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Robuste Wirklichkeiten XXVI | by schoschie
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Robuste Wirklichkeiten XXVI

Als ich den kleinen Raum mit dem Loch in der Wand wieder in Richtung Fahrstuhl verlassen wollte, stellte ich fest, daß die Tür, durch die ich gekommen war, sich von außen nicht öffnen ließ. Darum also war mir so mulmig gewesen. Ich malte mir schon Schreckensszenarien aus, wie ich nachts allein in den verschlungenen Korridoren dieses Wohnturms umherirre und den einen oder anderen Zombie aus dem Weg räumen muß (Wenn die hannoverschen Zombies sich ein gemeinsames Domizil ausgesucht haben, dann sicherlich hier). Glücklicherweise war die Tür zum Treppenhaus geöffnet. Ich mußte die 17 Stockwerke zu Fuß heruntersteigen, ging aber flott.

 

Auf dem Weg nach unten entdeckte ich, daß mindestens eine Person sich im Treppenhaus erleichtert hatte. Der Urheber war jedoch offenbar ein Ästhet und hatte sein Geschäft hübsch mit Klopapier abgedeckt, was jedoch den eindringlichen Geruch nicht hinreichend zu kaschieren vermochte.

 

Das kalte, doch klare Wetter inspirierte mich zu einer Spontan-Fotosession mit dem Ihmezentrum, einem beeindruckenden wie unheimlichen Koloss aus 70er-Jahre-Architektur, heute bis auf vereinzelte bewohnte Apartments und ein paar Geschäfte größtenteils verlassen und menschenleer.

 

Stichpunkte aus dem Wikipedia-Artikel:

In den 60ern als Stadt in der Stadt konzipiert * Baubeginn 1972 * Fertigstellung 1975 * Baustil: Brutalismus * In einem Guss gebaut * War eine der umfangreichsten Baustellen mit dem größten gegossenen Betonfundament Europas * 60.000 m² Verkaufsfläche * 58.300 m² Wohnfläche (860 Wohnungen für 2.400 Personen) plus 8.000 m² für 450 Studenten * Architekten hatten die Auflage, jeweils selbst eine Wohnung im Ihme-Zentrum zu beziehen

 

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Taken on December 10, 2006