landschaft mit haus
Here you can see the movie: vimeo.com/25026253
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Mein Projekt ist auf der Zusammensetzung des traditionellen darstellenden Themas »Landschaft mit Haus« und der nicht weniger traditionellen beschreibenden Genre von Reisenotizen, Gedanken unterwegs aufgebaut. Ich forsche die Zustände der Bewegung und der Ruhe, ihr gegenseitiges Durchdringen und ihre Wechselwirkung.
Das ist ein großer Zyklus von Landschaften mit einer einheitlichen Komposition in willkürlicher Reihenfolge.
Die Landschaften sind statisch: ein quadratischer Format, die Trennlinie zwischen Himmel und Erde verläuft fast
überall in der Mitte; fast im Zentrum steht das Haus, auch quadratisch; es gibt keine Bewegung in den Bildern.
Indem ich solche unbewegliche Gestalten benutze, aber alle kleinen Details der Landschaft absichtlich verwische und in horizontal ausgedehnte bunte Streifen von verschiedener Breite verwandle, erreiche ich den Effekt einer inneren Bewegung in den Bildern.
Die Bewegung wird durch die große Zahl von Bildern noch verstärkt. Die Hauptkomposition in allen Landschaften verändert sich fast nicht, nur die Breite der die Landschaft bildenden Streifen und die Farben in den Bildern werden anders. Gleichzeitig beobachte ich die Wirkung der Farbe, die das Licht darstellt. Ich sehe, wie die Farben der Streifen jedes Mal eine neue Stimmung schaffen, Gefühle wecken, Erinnerungen hervorrufen...
Der Zyklus übergeht in eine Art Momentaufnahmen aus road movie. Mir liegt das Thema der Reisen nahe, das Thema der Gedanken unterwegs, der Gedanken, die von den endlosen Landschaften im Fenster aufkommen, von den trübsinnigen oder erschütternd schönen Landschaften, deren Einzelheiten im Nachdenken und in Bewegung
in ebene Streifen verschmelzen. Das alles läuft und flimmert vor den Augen vorbei, verändert die Stimmung oder bleibt nur ein Hintergrund all dieser Gedanken und hinterlässt bloß einen kaum fassbaren Eindruck im Gedächtnis.
Der Blick ergreift bloß ein einsam in der Ferne stehendes Haus.
Ich zweifle, ob das ein und dasselbe Haus ist, absichtlich in verschiedene Lebensräume hingestellt, oder sind das vielleicht verschiedene Häuser, die an verschiedenen Orten stehen und einander zufällig so ähnlich sind? Ist dieses Haus das Endziel der Reise? Ist es das, was ich anstrebe? Jenes »Ich«, zu dem ich strebe? Jene Zukunft, von der ich träume, oder jene Vergangenheit, die ich wiederzufinden wünsche? Aber das Haus ist überall gleich. Ob seine Umgebung eine Bedeutung hat? Ist das die Suche nach einem richtigen Haus oder nach einem richtigen Umfeld? Was hat Bedeutung bei der Wahl? Ist die Wahl wichtig und ist sie überhaut nötig?
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Ich setze keinen Anfangs- und Endpunkt der Reise fest, es gibt kein erstes Bild, kein letztes, sie folgen eines nach dem anderen in willkürlicher Reihenfolge, ohne Übereinstimmung mit Tages- und Jahreszeiten. Ich biete nur eine Art meditative Betrachtung abwechselnder Landschaften, und durch diese Bewegung strebe ich das Gefühl einer vollkommenen Ruhe und Gelassenheit an. Anhalten vor Größe und Unbegreiflichkeit. Ohne die Bewegung zu unterbrechen.
Nachdem sie Tausende Häuser gesehen hat, findet Wenders’ Alice das richtige Haus und erfährt, das ihre Oma schon lange nicht mehr darin wohnt. Alice hat es gefunden und Alice hat es nicht gefunden. Alice fährt weiter.
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Wim Wenders`s Alice, after looking through thousands of houses, finally found the house she was searching for. However, she discovered that her grandmother was not living there any longer. Alice found but she did not find; so she travelled further…

The subject of journey is very close to me. Melancholic contemplation during a journey is evoked by landscapes drifting past the window, where details merge into stripes and colours. The scenery floats past in front of our eyes, changing our mood or remaining as a background for thought, leaving perhaps just an implicit impression in the memory. Our eyes glimpse a house standing lonely amongst the fields. Is it one house, or different houses in different places that appear to be so similar? Is the house the destination of our journey? The place we long to reach? The future we dream of - or the past we wish to regain? However the composition always remains the same. How then to make the right choice? Is choice important and is it necessary at all?

The series reminds us of a set of single frames from a road movie and is rooted in both traditional landscape painting and traveller’s journals. The sense of motion is achieved through the static and repetitive composition: the square format, the horizon line in the middle of the image with a house in the centre. It is a study of motion and stillness, transfusion and interaction. The beginning and the end of the journey are unmarked. There is no first or final image; the images follow each other in a random order. Only the process of watching the landscape is important. Through the motion of viewing repetitive images the sensation of complete peace and serenity appears: a momentary pause in front of a sublime and mysterious landscape - a stopped frame, not stop motion.
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