten Erfolgen ihre alten Jobs auf, geraten dann aber in eine Abhängigkeit von Auftritten, um ihren Lebensunterhalt bestreitenzu können.

 

Ein anderes Diskussionsthema bildet das ”im Moment sein”. Mishou spricht davon, dass Katzen die wahren buddhis-tischen Zen-Meister sind, indem sie alles ausblenden können und tatsächlich den Moment leben. Während sie in einer sonnigen Ecke behaglich dösen, leben sie Zen ohne eine Vorstellung davon zu haben. ”Wie oft befinden wir uns dagegen in Situationen, die einfach an uns vorbeirauschen, die im Rückblick wie ein Augenblick erscheinen, weil wir uns nicht bewusst auf sie konzentrieren?”

 

Ein Anhalten im Sinne eines bewusstes Wahrnehmens des Momentes bzw. der entsprechenden Situation wirkt dem entgegen. Ein Ansatz kann bei geschlossenen Augen eine bewusste Konzentration auf die Geräusche sein, die uns umgeben, und davon ausgehend auf das, was gerade passiert. Dies bedeutet keineswegs ein Rückzug in eine esote-rische Innerlichkeit, so die durchgängige Einschätzung der Runde. Vielmehr steht es für ein Bewusst-Sein im eigentli-chen Sinne des Wortes. Dies bildet den Ausgangspunkt für ein Wahrnehmen von dem was uns umgibt und weiterge-hend für ein entsprechendes Handeln, nicht zuletzt auch in einem gesellschaftlichen Sinne.

  

GEMEINSCHAFTLICH LEBEN

 

Der zweite Konferenz-Tag ist der Frage nach den Möglichkeiten gemeinschaftlichen Zusammenlebens gewidmet. An mehreren Punkten tritt dabei die Frage nach dem ”next step”, dem nächsten Schritt, auf. Einige Gruppen, die mit ihren Projekten gewisse Erfolge und eine Kontinuität erreicht haben, berichten von den internen Diskussionen über eine tiefer gehende Weiterführung, die sich stärker auf die Gruppe als Gemeinschaft bezieht. Das Spektrum reicht dabei von Wohngemeinschaften über kommuneartige Projekte bis zu Kulturzentren.

 

Auf großes Interesse stößt das Projekt einer Gruppe aus Vancouver. In den letzten Jahren organisierte dort das My-corrhiza Collective verschiedene Partys, um mit dem Gewinn ein Landstück in Elaho Valley zu kaufen. Damit soll ein Beitrag zur Rettung des verbliebenen Regenwaldes in Kanada geleistet werden, der weiterhin in weiten Teilen von der Abholzung bedroht ist. Chris Hill von Mycorrhiza erklärt in diesem Zusammenhang die tiefere Bedeutung des Projekt-Namens: ”In den Regenwäldern leben die Bäume in einer symbioten Assoziation mit einer Vielzahl von Bodenpilzen zusammen, die als Mykorrhiza bezeichnet wird. Die Pilze umgeben die Wurzeln der Bäume, sie leben von ihnen und schützen sie gleichzeitig. Dieses Symbolik übertragen wir auf unsere Aktivitäten: Wir wollen ein energetisches Netz-werk im Untergrund aufbauen, das den Wald als Teil eines globalen natürlichen Organismuses stärkt.”

 

Das Gelände soll zur Basis eines Gemeinschaftsprojektes werden: ”Wir sind gerade dabei ein Camp in Elaho Valley aufzubauen. Es soll zum einen dazu dienen, die Aufmerksamkeit auf die Zerstörung dieses so wichtigen Regenwal-des und die Folgen zu richten. Zum anderen wollen wir von diesem Camp ausgehend ein Öko-Dorf errichten, das langfristig unabhängig bestehen kann und sich über Anbau von Nahrungsmitteln und eine eigene Energieversorgung selbst trägt. Langfristig setzen wir dabei auf Hanf als Rohstoff. Das Camp soll zu einer Anlaufstelle für Menschen werden, die von ähnlichen Ideen geleitet werden und mit uns dieses Projekt als eine Gemeinschaft in Einklang mit der Natur aufbauen wollen. Wir haben damit begonnen, weltweite Kontakte zu Personen und Organisationen zu knüpfen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen und mit ihnen zusammenzusarbeiten. Gleichzeitig wollen wir im Sommer eine Reihe von Veranstaltungen und Festivals durchführen. Im Anschluss werden wir als eine Art internationale Karawane, zu der alle Interessierten eingeladen sind, die Pazifik-Küste bis nach Südamerika hinunterziehen, um unsere Ideen weiterzutragen und mit den Menschen gemeinsam zu feiern.”

