23. April 2016, Weißenfels
„Nationaler Widerstand“ ohne Mitstreiter erleidet Autopanne auf dem Weg zur Revolution
Eine Demonstration mit etwa 150 Teilnehmenden hatte Ronny Holzhauer – NPD-Kandidat zur Kommunalwahl 2014 – für den 23. April 2016 in Weißenfels angemeldet. Mobilisiert wurde im Namen der „Freien Kräfte Burgenlandkreis“ unter dem Motto: „Gemeinsam für unser Weißenfels – stoppt den Asylwahnsinn.“
Erschienen sind gerade einmal 46 Teilnehmende aus dem Burgenlandkreis, dem Saalekreis, Halle, Anhalt-Bitterfeld, Dessau und Thüringen. Aufgrund der wenigen Teilnehmenden haben sich die Organisierenden noch vor Beginn mit der Versammlungsbehörde verständigt, die geplante Route zu verkürzen. Die Versammlungsleitung übernahm spontan Robert Klug („Nationales Kollektiv Anhalt“) aus Bitterfeld-Wolfen, OT Greppin.
Gegen BRD, „Asylantenheime“ und für „Nationalen Sozialismus“ tönte der Mob durch die leeren Straßen von Weißenfels, als plötzlich das Lautsprecherfahrzeug schlapp machte. Der Kleinwagen vom „Kampfbündnis Mitteldeutschland“ aus Merseburg war heiß gelaufen, brauchte Öl, Kühlwasser und erstmal eine Pause. Deswegen musste zur Überbrückung ungeplant eine Zwischenkundgebung eingelegt werden. Auch die Reden für die geplante Abschlusskundgebung erfolgten dann gleich allesamt am qualmenden PKW. Aufgrund des Fahrzeugausfalles wurde nach dem Zwischenstopp die Route nochmals verkürzt und die Neonazis von dort aus direkt wieder zum Bahnhof eskortiert.
Als „Vertreter des deutschen Volkes, die die Schnauze voll haben“, versteht sich NPDler Andreas Karl gemeinsam mit den wenigen Anwesenden. „Frau Merkel und die Politgenossen … dieser Bundestags-Ferkel-Parteien, wie CDU, SPD, die Grünen, die Linken und diese ganze Politmafia, diese Marionetten des Großkapitals tragen die Verantwortung für den Schaden, der hier an unserem Volk angerichtet wird“, so Andreas Karl (NPD Burgenlandkreis) als Redner. „Und dafür werden diese Verbrecher eines Tages zur Verantwortung gezogen.“ „Unruhen“ und „furchtbare Ereignisse“ sieht Karl auf Deutschland zukommen. „Sorgt vor, organisiert euch, arbeitet mit der Polizei zusammen. Macht Bürgerwehren“, will er die wenigen Kameraden vor Ort anhalten.
Den Apell, mit der Polizei zusammen zu arbeiten, kann Versammlungsleiter Robert Klug so nicht stehen lassen: „Zusammenarbeit mit der Polizei? Niemals!“ sieht er sich gezwungen, nach der Rede von Andreas Karl zu ergänzen. Karl, zurück am Mikrofon, versucht zu beschwichtigen: „Wenn`s die Sicherheit betrifft. … wenn irgendwas eskaliert, bevor man selber etwas Dummes macht, sollte man erst die Polizei einschalten“, versucht er sich aus der Affäre zu ziehen. Nicht, dass noch jemand der anwesenden Kameraden annehmen würde, er hätte Akzeptanz für das staatliche Gewaltmonopol der Polizei.
