Sri Lanka
Colombo:
Eine typische asiatische Großstadt, ein Moloch, der unkontrolliert auswuchert und von Tag zu Tag, bedingt durch die Landflucht, wie in fast allen Ländern der Dritten Welt, größer wird. Der Name Colombo stammt vom singhalesischen Wort Kalamba, dies bedeutet Hafen, ab.
Übrigens stellt Colombo, wie schon seit Jahrhunderten, ein Spiegelbild, der Inselgesellschaft dar. Man sieht deutsche Luxuslimousinen auf den Hauptstraßen neben sogenannten Tuk-Tuk`s fahren, genauso wie den singhalesischen Geschäftsmann neben dem bettelnden Kleinkind. Es ist ein paradoxes Bild und für uns "wohlhabende" Europäer nur sehr schlecht zu verstehen und nachzuvollziehen.

Beruwela:
Ein vom Islam geprägter Ort, der vor über 1.000 Jahren von maurischen Händlern gegründet wurde. Hier findet man heute noch vornehme islamische Anwesen, die Moslems gehören, die ihren Wohlstand dem Handel mit Edelsteinen verdanken. Beruwela verfügt auch über das bedeutenste islamistische Bauwerk des Landes, die Kechimalai Moschee. Der Ort ist aber heute vorwiegend vom Tourismus geprägt, so befinden sich sehr viele Touristenhotels in Beruwela, davon einige sehr gute Luxushotels.
hier in Beruwela sind wir auch untergebracht gewesen.
Leider ist nichts mehr so wie es mal war. Der Tzunami hat alles verwüstet und ist sehr weit ins Land eingedrungen.
Gott sei Dank war ich noch in der Zeit vor diesem schrcklichen Ereignis dort.

Bentota:
Hierbei handelt es sich um einen Bade- und Touristenort, der seit sehr vielen Jahren (Sri Lanka ist das älteste Fernreiseziel der Deutschen) ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt darstellt. Die meisten Hotels, für Einheimische allerdings kaum zu bezahlen, befinden sich auf einer Halbinsel. Über Koggala gelangt man nach Hikkaduwa, dem ältesten und für lange Zeit auch bedeutensten Badeort der Insel. Vorher, in den 60er und 70er Jahren war Hikkaduwa Szenetreff der Hippies und Aussteiger. Die Aussteiger sind lange fort und den Rang als Touristenhauptstadt hat der Ort mittlerweile an Bentota und Beruwela abtreten müssen. Trotzdem sind hier immer noch gute Hotels vorhanden und Hikkaduwa hat sich teilweise auch noch etwas von seinem ursprünglichen Charme erhalten können. Mit etwas Glück lassen sich am Strand noch die berühmten Stelzenfischer beobachten, die aber heute mehr vom Trinkgeld der Touristen, als von Fischfang leben, beobachten. Hikkaduwa ist allerdings immer noch ein Geheimtip für Taucher geblieben. Das vorliegende Riff ist große Klasse.

Galle:
Die Stadt, mit heute rd. 100.000 Einwohnern, wurde im 17. Jahrhundert von den Portugiesen gegründet. Heute noch zu erkennen am Fort, welches sich malerisch über dem Meer erhebt.

Leider sind viele der historischen Bauten aufgrund der Witterung und der mangelnden finanziellen Mittel im Verfall begriffen. Vielleicht lassen sich die Kolonialbauten mit Finanzhilfe aus den wohlhabenderen Ländern doch erhalten. Die Gebäude wären es wert. Von Galle sind es noch ca. 70 Kilometer, man fährt über Weligama, bis zum südlichsten Punkt der Insel. Von hier bis zur Antarktis liegt kein Land mehr, also von Tropen bis zum ewigen Eis nur noch Wasser. Ein geographisch wichtiger, aber ansonsten relativ unbedeutender Ort. In Galle selbst sollte man einen Drink im Hotel Galle Face nehmen. Das Galle Face ist ein Haus im Kolonialstil. Hier fühlt man sich wie vor 100 Jahren, als wäre die Zeit stehen geblieben. Zurück nach Galle, von hier lohnt sich ein kurzer Abstecher nach Ambalangoda, der wirklichen Hochburg der singhalesischen Holzschnitzkunst. Hier gibt es eine Werkstatt, in denen man den Schnitzern bei der Arbeit zusehen kann, auch die Lackierungsarbeiten können begutachtet werden. Was hier gefertigt wird, ist absolute Handarbeit und zum großen Teil nicht mit den Arbeiten zu vergleichen, die an den Touristenstränden für "kleines Geld" angeboten werden. Es werden nur Natur- und keine Kunstfarben für die Lackierung verwendet, es ist alles absolute Handarbeit und die gefertigten Masken haben einen realistischen, historischen Hintergrund. Ich selbst habe in Ambalangoda eine Maske des Schlangengottes gekauft, die heute noch ein Schmuckstück in meiner Maskensammlung darstellt. Da wir die Südwestküste jetzt abgeklappert haben, fahren wir schnell zurück in Richtung Hauptstadt und treten von dort aus unsere nächsten Exkursionen an.

das Elefantenwaisenhaus
Im Elefantenwaisenhaus werden rund 80 indische Elefanten gehegt, gepflegt und versorgt. Vorwiegend handelt es sich um junge Elefanten, die von ihren Müttern alleingelassen wurden, oder deren Eltern von rücksichtslosen Wilderern erschossen wurden. Auch kranke Jungtiere werden hier von sehr bemühten Pflegern wieder gesund gepflegt. Das Elefantenwaisenhaus öffnet morgens um 08.30 Uhr. Sofort beginnt der Run auf das überdachte Freigehege, in dem die Jungtiere um 09.15 Uhr mit warmer Milch aus großen Flaschen gefüttert werden.
Vor allem für Kinder, aber natürlich auch für Erwachsene ist die Fütterung ein einmaliges Ereignis. Die ausgewachsenen Dickhäuter werden in Pinnawela für Arbeiten herangezogen. Sie transportieren Holzstämme und andere Lasten. Dies ist ein wichtiger Teil der Therapie, um die teilweise gequälten Tiere wieder an ein normales Leben zu gewöhnen auch wenn es nur als "Arbeitselefant" ist. In freier Wildbahn wären die meisten Tiere elendig verendet. Ich habe zum Beispiel einen dreibeinigen Elefanten dort gesehen, der im umkämpften Gebiet um Trincomalee auf eine Landmine getreten ist. In Pinnawela kann er wenigstens noch weiterleben. Bis zum nächsten Schauspiel verbleibt noch etwas Zeit, so dass man sich in aller Ruhe auf dem weitläufigen Gelände umsehen kann. In einer herrlichen Landschaft können sich die Elefanten frei bewegen, niemals fühlt man sich an einen Zoo oder einen Tierpark erinnert. Über die wenig befahrene Straße gelangt man das von flachen Felsen umsäumte Ufer des Maha Oya, einem Gebirgsfluss, der hier über etliche Stromschnellen in ruhigeres Gewässer übergeht. Das Flussufer auf der gegenüberliegenden Seite ist echte Dschungellandschaft, ein grüner Moloch, der bis an das Ufer reicht. In der Mitte des Flusses gibt es einige kleinere Sandbänke. Hier findet am frühen Vormittag das tägliche Elefantenbad statt.
Dies ist für jeden Betrachter ein Mordsspektakel, wenn 40 bis 50 Elefanten in den Fluss getrieben werden...
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