 

Im Anschluss spricht Sean Siple über die Erfahrungen der Farm, einer Großkommune in Tennessee, der rund 200 Personen angehören. Im Sinne eines Öko-Dorfes basiert sie auf ökologischen und basisdemokratischen bzw. ge-meinschaftlichen Prinzipien. Die Farm wurde 1971 im Anschluss an die Hippie-Ära gegründet, zu einem Zeitpunkt als ebenfalls die Frage nach dem nächsten Schritt gestellt wurde und teilweise mit dem Aufbau von kommuneartigen Gemeinschaften beantwortet wurde. Die meisten dieser Projekte scheiterten schon nach wenigen Jahren am Druck durch die umgebende Gesellschaft, sowie an ungelösten inneren Widersprüchen und zwischenmenschlichen Proble-men. Klar wurde dabei immer wieder, dass es nicht ausreicht sich in eine vermeintliche Idylle zurückzuziehen.

 

Notwendig ist dagegen ein Verständnis, das die Wechselbeziehungen zwischen der äußeren Gesellschaft und dem Leben in dem entsprechenden Projekt ausreichend berücksichtigt. Ebenso bedeutsam ist zudem eine ständige Ausei-nandersetzung mit den Prozessen innerhalb des Projektes bzw. mit der eigenen Persönlichkeit, so kräftezerrend es vordergründig sie auch sein mag. Denn genausowenig wie man zu einem völlig anderen Menschen wird, wenn man auf eine idealistische Party geht, auch wenn vielleicht viele Alltagsbelastungen zurücklassen werden, so wenig wan-delt sich eine Person von einem auf den anderen Tag, wenn sie sich einer Kommune anschließt. Das Überwinden von überzogenen egozentrischen Verhaltensstrukturen ist ein ebenso notwendiger, aber auch langer Prozess wie die Auseinandersetzung mit dem Konkurrenzdenken oder sexistischen Einstellungen. Aufbrechen lassen sich diese Strukturen nur, wenn sie ständig hinterfragt und angegangen werden, so beispielsweise in angeleiteten Gesprächs-runden in denen offen über die Entwicklungen der Gruppe bzw. der einzelnen Personen gesprochen wird.

 

Sean beschreibt die Bedeutung derartiger Prozesse am Beispiel eines Problems innerhalb der Farm, das diese fast zum Scheitern gebracht hätte. Der Gründer der Kommune nahm lange hinweg eine besondere Stellung innerhalb des Projektes ein, die allgemein respektiert wurde. Nach einigen Jahren verselbstständigte sich jedoch diese Position, aus dem Bezug auf eine charismatische Leitfigur war eine hierarchische Struktur geworden, die dem eigentlichen basis-demokratischen Anspruch völlig entgegenstand. Nur im Rahmen eines längeren, zähen Prozesses konnte dieser Zustand inzwischen zugunsten einer Verteilung von Verantwortung überwunden werden.

 

Der zweite Teil der Ansprache von Sean ist von einem Appell an die TeilnehmerInnen des Gatherings geprägt, sich ihrer Verantwortung für die Zukunft des Planeten Erde bewusst zu sein und diese auch weitergehend auszufüllen: ”Ihr habt eine Aufgabe, eine Mission. Vielleicht seid ihr die letzte Generation, die noch etwas verändern kann, danach mag es schon zu spät sein, um die ökologische Katastrophe aufzuhalten. Ich habe hier auf dem Gathering von beeindru-ckenden Projekten gehört, habe mit wunderbaren Menschen gesprochen. Verbreitet Eure Ideen weiter, lebt sie, teilt Eure Erfahrungen, tragt Eure Liebe weiter, liebt... Es liegt an Euch, doch ich spreche nicht von Euren Recht oder von einer Verpflichtung, es ist Eure Entscheidung, die ihr treffen müsst!”

