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01.12.2018 Kundgebung von "Zukunft Heimat" in Berlin

Während die AfD aus Angst vor einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz Parteiausschlussverfahren gegen Mitglieder einleitet oder ganze Verbände auflösen lässt, demonstrierten am letzten Samstag prominente Vertreter der Partei unter dem Motto „Migrationspakt stoppen“ mal wieder gemeinsam mit Identitären, NPDlern, Neonazis und Reichsbürgern in Berlin. Viele der Teilnehmer hatten sich in Gelbe Westen gekleidet.

 

Zu der Kundgebung, an der um die 1000 Personen teilnahmen, hatte ein breites Bündnis um den Golßener Verein „Zukunft Heimat“ aufgerufen, der seit Mai 2017 gemeinsam mit der AfD Brandenburg, Pegida Dresden, Ein Prozent für unser Land und Identitären in Cottbus rassistische Aufmärsche organisiert. Er steht im Verdacht eng mit dem verbotenen neonazistischen Netzwerk “Spreelichter” zusammen zu agieren. Das propagierte Ziel des Vereins ist die Vernetzung von rechten Initiativen und Vereinen mit der AfD als Partei.

 

Diese Vernetzung wurde in der langen Rednerliste deutlich: Neben rechtsextremen Bloggern mit Hang zu Verschwörungserzählungen wie David Berger (Philosophia Perennis) und Pegida-Funktionären wie Lutz Bachmann und Siegfried Daebritz, traten auch Afd-Abgeordente wie Andreas Kalbitz (Landes- und Fraktionsvorsitzender der AfD Brandenburg und Beisitzer im Bundesvorstand der Partei), Lars Günther (politisierte sich auf den sogenannten Mahnwachen für den Frieden, ist heute für die AfD aktiv und war Kandidat für das Bürgermeisteramt im Brandenburger Bad Freienwalde) oder auch der Brandenburger Afd-Landtagsabgeordnete Franz Wiese auf. Dieser organisiert seit Ende 2016 gemeinsam mit Lars Günter rechtsextreme Mittwochs-Kundgebungen vor dem Kanzleramt, die ebenfalls der Vernetzung dienen. Auch Jürgen Elsässer (Compact-Magazin) war mit von der Partie und rief auf, die Regierung auszutauschen bevor diese das Volk austausche. Der Bundestagsabgeordnete der Afd Karsten Hilse sprach unter Applaus davon, dass endlich diese „Volksschud“ abzulegen sei, schließlich habe er mit den Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg nichts zu tun. Währenddessen wurde auf Schildern gegen eine vermeintliche „New World Order“ protestiert, ein auf antisemitische Verschwörungsmythen zurückgehende Erzählung, wonach Eliten und Geheimgesellschaften an einer „Neuen Weltordnung“ arbeiten würden.

 

Der Afd-Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt Andre Poggenburg trug während der Veranstaltung eine blaue Kornblume am Jacket, das Zeichen der antisemitischen “Alldeutschen Vereinigung” oder auch Schönerer-Bewegung, das später als geheimes Erkennungszeichen von Nazis getragen wurde.

 

Auf der Kundgebung hatte sich auch der der extrem rechte Szene-Anwalt Wolfram Nahrath eingefunden, der zuletzt die Shoahleugnerin Ursula Haverbeck verteidigte (leider ohne Foto). Auch ehemalige Aktivisten der Mahnwachen für den Frieden, wie der extrem rechte Daueraktivist Sven Liebich, Stephane Simon, Christoph Kastius oder Achim Habben, der zu den Mitbegründern des antisemitischen AK Berlin gehörte, waren vor Ort.

 

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

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Uploaded on December 2, 2018