18.06.2018 Berlin: völkisch-rassistische Kundgebung von Andreas Wild zum Thema "Volkstod"
Von lautstarken Protesten begleitet, versuchte Andreas Wild (Afd) am 18.06. die pseudowissenschaftliche Kampagne „gegen eine einheimische Minderheitswerdung“ des mehrfach gescheiterten Pankower AfD-Stadtratskandidaten Nicolas Seifert am Hermann Ehlers-Platz in Steglitz unter die Leute zu bringen. Hinter der sperrigen Wortkombination „einheimische Minderheitswerdung“ verbirgt sich nichts weiter als der völkisch-rassistische und auf antisemitische Verschwörungsmythen aufbauende Irrglaube, man wolle das "deutsche Volk" durch “Rassenvermischung” vernichten. Seifert, dessen Plakatserie zum Thema auf dieser Veranstaltung präsentiert wurde, spricht in diesem Zusammenhang von einem „Experiment“, dessen Ziel „die Umwandlung Deutschlands von einem ethnisch homogenen Nationalstaat in einen multiethnischen Vielvölkerstaat“ sei. Sein Hirngespinst baut er auf Zahlen auf, die in weiten Teilen auf eigene Schätzungen beruhen, was diese „Aufklärungskampagne“ aber nur im Kleingedruckten preisgibt. Insgesamt präsentiert sich Seiferts Projekt nicht nur als Kampagne gegen den vermeintlich drohenden „Volkstod“, sondern auch als Strategie zur Regierungsübernahme der Afd.

Dennoch betonte Andreas Wild vor ca. 20 Sympathisantinnen, die hauptsächlich aus dem Bärgida-Spektrum kamen, die Veranstaltung eigenverantwortlich ohne Unterstützung der Partei durchzuführen. Er ließ daher Parteilogos an seinem Wagen notdürftig mit Deutschlandfahnen abhängen und enthüllte später theatralisch sein eigenes Logo, eine Chimäre aus dem Konterfei Wilds und einem Hirschkopf in den Farben der Afd.

Neben Wild trat als einziger Redner sein Parteifreund Volkert Wögens auf, der wie Wild durch extreme Menschenfeindlichkeit auffällt. Bei Facebook träumt Wögens auch schon mal von der sofortigen Todesstrafe für kriminelle Geflüchtete, wobei die Verurteilten dann selbst zwischen Strang, Schwert oder Erschießung zu wählen hätten.

Der Auf-und Abbau dieser Veranstaltung wurde von dem eng mit den Identitären zusammenhängenden Jannik Bärmer durchgeführt, der sich wie Nicolas Seifert über die gesamte Veranstaltung vor Ort befand.

Parallel zu dieser extrem rechten Kundgebung hatte das „Bündnis Weltoffenes Steglitz-Zehlendorf“ zu einer Menschenkette zum Schutz der auf dem selben Platz errichteten Spiegelwand aufgerufen, einem Ort des Gedenkens an die Opfer der Shoah. Eine weitere Gegenaktion rief AutofahrerInnen zum Hupen gegen Rechts auf, so dass diese Kundgebung auch von mehreren Hupkonzerten begleitet wurde.


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