  

VERBINDENDE RITUALE

 

Mehrere gruppendynamische Workshops auf dem Gathering haben zum Ziel ganz praktisch zwischenmenschliche Barrieren abzubauen und Prozesse innerhalb von Gruppen deutlich zum machen. So laufen bei einer Übung alle Anwesenden, zu diesem Zeitpunkt etwa hundert Personen, in Kreis. Nach einem Stop-Zeichen soll jede Person an-halten und der Person, die ihr am nächsten steht in die Augen schauen, und sich zum einen ihre positiven Energien, sowie im Anschluss bei anderen Person deren Ängste und Aggressionen vorstellen. Deutlich wird dabei insbesondere wie schwer es fällt einer andern Person in die Augen zu schauen, nicht wenige schließen zeitweise die Augen oder beginnen nervös zu reagieren. In einigen Fällen entsteht jedoch durch den so tiefen Blickkontakt und die gegenseitige Bereitschaft sich emotional auf den andere Person einzulassen eine zuvor völlig unerwartete gefühlsmäßige Verbin-dung.

 

Der dritte Tag der Konferenz wird von einem Ritual eingeleitet. In der zuvor meist hell erleuchteten Konferenz-Halle flackert nur eine lange Reihe von Teelichtern. Alle Eintretenden müssen ihre Schuhe ausziehen und die Gespräche beenden. Dann werden die Anweisungen für das Ritual schriftlich zusammengefasst verteilt. Zuerst sind darin ver-schiedene Meditationsübungen beschrieben, später soll sich jede Person auf einen tiefen Wunsch konzentrieren und ihn visualisieren. Die Stärke dieses Rituals liegt in dem atmosphärischen Bruch zu den aufwühlenden und eher nach außen gerichteten Tagen zuvor. Unmittelbar entsteht ein Gefühl innerer und äußerer Ruhe. Insbesondere durch die Meditationen wird es nocheinmal verstärkt möglich sich auf sich selbst zu konzentrieren. Eine anschließende Chakra-Meditation greift diese Atmosphäre auf und ermöglicht ein weiteres Hineingleiten in den eigenen Körper. Inwieweit sich die Teilnehmenden auf diese Übungen und die spirituellen Hintergründe einlassen, bleibt jeder und jedem selbst überlassen. Wesentlich für die Einzelnen wie auch für das Gathering als Ganzes sind vielmehr die Energien, die kon-zentriert bzw. freigesetzt werden.

 

Einen Höhepunkt des Gatherings bildet dann der Ecstatic-Dance-Workshop, der von Techno-Rhythmen untermalt wird. Die Anweisungen der Workshop-Leiterin hinsichtlich bestimmter Bewegungen und Körperhaltungen werden jedoch von den meisten nur Anfangs befolgt. Schon nach kurzer Zeit tanzen die rund 50 TeilnehmerInnen wild durch den Raum, durcheinander springend, hüpfend, teilweise schreiend. Es entwickelt sich eine Atmosphäre in der alle genau so tanzen können, wie sie es gerade wollen, ohne dass sie deshalb jemand kopfschüttelnd anschaut. Im Ge-genteil, wer sich fallen lassen will, kann dies tun, im sicheren Gefühl von der Gruppe aufgefangen zu werden. Es ist in diesen Momenten regelrecht spürbar wie innere Blockaden und angestaute Energien zumindest für die Zeit des Tan-zes aufgebrochen werden. Am Ende bilden die Beteiligten mit ihren Körpern ein kreisartiges Gebilde. Alle drücken sich aneinander, summen, rufen, schreien ekstatisch, die meisten ausgefüllt von einem Gefühl des Glücks.

 

Gerade die Verbindung von theoretischen Informationen, leidenschaftlichen Diskussionen und auch körperlich-emotionaler Nähe macht die Stärke des Gatherings aus. Von Anfang an prägt eine Atmosphäre der Offenheit in der es problemlos möglich ist, eine Person anzusprechen und mit ihr über Ideale und Ideen wie auch über persönliche Erfahrungen zu sprechen. Zudem vermittelt die Vielfalt der Tribes und ihrer zum Teil wegweisenden Projekte ein Ge-fühl der Hoffnung in einer ansonsten in Anbetracht der sozialen und ökologischen Entwicklungen meist äußerst de-primierenden Welt. Nicht zuletzt entwickelt sich insbesondere über die gruppendynamischen Übungen und die Rituale eine gefühlsmäßige Nähe, die ansonsten im Alltag kaum einmal erfahren werden kann. Zum Teil geht diese Nähe so tief, dass einzelne Personen anfangen zu weinen oder sich zeitweise zurückziehen, da sie diese Intensität nicht ertra-gen konnten. So nehmen die TeilnehmerInnen über die inhaltliche Ebene hinaus vor allem ein Grundgefühl der Mög-lichkeit und der Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung mit nach Hause.

