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29.09.2018 Köthen: Kundgebung "Wir sind Köthen"von Thügida/Wir lieben Sachsen | by RechercheNetzwerk.Berlin
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29.09.2018 Köthen: Kundgebung "Wir sind Köthen"von Thügida/Wir lieben Sachsen

Mit nur rund 250 TeilnehmerInnen, die sich am Samstag auf dem Markplatz in Köthen unter dem Motto „Wir sind Köthen“ versammelten, blieb die Veranstaltung weit unter den Erwartungen zurück. Aufgerufen hatten die neonazistischen Funktionäre Alexander Kurth, Jens Wilke und David Köckert, die sich mittlerweile für "Die Republikaner" engagieren und in dem extrem rechten Verein „Wir lieben Sachsen/ Thügida“ organisiert sind.

 

Das ursprünglich geplante Konzert mit mehreren neonazistischen Bands wie „Kategorie C“ und der polnischen Gruppe “LTW” wurde im Vorfeld von der Versammlungsbehörde untersagt. Dennoch fanden sich mit Diether Riefling, Christian Worch, Thomas „Steiner“ Wulff und „SS-Siggi“ Borchardt führende Kader der Szene ein, die dem Geschehen auf dem Markplatz beistanden. Auch der Kategorie C-Frontmann Hannes Ostendorf war mit Ernie Behrens unter den TeilnehmerInnen. Weitere TeilnehmerInnen kamen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, darunter AktivistInnen von "Bärgida", der "Bürgerbewegung Rathenow", des Bündnisses "Hand in Hand" und Gruppen, die in einheitlicher Kleidung der „Wolfsbrigade 44“ und „Soldiers of Odin“ auftraten. In Köthen waren vor kurzem Hakenkreuz-Schmierereien und Drohungen gegen politische GegnerInnen aufgetaucht, die der „Wolfsbrigade 44“ zugerechnet werden. Bei den „Soldiers of Odin“ handelt es sich dagegen um eine selbsternannte Bürgerwehr, die 2015 in Finnland gegründet wurde und nun in Deutschland Ableger gebildet hat.

 

Weil David Köckert im Vorfeld als Versammlungsleiter abgelehnt worden war, gegen ihn laufen aktuell Verfahren, übernahm sein enger Weggefährte Jens Wilke. Er eröffnete indem er die Versammlungsauflagen unverständlich und spottend runterrasselte. Weiter sprach er von einer willkommen Querfront aus Linken und Rechten, die sich gegen Erdogan gebildet hätte und die Angela Merkel gefährlich werden würde. Alexander Kurth entmenschlichte in seiner Rede wie gewohnt politische GegnerInnen als Ratten und Ungeziefer und prognostizierte kritischen JournalistInnen und RegierungsvertreterInnen eine Zukunft im Gefängnis. Desweiteren freute er sich über die Unterstützung der Afd.

 

Am Rande der Kundgebung wurden JournalistInnen auch von OrdnerInnen der Veranstaltung mehrfach bedrängt. Ein Teilnehmer aus Berlin, gegen den erst letztes Jahr wegen Falschbeschuldigung ermittelt wurde, konnte sich mit Hilfe einer Anzeige die persönlichen Daten einer Fotografin sichern, die er dann an andere Neonazis weiterreichte. Die Polizei vor Ort nahm das so hin und wies jede Verantwortung von sich. Dass später die aus Berlin bekannte Rednerin Elke in die Menge rief, man solle sich die Namen von JournalistInnen gut merken, verdeutlicht das skrupellose Vorgehen der Polizei, die die allgemeine Sicherheit von PressevertreterInnen oft nicht ausreichend kümmert.

 

Auf dieser eindeutig neonazistischen Kundgebung waren Ordner eingesetzt, die zuletzt auch am 01.09.2018 auf der Demonstration der AfD in Chemnitz diese Funktion innehatten. Darunter der Pegida-Anwalt, Jens Lorek, der auch als "Ufo-Anwalt" bekannt ist, und ein weiterer aus Berlin und Brandenburg bekannter Neonazi, der zuletzt auch Veranstaltungen des NS-Aktivisten und mehrfach verurteilten Volksverhetzers Gerhard Ittner besuchte.

 

Die Fotos unterliegen dem Copyright. Sie sind in druckbarer, hochauflösender Qualität ohne Wasserzeichen vorhanden und können für kommerzielle wie unkommerzielle Zwecke erfragt werden.

 

recherchenetzwerk.berlin@yahoo.com

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Uploaded on September 30, 2018