01.04.2017 Berlin: Mit Antisemitismus & Querfront für Frieden im Jemen
Unter dem Motto "Stop the Saudi war on Yemen“ fand am 01.04.2017 in Berlin eine rechtsoffene antisemitische Demonstration mit ca. 120 Teilnehmern statt, die sich gegen die Saudischen Angriffe auf die dem Iran nahestehenden Huthi-Rebellen im Jemen richtete. Als Veranstalter trat der jemenitische Aktivist Saif al-Washali auf, der 2015 auf dem Alquds-Marsch „Tod Amerika, Tod Israel, verdammt seien die Juden und Sieg dem Islam“ vom Lautsprecherwagen rief, wie beim Jfda dokumentiert ist.

Die Demonstranten, die in ihrer Mehrheit der jemenitisch/schiitischen Gruppe der Huthis angehörten, trugen auf ihrer kurzen Wegstrecke vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor die UN symbolisch in einem Sarg zu Grabe. Neben einigen Schildern und Transparenten, die antisemitische und antiamerikanische Inhalte zeigten, fielen insbesondere welche mit verletzten Kinderleibern auf.

An der Mobilisierung zur Veranstaltung beteiligt waren auch die Querfrontprojekte „FbK“ (Friedensbewegung bundesweite Koordination) und „Die Rote Fahne“ von Stephan Steins, so dass nicht nur die Antiimperialistische Aktion, sondern auch selbsternannte Friedensaktivisten aus dem Spektrum der sogenannten Mahnwachen für den Frieden erreicht werden konnten. Mit Thomas Löbnitz, Hendra Kremzow, Hagen Schütte und Bianca Budnick u.a. fanden sich die extrem rechten Vertreter dieser Szene vor Ort ein, die von einer Aktivistin des Berliner Pegida-Ablegers Bärgida begleitet wurden. Ein weiterer Teilnehmer war Marc Kluge. Dieser hat zwar einen eindeutigen neonazistischen Hintergrund, ist aber immer wieder auch auf antisemitisch geprägten Querfrontveranstaltungen anzutreffen.

Die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor bildete mit den Rednern Said Dudin, einem palästinensischen Politakteur, Jürgen Grassmann und der Rednerin Elke Fimmen den Höhepunkt der Veranstaltung. Insbesondere die Rede von Jürgen Grassmann - Veranstalter des jährlichen Al-Quds Marsches - war von antisemitischer Hetze geprägt*. Er warf nicht nur den Medien pauschal vor, Tatsachen zu verschleiern und zu lügen, sondern wiederholte mehrmals die Behauptung, dass Israel die Welt beherrschen wolle und Kriege aus purem Vernichtungswillen und "teuflischen Machenschaften" heraus anzetteln würde.

Elke Fimmen, Vorsitzende der nationalistischen Kleinstpartei „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BÜSo), die von Klaus Fimmen, dem 2. Vorsitzenden der gleichen Partei, begleitet wurde, nutzte ihren Auftritt dagegen um ein Lieblingsprojekt ihrer Partei, die neue Seidenstraße, zu bewerben. Sie sprach auf der Kundgebung im Namen des Schiller-Instituts - Vereinigung für Staatskunst, einem eingetragenen Verein mit Sitz in Hannover, der wie die BÜSo zur Lyndon LaRouche Bewegung gehört, einer rechtsoffenen, antisemitischen und verschwörungsideologischen Politsekte, der von Experten und Aussteigern vorgeworfenen wird, ihre Mitglieder zu vereinnahmen. Ihre Bundesvorsitzende, Vereins- und Parteigründerin ist die Witwe von Lyndon LaRouche, Helga Zepp-LaRouche.

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* Die Rede von Jürgen Grassmann ist hier in Ausschnitten dokumentiert: www.facebook.com/friedensdemowatch/videos/1315631425157777/
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