  

THE MOON INSIDE

 

Den Abschluss des Gatherings bildet eine Open-Air-Party, die im wesentlichen von Mitgliedern des Moontribes orga-nisiert wird. Die 1993 gegründete Gruppe genießt inzwischen in der Dance-Community weiter Teile der Vereinigten Staaten geradezu Kultstatus. Bekannt wurde der Moontribe durch seine Full-Moon-Partys in der Wüste der weiteren Umgebung von Los Angeles. Die auf Non-Profit-Basis durchgeführten Partys verzichten meist bewusst auf Werbung, wie auch auf Verkaufsstände aller Art, Dekoration und Beleuchtung. ”Der Mond und die Sterne sind unsere Lightshow” führt Dallas dazu aus, um dann auf das Selbstverständnis Moontribes einzugehen. ”Es gehört zu unseren wichtigsten Zielen unsere Integrität zu wahren und uns kommerziellen Bestrebungen zu verschließen. Wenn Du an einer unserer Partys teilnimmst, wirst Du selbst zu einem Teil des Moontribes, Du hast genauso Verantwortung für den Ablauf der Party, bist genauso verantwortlich für deren Atmosphäre, wie alle anderen.”

 

Innerhalb des eigentlichen Tribes sind Hierarchien auf ein pragmatisches Minimum reduziert. Die wesentlichen Ent-scheidungen werden von Konsensprinzip ausgehend gemeinsam getroffen. Den Kern bildet das Council, dem meist 13 Personen angehören, um dieses herum hat sich das sogenannte Collective gebildet, das aus Leuten besteht, die sich in irgendeiner Weise einbringen, aber nicht zum Kern gehören wollen. Die Moontribe-Community wird wiederum von denjenigen gebildet, die zu den Full-Moon-Partys kommen.

 

Die Party-Nacht an sich verläuft in Anbetracht der hohen Erwartungen jedoch lange eher enttäuschend. Rund drei Stunden dauert es, bis man von Los Angeles aus endlich den angestrebten Platz in der Wüste gefunden hat, da die erst am Abend verteilte Wegbeschreibung einige kleine, aber folgenschwere Unklarheiten aufweist. Dort erweist sich die steppenartige Hügellandschaft mit ihrem eisigen Wind sofort als äußerst unwirtlich. Vom Parkplatz aus ist dann noch einmal ein längerer Fußmarsch nötig, um dann endlich ein überdachtes DJ-Pult zu erreichen. Die unverständli-che Reduzierung auf nur zwei Boxentürme verhindert die für das Tanzen so wichtige umschließende Beschallung, so dass sich die meisten direkt von dem DJ zwischen den Boxen eher frierend als tanzend drängelten. Es ist einer dieser Momente, in denen man sich zweifelnd fragt ”Was mache ich hier eigentlich?”.

 

Am Morgen wandelt sich jedoch die Atmosphäre schlagartig. Mit der Temperatur ändert sich auch die Stimmung und es wird endlich möglich, ein Gefühl für den Raum zu erhalten. Im Laufe des Tages wird dann auch verständlich, dass die Reduzierung einen wesentlichen Teil des so eigenen Charakter der Moontribe-Partys ausmacht. Wüste, Musik bzw. Tanz und Gemeinschaft sind dabei die zentralen Faktoren und nicht etwa ein bekannter DJ oder eine überfrach-tete Dekoration. Insbesondere die Kargheit der Landschaft und die aufsteigende Sonne können dabei ein Gefühl der inneren Klarheit erzeugen.

 

Die Musik wird von den DJs der am Gathering beteiligten Projekte bestimmt und umfasst ein entsprechend weites Spektrum elektronischer Musik. Daneben entstehen an verschiedenen Stellen immer wieder Trommelsessions, teil-weise die Musik auf der Tanzfläche begleitend, dann in einem angemessenen Abstand einen eigenen Rhythmus findend. Es ist charakteristisch, dass sich einige TänzerInnen völlig ausziehen, ohne dass ihnen in ihrer Nacktheit jemand eine übertriebene Aufmerksamkeit schenkt. Es ist ein genauso selbstverständlicher Teil der Party, dass sich auf dem Dancefloor immer wieder Tanzende an den Händen nehmen und einen Kreis bilden, der sich an einer Stelle öffnet, um spiralförmig ineinander zu gehen und sich danach wieder aufzulösen. Derartige Elemente sind Ausdruck eines Gefühls der Offenheit und der Gemeinschaftlichkeit, das ansonsten in der Party-Szene trotz aller Beschwörun-gen von ”Love and Unity” nur selten zu finden ist. Den Ausklang bilden am späten Nachmittag Golden Buddha, eine psychedelische Rockband, deren scheinbar endlose Improvisationen sich irgendwann im Nichts auflösen und die letzten Anwesenden noch einmal auf eine ganz eigene Reise nehmen.