Man solle sich vor Augen führen, „dass wenn wir aufgeben, dass Deutschland verloren ist“, fantasiert Jennifer Rodrian („Nationales Kollektiv Anhalt“). „Die Straße ist das, was uns geblieben ist. Denn wenn wir uns die Parteibüros, die Landtäge (sic) und den Bundestag angucken, da beginnt mit Sicherheit keine Revolution“, ist sich Rodrian sicher. Und weiter: „Das da oben sind … keine Volksvertreter, sondern Volksverräter. So ist es und so wird es bleiben, bis sich hier mal was ändert. … Die Revolution beginnt auf der Straße. … Wenn wir vor diesem System stehen. Und wenn wir vor diesen scheiß linken Antifanten stehen. Dann müssen wir eine Front bilden. Und dann müssen wir mit einer Front die alle zunichtemachen“, fabuliert sie vom gewaltsamen Vorgehen gegen die erklärten Feindbilder.
Michel Fischer (DIE RECHTE Thüringen) jammert darüber, dass sich die Bürger von Weißenfels nicht in die Demonstration einreihen. Seine Rede liest er monoton vom Smartphone ab. (Wie heißt das Gerät eigentlich im Kreis der „nationalen VolksgenossInnen“?) Dass die BRD „über eine Million Invasoren“ aufnimmt, kann Fischer nur als „asozial und kriminell“ bezeichnen. „Wir werden der Hammer sein, der dieser versifften antideutschen Politik den letzten Schlag versetzt“, schwadroniert der Neonazi aus dem Weimarer Land. Als anschließende Leseprobe gibt Fischer noch den Aufruf vom Mobililsierungsflyer für die Neonazidemonstration am 01. Mai in Erfurt zum Besten.
Versammlungsleiter Robert Klug spricht anschließend von „Asylschmarotzern und Aggressoren“, die „nicht mehr und nicht weniger als unser Land“ wollen. Die „Demokraten-Diktatur“ sei über den parlamentarischen Weg nicht zu verändern, meint Klug. Die Herzen der „Brüder und Schwestern“ wolle er erreichen, indem man die Leute einfach offen anspreche: „Hallo, ich bin der nette Nazi von nebenan.“ Man solle in Sportvereine, Feuerwehren und auch zu SPD-Stammtischen gehen und die „dumm und dämlich quatschen, die haben doch keine Argumente“, so Robert Klug, der in Vergangenheit bereits Stippvisiten in unterschiedlichen neonazistischen Strukturen, Organisationen und Parteien hinter sich hat. „In zehn Jahren wird keiner mehr von der Bundesrepublik Deutschland und Frau Merkel reden. Dann reden wir hier vom Deutschen Reich. Und das ist das Ziel“, schließt Klug seine Rede ab.
Eine Demonstration mit etwa 150 Teilnehmenden hatte Ronny Holzhauer – NPD-Kandidat zur Kommunalwahl 2014 – für den 23. April 2016 in Weißenfels angemeldet. Mobilisiert wurde im Namen der „Freien Kräfte Burgenlandkreis“ unter dem Motto: „Gemeinsam für unser Weißenfels – stoppt den Asylwahnsinn.“
Erschienen sind gerade einmal 46 Teilnehmende aus dem Burgenlandkreis, dem Saalekreis, Halle, Anhalt-Bitterfeld, Dessau und Thüringen. Aufgrund der wenigen Teilnehmenden haben sich die Organisierenden noch vor Beginn mit der Versammlungsbehörde verständigt, die geplante Route zu verkürzen. Die Versammlungsleitung übernahm spontan Robert Klug („Nationales Kollektiv Anhalt“) aus Bitterfeld-Wolfen, OT Greppin.
Gegen BRD, „Asylantenheime“ und für „Nationalen Sozialismus“ tönte der Mob durch die leeren Straßen von Weißenfels, als plötzlich das Lautsprecherfahrzeug schlapp machte. Der Kleinwagen vom „Kampfbündnis Mitteldeutschland“ aus Merseburg war heiß gelaufen, brauchte Öl, Kühlwasser und erstmal eine Pause. Deswegen musste zur Überbrückung ungeplant eine Zwischenkundgebung eingelegt werden. Auch die Reden für die geplante Abschlusskundgebung erfolgten dann gleich allesamt am qualmenden PKW. Aufgrund des Fahrzeugausfalles wurde nach dem Zwischenstopp die Route nochmals verkürzt und die Neonazis von dort aus direkt wieder zum Bahnhof eskortiert.
