05.04.2017 – Berlin – Gedenken an Burak: War Rassismus das Motiv? 5 Jahre Ungewissheit – Wir fordern Konsequenzen!
Am 05.04.2017 haben in Berlin rund 150 Menschen an den ungeklärten Mord an Burak Bektas vor fünf Jahren erinnert. Die Teilnehmer versammelten sich an dem Ort, an dem der junge Mann erschossen wurde. Der damals 22-Jährige Burak stand in der Nacht vom 04. zum 05. April mit vier anderen Jugendlichen an der Rudower Straße vor dem Vivantes-Klinikums Neukölln, als sich der Täter der Gruppe näherte. Völlig unvermittelt und wortlos schoss er auf Burak und die anderen. Burak wurde tödlich getroffen, zwei seiner Freunde überlebten lebensgefährlich verletzt.

Die Tat wie auch das Tatmotiv ist bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt. Verwandte und Freunde des Getöteten vermuten Neonazis oder Rassisten als Täter. Die Polizei hat nach eigener Aussage keine Hinweise in diese Richtung, kann es aber auch nicht ausschließen. Von dem Täter fehlt nach wie vor jede Spur. Der Anwalt der Familie und die „Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak“ fordern nun eine unabhängige Kommission, die den Fall erneut untersuchen soll. Bei der Gedenkveranstaltung wurde außerdem der Sockels für die geplante Skulptur eingeweiht. Es war der Wunsch von Buraks Mutter einen sichtbaren und lebendigen Gedenkort für ihren Sohn zu schaffen.


Rund 150 Menschen haben sich am Abend des 5. April 2017 in Berlin-Neukölln versammelt, um an den ungeklärten Mord an Burak Bektaş vor genau fünf Jahren zu erinnern. Die Demonstranten, darunter die Eltern, Familienangehörige, Freunde sowie Bekannte von Burak - versammelten sich an dem Ort, an dem der junge Neuköllner erschossen wurde. Der damals 22-jährige Burak, der mit seiner Familie im Vogelviertel lebt, hatte sich an jenem Mittwochabend mit Freunden getroffen, sie hatten in einem nahen Park bis in die Nacht getrunken und gequatscht. Gegen Viertel nach eins stehen die fünf jungen Männer nahe der Bushaltestelle an der Rudower Straße, gegenüber dem Vivantes-Klinikums Neukölln. Plötzlich näherte sich der Täter der Gruppe, schoss völlig unvermittelt und wortlos auf Burak und die anderen. Burak wurde tödlich getroffen, zwei seiner Freunde überlebten lebensgefährlich verletzt. Die Überlebenden beschreiben die Tat als eine regelrechte Hinrichtung auf offener Straße.

Die Geschichte klingt vertraut: ein Mord mit einer Schusswaffe, das Opfer mit Migrationshintergrund, kein erkennbares Motiv, keine Worte. Das entspricht den Taten des Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Da der Mord an Burak bis heute nicht aufgeklärt ist, fragen sich Angehörige und Freunde, ob er auch aus rassistischen Motiven ermordet wurde. Auch die "Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak B.", die zu der Gedenkveranstaltung aufgerufen hatte, - vermutet einen rassistischen Hintergrund der Tat. Die Polizei hat nach eigener Aussage keine Hinweise in diese Richtung, kann es aber auch nicht ausschließen. Von dem Täter fehlt nach wie vor jede Spur.

Seit fünf Jahren ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall Burak Bektaş: erfolglos. Durchleuchtet wurde das Umfeld der jungen Männer, die Opfer der Attacke wurden: ohne Ergebnis. Keiner der damals 16- bis 22-Jährigen war in kriminelle Machenschaften verwickelt, die die Tat hätten erklären können. Zudem hatten die fünf Freunde sich zufällig getroffen, waren zufällig zu ebenjener Zeit an ebendiesem Ort: zu viele Zufälle für einen gezielten Anschlag. Auch als Einwanderer waren sie nicht unbedingt identifizierbar: Die jungen Männer türkischer, arabischer und russischer Herkunft sprachen Deutsch miteinander – und waren Anwohnern in der Tatnacht auch nicht durch störende Lautstärke aufgefallen. Der Täter, der nach den Schüssen einfach davonlief, hinterließ laut Ermittlern zu wenige Spuren, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können.

