29.09.2018 – Berlin – Demonstration: „Liebig 34 verteidigen! Queerfemistische Kämpfe sichtbar machen!“
Am Abend des 29.09.2018 sind in Berlin über 2.500 Menschen auf die Straße gegangen, um sich mit den Bewohnern des feministischen Hausprojektes „Liebig 34“ zu solidarisieren. Anlass für den Protest ist die drohende Räumung des Hausprojektes in der Liebigstraße 34, denn Ende des Jahres läuft ihr zehnjähriger Pachtvertrag aus. Eigentümer des Wohnhauses ist die Familie Padowicz, da diese haben bislang nicht auf Gesprächsangebote der Bewohner reagiert hat, ist eine Verlängerung des Vertrages nicht in Sicht ist.
Die Familie Padovicz ist kein Unbekannter auf dem Berliner Immobilienmarkt. Schon mehrfach hat sie linke Hausprojekte übernommen und versucht, über Modernisierungen die alte Bewohnerschaft loszuwerden.

Auf Schilder und Transparente forderten die Demonstranten den Erhalt des Hausprojektes auf. Zudem richtete sich der Protest gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen, Gentrifizierung und soziale Ausgrenzung. Während der Veranstaltung kam es wiederholt zu Solidaritätsbekundungen von den umliegenden Wohnhäusern. Auf Dächern wurde dabei Feuerwerkskörper gezündet und Transparente heruntergelassen. Die Demonstration selbst verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Am Ende jedoch besetzten eine unbekannte Anzahl von Personen ein leerstehendes Wohnhaus am Weidenweg 63. Dieses wurde nach über fünf Stunden, in den frühen Morgenstunden geräumt.


Über 2.500 Menschen sind am Abend des 29. September 2018 in Berlin-Friedrichshain auf die Straße gegangen, um sich mit den Bewohnern des anarcha-queer-feministischen Wohnprojektes „Liebig 34“ zu solidarisieren. Anlass für den Protest ist die drohende Räumung des linksradikalen Hausprojektes in der Liebigstraße. Derzeit leben etwa 40 Menschen in dem Wohnhaus, darunter viele Frauen, Lesben und Transgender.
Doch zum Ende des Jahres läuft ihr zehnjähriger Pachtvertrag aus. Da der Eigentümer des Wohnhauses nicht auf Gesprächsangebote der Bewohner reagiert hat, ist eine Verlängerung des Vertrages nicht in Sicht ist.

Eigentümer des Wohnhauses ist die Familie Padowicz. Auf dem Berliner Immobilienmarkt ist Padovicz kein, rund 200 Häuser sollen ihnen allein in Friedrichshain gehören. Aus nicht wenigen Häusern werden wiederholt Beschwerden gemeldet Erst im April hat sich in Friedrichshain eine „Vernetzung von Padovicz-Betroffenen“ gegründet, die seitdem auf einem Internetblog Informationen über ihren Vermieter zusammentragen. Angeprangert werden dabei vor allem ausbleibende Instandsetzungsarbeiten und horrende Mieterhöhungen. Ebenfalls thematisiert wird das undurchsichtige Firmengeflecht der Familie.

Bereits in der Vergangenheit hat sie schon mehrfach linke Hausprojekte übernommen, darunter die Häuser in der Kreutzigerstraße 12 oder in der Scharnweberstraße 29. Dabei wurde versucht, über Modernisierungen die alte Bewohnerschaft loszuwerden. Da der Mietvertrag der „Liebig 34“ offenbar nicht mehr verlängert wird, dürfte es dieses Mal für den Großeigentümer Gijora Padovicz einfacher werden, die Bewohner loszuwerden. Vieles spricht derzeit dafür, dass das Gebäude aufwendig saniert und danach teuer vermietet werden soll. Auf Medienanfragen äußerte sich die Eigentümergesellschaft bislang nicht.

Aus diesem Grund hatten Unterstützerinnen der „Liebig 34“ zu einer Demonstration unter dem Motto „Liebig 34 verteidigen! Queerfemistische Kämpfe sichtbar machen!“ aufgerufen. Gegen 18.00 Uhr begann die Auftaktkundgebung auf dem Wismarplatz zunächst mit etwa 500 Personen. Rund um den Platz führten Polizeibeamte umfangsreiche Personenkontrollen durch. Nach einige Redebeiträgen setzte sich der Aufzug in Bewegung. Angeführt wurde sie von einem queerfeministischen männerfreien Block und einem Großaufgebot der Polizei.

Über die Grünberger Straße ging es zunächst über die Mainzer Straße, Scharnweberstraße und Kinzigstraße. Von dort aus zogen die Demonstranten über die Frankfurter Allee, Schreinerstraße und Rigaer Straße. Entlang der Route schlossen sich weiteren Menschen der Demonstration an. Schnell stieg die Anzahl der Teilnehmer auf über 2.500 Menschen an. Auf Schilder und Transparente forderten die Demonstranten den Erhalt der „Liebig 34“. Zudem richtete sich der Protest gegen Zwangsräumungen, steigende Mieten, Gentrifizierung und soziale Ausgrenzung. Immer wieder bekundeten Menschen von den Dächern der umliegenden Wohnhäuser ihre Solidarität mit den Demonstranten. Dabei wurden auf Dächern wiederholt Pyrotechnik gezündet und Transparente heruntergelassen.

Während die Demonstration friedlich und ohne besondere Zwischenfällen verlief, kam es am Ende – nachdem die Demonstration den Bersarinplatz erreicht hat – zu einer Hausbesetzung. Eine unbekannte Anzahl von Personen besetzten das leerstehende Wohnhaus am Weidenweg 63. Eigentümer dieses Hause ist die Familie Padovicz. Daraufhin wurde die Demonstration für beendet erklärt und viele Teilnehmer zogen zur angrenzenden Weidenweg. Über 100 Personen ließen sich auf dem Gehweg zu einer Sitzblockade nieder, um den anrückenden Polizeikräften den Zugang zur Gebäude zu hindern. Gegen 21.15 Uhr räumte die Polizei die Blockade vor dem Haus. Dabei kam es immer wieder zu Rangeleien zwischen den Demonstranten und der Polizei, in deren Verlauf mindestens eine Person festgenommen wurde.

Währenddessen gelangten die Einsatzkräfte über das Nachbarhaus auf den Hinterhof der „Weide63“ und betraten von dort aus das besetzte Haus. Dort kam es offenbar wiederholt zu Räumungsversuchen durch die Polizei, die mit mehreren Hundertschaften im Einsatz waren. Geräumt wurde das Haus allerdings nur teilweise, denn die Besetzerinnen hatten sich in einer Wohnung so sehr verbarrikadiert, dass es der Polizei erst nach fast sechs Stunden gelang, in die Wohnung zu kommen.

Alle Besetzer wurden nach und nach aus dem Haus getragen. Sie alle müssen mit Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs rechnen. Festgenommen wurden sie allerdings nicht, nach erkennungsdienstlichen Behandlungen wurden sie wieder freigelassen.

Bilder von der Hausbesetzung am Weidenweg 63 gibt es hier:


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Stand: August 2018

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