Nordkorea - North Korea
Im Jahr 1985 (zugegeben dies ist schon eine Weile her) besuchte ich Nordkorea.
Abflug war am 05.05.1985 14.35 Uhr von Berlin-Schönefeld nach Moskau mit einer IL 62M der INTERFLUG. Von dort sind wir dann mit einer IL 62 der sowjetischen AEROFLOT nach Pjönjang weiter geflogen.
Ankunft in Pjöngjang war um 11.25 Uhr Ortszeit. Vom relativ kleinen Flughafen sind wir dann direkt in unser Hotel in Pjöngjang, dem Changwansan-Hotel gefahren. Dort gab es Essen in mehreren Gängen und wir konnten nachmittags einen Stadtbummel in Pjöngjang machen. Das Wetter war nicht so toll, es war ziemlich regnerisch und doch etwas kühl. Wir wurden wie Exoten bestaunt, denn Nordkorea begann zu diesem Zeitpunkt gerade damit, sich etwas für den Tourismus zu öffnen. Dies betraf in erster Linie die Auslandskoreaner. Diese wollten und sollten ihre alte Heimat besuchen und natürlich Devisen bringen.
Abends bekamen wir dann unser Taschengeld. Es waren 105 Won. Das war zwar nicht übermäßig viel, aber da alles andere im Reisepreis inbegriffen war, konnten davon Kleinigkeiten gekauft werden.
Im Verlauf der Reise kamen wir von Pjöngjang nach Wonsan einer Hafenstadt am Japanischen Meer, von dort ein Abstecher ins Diamantengebirge und dann nach Nampo einer Hafenstadt am Gelben Meer. Wir waren an der Demarkationslinie, in Panmunjong und in der alten Kaiserstadt Kaesong.
In Nordkorea herrscht der absolute Personenkult. Kim Il Sung war allgegenwärtig und sein Sohn Kim Jong Il hat seine Nachfolge angetreten.
Es gab praktisch nichts was der "große Führer der Nation" nicht vollbracht hat und was er nicht konnte. Das gipfelte dann auch noch darin, das er selbst Revolutionsopern verfasste. Eine davon durfen wir uns in Pjöngjang ansehen.
Das Land selbst ist extrem arm, aber die Menschen lassen es sich nicht anmerken. Sie sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. In den großen Städten ist das Leben natürlich auch wesentlich anders als in den ärmlichen ländlichen Gebieten. Auch wenn man uns nur heile Welt vorspielte, war das nicht zu übersehen.
Hier stichpunktartig einige Informationen aus eigener Erfahrung aus dieser Zeit:
- Der Staat hat das absolute Informationsmonopol, selbst an der Demarkationslinie war ein Radioempfang aus Südkorea nicht möglich
- alle Verkehrs- und Fernmeldeverbindungen enden an dieser Demarkationslinie (dies hat sich inzwischen wohl etwas gebessert)
- es gab keinen Kontakt zu Verwandten in Südkorea - erste Besuche haben in den letzten Jahren stattgefunden
- es gab keine privaten Autos (hätte sich sowieso keiner leisten können)
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