Die Initiative kritisiert die Ermittlungen seit Langem und werfen den Ermittlungsbehörden mangelnde Aufklärung vor. Die Polizei hat nach eigener Aussage keinerlei Hinweise in diese Richtung, kann es aber auch nicht ausschließen. Bis heute sucht die Polizei den Täter - oder auch nur ein Motiv. Die Tat geschah einige Monate nach der Aufdeckung der rechtsterroristischen Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Der Anwalt der Familie Bektas, Ogün Parlayan, sieht bei dem Fall durchaus Parallelen zum NSU-Komplex. Bei den Taten war eine Kaltblütigkeit zu beobachten. Die Opfer wurden praktisch hingerichtet, ohne dass es vorher eine Kommunikation zwischen Opfer und Täter gab. Nun fordert der Anwalt sowie die Initiative eine unabhängige Kommission, die den Fall erneut untersuchen soll.

Gedenkveranstaltung unter dem Motto "War Rassismus das Motiv? 5 Jahre Ungewissheit – Wir fordern Konsequenzen!“ begann mit der Präsentation der einer Ausstellung zu den vergangenen 5 Jahren des Kampfs um Aufklärung. Anschließend gab es verschiedene Redebeiträge der Anwälte, Initiative und Künstlerin. In Grußworten verschiedener Gedenkinitiativen wurden an Opfer anderer rassistischen Taten gedacht, unter anderem an den FU-Student Mahmud Azhar, der am 05. März 1990 - zwei Monate nach einem gewaltsamen, rassistischen Übergriffs auf dem Campus dieser Hochschule – verstarb. Ebenso gedachten die Teilnehmer an den

Die Teilnehmer gedachten ebenfalls an den damals 31-jährige Briten Luke Holland. Der Jurist Holland, der am 04. April 33 Jahre alt geworden wäre, wurde am 20. September 2015 in der Neuköllner Ringbahnstraße vor der Kneipe „Del Rex“ vom 63-Jährigen Rolf Z. erschossen. Der Waffennarr soll dem jungen Engländer morgens mit einer Schrotflinte in den Bauch geschossen haben. Die "Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş" hält einen Zusammenhang zwischen beiden Morden für möglich. Die Berliner Polizei hat dazu aber keine Erkenntnisse. In einer emotionalen Rede bekundeten die Eltern von Luke, die ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teilnahmen, ihre Solidarität mit Melek und Gülahmet Bektaș, den Eltern von Burak.

eteiligten sich die Eltern von Holland an der Gedenkveranstaltung und sprachen ebenfalls Grußworte aus.

Am Ende der Veranstaltung wurde der Sockel für die geplante Skulptur zur Erinnerung an Bektas feierlich eingeweiht. Viele Teilnehmer legten an dieser Stelle Blumen und Kerzen nieder. Es war der ausdrückliche Wunsch von Buraks Mutter - in der Nähe des Tatorts - einen sichtbaren und lebendigen Gedenkort für ihren Sohn zu schaffen. Der geplante Gedenkort steht für all den Schmerz, die Trauer und die Wut, welche seine Angehörigen seit dem Mord begleiten. Er soll den Angehörigen ein Ort des Gedenkens und der Begegnung sein sowie öffentlich darauf hinweisen, dass die Tat bis heute nicht aufgeklärt ist. Als Lernort soll er zur Auseinandersetzung mit unaufgeklärten, möglicherweise rassistischen Morden und alltäglichem Rassismus beitragen. Die Fertigstellung des Skulptur wird für das nächstes Jahr erwartet.

Die „zur Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak“ erhielt im vergangenen Jahr für ihr Engagement und den geplanten Gedenkort den Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee. Weitere Informationen zur Initiative gibt es hier:
burak.blogsport.de/

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Stand: Juli 2016

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