AMK - 2015-05-09 - 15. Molkegeburtstag - Openair
Pressestimme des "Bocholter Report"

Happy Birthday Alte Molke

Kulturort Alte Molkerei feiert 15-Jähriges
Von Klaus Rühling
Bocholt. Sonntagmorgen, 11 Uhr. Alte
Molkerei: Abdeckplanen wehen träge
im Wind, die Bühne steht einsam und
verlassen da, Pommesschalen liegen
verstreut herum, im Bierwagen kle-
ben abgestandene Getränkelachen
auf der Ablage. Ein Bulli biegt langsam auf das Veranstaltungsgelände. Berthold
Schlütter von der Technik steigt
aus und ruft Markus Salomo zu:
„Hammer! Ich bin immer noch geflasht von gestern!“
Das Open Air am Samstag war ein voller Erfolg. Bands unterschiedlichsten
Genres - von Rock über Pop bis hin zu Metal, von der Bläserabteilung der benachbarten musicschool über Stainless und No Control bis hin zur
Hausmarke Mälka, sorgen für volles Haus und gute Stimmung. Zwischendurch Einlagen vom Prüttsitzungsteam, Peters Bierstübchen dürfen nicht fehlen und
oben in der Alten Molkerei
arbeitet ein syrisch/schwedisches
Künstlerpaar mit einer
Klanginstallation, an der die Besucher Soundcollagen
produzieren können. Der
Veranstaltungstag zum 15-
jährigen Bestehen des Kulturortes
Alte Molkerei präsentiert sich als Konzentrat aus all dem, was die Kulturarbeit in der Molke seit eineinhalb Jahrzehnten ausmacht:
Konzerte, Theater, Cabaret,
Comedy und Ausstellungen
werden in einer Qualität geboten,
die für Aufhorchen weit über die Stadtgrenzen Bocholts hinaus sorgen.

Ohne Kettler keine Molke

„Alles begann recht unspektakulär
mit einem Schreiben der Stadt Bocholt“, erinnert sich Musiker und Kulturaktivist Markus Salomo, „der damalige Kulturamtsleiter
Georg Kettler hatte mich und
zehn weitere Kulturschaffende
angeschrieben und das
Angebot einer konzentrierten und geförderten Kulturarbeit gemacht!“ Helmut Hardes, damaliger Betreiber
des Hardes und Helios wusste
um freie Räumlichkeiten und so war der Standort Alte Molkerei gefunden.
Viel hat sich getan in den vergangenen fünfzehn Jahren.
Die Ausstattung ist besser
geworden, die Kulturarbeit
professioneller. „Das hat zur
Folge, dass auch bekanntere
Bands bei uns spielen und sich auf unsere Hauskonditionen einlassen. Es gibt nämlich keine feste Gage in
der Molke. Wir verteilen die
Einnahmen nach einem Schlüssel und somit trägt auch der Künstler immer ein Stück das Risiko der Zuschaueranzahl“.

Wünsche
Der Blick zurück auf zahllose Konzerte und Veranstaltungen
(rund 80 im Jahr) fällt positiv aus. So manches Highlight ist im Gedächtnis geblieben, auch Kurioses:
„Wir hatten mal fünf Bands hier. Gute Bands aus Aachen und Holland. Gekommen sind drei (!) zahlende Zuschauer. Das war aber nicht
ganz so schlimm, weil allein 30 Musiker da waren und den Zuschauerraum gefüllt haben!“ Beim Blick nach vorn hat Salomo konkrete
und durchaus kritische Gedanken:
„Unser Molketeam ist nun auch nicht mehr das jüngste. Also wünsche ich
mir junge Leute, die Lust haben,
ehrenamtlich bei der Kulturarbeit mitzumachen und mit frischen Ideen das Molkekonzept am Leben erhalten.
Ein weiterer großer Wunsch ist, dass noch mehr Bocholter zu unseren Veranstaltungen kommen. Die bekannten Acts, Gruppen und
Künstler sind fast immer super
besucht. Schön wäre es, wenn die Besucher mit ihrem Eintrittsgeld auch weniger bekannte Gruppen und
Künstler unterstützen würden.
Apropos Geld: Wir sparen immer wieder auf Dinge hin, die wir uns erst mal nicht leisten können. Technik
und Ausrüstung zum Beispiel. Dabei finde ich es äußerst wichtig, sparen zu müssen, als wenn jemand
käme und mal eben das Geld auf den Tisch legt. Was jetzt nicht heißt, dass wir uns nicht über jeden Spendeneuro freuen. Aber es sind die
immer wieder neu gesteckten Ziele, die uns antreiben und die das Molkeprojekt so spannend machen!“
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