04.04.2020 Berlin: Verschwörungsideologische "Hygienedemo" auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
Ein neu gegründeter Verein „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“ um den Kulturwissenschaftler Anselm Lenz ruft dazu auf, gegen die Corona-Schutzbestimmungen aufzubegehren und organisiert seit dem 28.03. regelmäßige Demonstrationen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Dabei wird auf Basis von Verschwörungserzählungen die Corona-Epidemie geleugnet und eine „Beendigung des Notstands-Regimes“ gefordert. „Polizeistaatliches Gebaren im Übergang zum Präfaschismus“ sei völlig indiskutabel. Die Webseite der Organisatoren behauptet in einer Chronologie zu Corona, der deutsche Bundestag habe sein „Ermächtigungsgesetz“ beschlossen. „Wir sollen ein Jahr lang in einer de-facto-Diktatur leben.“

Von solch einer Sprache angesprochen, fühlen sich die schon von den rechtsoffenen Mahnwachen seit 2014 bekannten Netzwerke. Vor Ort werden auf Plakaten antisemitisch aufgeladene Welterklärungsmodelle bemüht, wonach eine unheimlich operierte Elite an einer "neuen Weltordnung" arbeite. Selbsternannte „alternative Medien“, die zu anderen Gelegenheiten keine Probleme mit autoritären Staaten haben, arbeiten die Veranstaltung propagandistisch auf und vermitteln das Bild eines diktatorischen Polizeistaats. Darunter sind Rubikon News, KenFM, EingeschenktTV, der Erdogan- und Hamas-Fan Martin Lejeune, der die Veranstaltung für das braune Blatt „Rote Fahne“ von Stephan Steins in Szene setzt. Auch die sich selbst als proamerikanisch und proisraelisch beschreibende rassistische Seite „Politically Incorrect (PI News) nahm positiv Bezug auf die Veranstaltung.

Dass mittlerweile weitere offen rechte oder auch neonazistische Protagonisten auf den Aufruf aufmerksam geworden sind und zur Unterstützung aufzurufen - darunter der notorische Lügner Henryk Stöckl, ist für Anselm Lenz offensichtlich kein Problem.
Er inszeniert sich als Widerstandskämpfer und meint, aufgrund kritischer Berichterstattung politisch verfolgt zu sein, weshalb er nach Eigenaussage um Asyl in der schwedischen Botschaft gebeten hat.

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