 

Schnell deutlich wird für mich jedoch auch, dass bestimmte Rollen und Verhaltensklischees, die ich von vielen Partys in Deutschland und anderen Ländern kenne, auch hier zu finden sind. Eine geradezu globale Erscheinung ist der Freak, der in Gesprächen und in seinem Outfit seinen vorgeblich so tiefen Bezug zu Goa unablässig zur Schau stellt und sich am liebsten mit ”wichtigen” Leuten für alle sichtbar direkt beim DJ unterhält. Ebenso bekannt ist die housige Frau, die so gerne eine Diva wäre, sich in dem Glauben gefällt, sie würde über allem stehen und doch völlig in ihren Eitelkeiten und Unsicherheiten verfangen ist. Dies betrachtend unterhalte ich mich mit Tibo über die Frage inwieweit wir beide selbst Rollen spielen, wo die Grenzen zwischen Authentizität und Übernahme liegen. Ohne diese Fragen abschließend zu beantworten, wenn dies überhaupt möglich ist, lassen wir uns nach einigen Stücken wieder in die Musik fallen.

 

Zur Mittagszeit erklimme ich dann einen der ”Hills”. Zusammen mit Susie verweile ich dort, betrachte aus der Ferne die Tanzfläche. Wir lassen unsere Gedanken in der Weite dieser beeindruckenden Landschaft schweifen bis sie sich wieder finden. Ich spüre bald, dass ich weitergehen muss, allein weiter hinauf klettern muss. Ein Plateau nach dem anderen lasse ich hinter mir, bis ich irgendwann an einen Platz gelange, an dem ich keinen Menschen mehr sehe, keinen Sound mehr höre. Ich genieße diese Atmosphäre, diese Energie. Schließe die Augen. Und beginne zu hören. Bewusst zu hören. Das Summen vorbeischwirrender Insekten, das Rauschen des Windes, den Klang der Wüste. Langsam steigen Gefühle auf, Befürchtungen und Hoffnungen verdichten sich, werden zu Bildern von dem was mög-lich ist, auch wenn es oft so unerreichbar scheint. Traumhafte, unwirkliche, reale Bilder ausgefüllt von den Energien des Gatherings. Die Sterne sind erreichbar, aber nur wenn wir es wirklich wollen...

 

Wolfgang Sterneck (2001)

www.sterneck.net

 

*

 

Sandro Botticelli (Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi), Florenz 1445 - 1510

Nascita di Venere / Geburt der Venus / Birth of Venus (ca. 1484)

 

Sandro Botticelli erlernte zuerst das Goldschmiedehandwerk und wurde dann Schüler von Fra Filippo Lippi. Sein Werk zeigt Einflüsse von Andrea del Verrocchio, Antonio del Pollaiolo, Perugino und Ghirlandaio. Botticelli arbeitete überwiegend in seiner Heimatstadt Florenz, wo er wichtige Impulse vom Kreis der Humanisten um Lorenzo de'Medici, Il Magnifico, erhielt, und zum führenden Maler der Stadt wurde.

 

Das Gemälde wurde um 1484 im Auftrag von Lorenzo di Pierfrancesco de'Medici für seine Villa in Castello gemalt und erhielt im 19. Jahrhundert den irreführenden Titel "Geburt der Venus", denn es stellt eigentlich die Ankunft der Venus auf der Insel Zypern dar.

 

Venus ist hier als "Venus pudica" dargestellt, denn sie bedeckt ihre Nacktheit schamhaft mit der Hand und den Haaren, während sie auf einer Muschel stehend das Ufer erreicht. Die Muschel wird vom kräftig blasenden Zephir (dem befruchtenden Wind) getrieben, der die Nymphe Chloris (Symbol der Körperlichkeit des Liebesaktes) oder die Aura ( Göttin der Morgenbrise) im Arm hält. Am Ufer hält eine prächtig gekleidete und mit Girlanden von Rosen und Myrten geschmückte Hore (keusche Magd der Venus) einen mit Blumen übersäten Mantel für die Göttin bereit.

 

Es wird allgemein angenommen, dass die Venus die Gesichtszüge der Simonetta Vespucci trägt, in die Giuliano de'Mecidi, der 1478 während der Pazzi-Verschwörung getötet wurde, verliebt war.

   

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