Als „Vertreter des deutschen Volkes, die die Schnauze voll haben“, versteht sich NPDler Andreas Karl gemeinsam mit den wenigen Anwesenden. „Frau Merkel und die Politgenossen … dieser Bundestags-Ferkel-Parteien, wie CDU, SPD, die Grünen, die Linken und diese ganze Politmafia, diese Marionetten des Großkapitals tragen die Verantwortung für den Schaden, der hier an unserem Volk angerichtet wird“, so Andreas Karl (NPD Burgenlandkreis) als Redner. „Und dafür werden diese Verbrecher eines Tages zur Verantwortung gezogen.“ „Unruhen“ und „furchtbare Ereignisse“ sieht Karl auf Deutschland zukommen. „Sorgt vor, organisiert euch, arbeitet mit der Polizei zusammen. Macht Bürgerwehren“, will er die wenigen Kameraden vor Ort anhalten.
Den Apell, mit der Polizei zusammen zu arbeiten, kann Versammlungsleiter Robert Klug so nicht stehen lassen: „Zusammenarbeit mit der Polizei? Niemals!“ sieht er sich gezwungen, nach der Rede von Andreas Karl zu ergänzen. Karl, zurück am Mikrofon, versucht zu beschwichtigen: „Wenn`s die Sicherheit betrifft. … wenn irgendwas eskaliert, bevor man selber etwas Dummes macht, sollte man erst die Polizei einschalten“, versucht er sich aus der Affäre zu ziehen. Nicht, dass noch jemand der anwesenden Kameraden annehmen würde, er hätte Akzeptanz für das staatliche Gewaltmonopol der Polizei.
Man solle sich vor Augen führen, „dass wenn wir aufgeben, dass Deutschland verloren ist“, fantasiert Jennifer Rodrian („Nationales Kollektiv Anhalt“). „Die Straße ist das, was uns geblieben ist. Denn wenn wir uns die Parteibüros, die Landtäge (sic) und den Bundestag angucken, da beginnt mit Sicherheit keine Revolution“, ist sich Rodrian sicher. Und weiter: „Das da oben sind … keine Volksvertreter, sondern Volksverräter. So ist es und so wird es bleiben, bis sich hier mal was ändert. … Die Revolution beginnt auf der Straße. … Wenn wir vor diesem System stehen. Und wenn wir vor diesen scheiß linken Antifanten stehen. Dann müssen wir eine Front bilden. Und dann müssen wir mit einer Front die alle zunichtemachen“, fabuliert sie vom gewaltsamen Vorgehen gegen die erklärten Feindbilder.
Michel Fischer (DIE RECHTE Thüringen) jammert darüber, dass sich die Bürger von Weißenfels nicht in die Demonstration einreihen. Seine Rede liest er monoton vom Smartphone ab. (Wie heißt das Gerät eigentlich im Kreis der „nationalen VolksgenossInnen“?) Dass die BRD „über eine Million Invasoren“ aufnimmt, kann Fischer nur als „asozial und kriminell“ bezeichnen. „Wir werden der Hammer sein, der dieser versifften antideutschen Politik den letzten Schlag versetzt“, schwadroniert der Neonazi aus dem Weimarer Land. Als anschließende Leseprobe gibt Fischer noch den Aufruf vom Mobililsierungsflyer für die Neonazidemonstration am 01. Mai in Erfurt zum Besten.
Versammlungsleiter Robert Klug spricht anschließend von „Asylschmarotzern und Aggressoren“, die „nicht mehr und nicht weniger als unser Land“ wollen. Die „Demokraten-Diktatur“ sei über den parlamentarischen Weg nicht zu verändern, meint Klug. Die Herzen der „Brüder und Schwestern“ wolle er erreichen, indem man die Leute einfach offen anspreche: „Hallo, ich bin der nette Nazi von nebenan.“ Man solle in Sportvereine, Feuerwehren und auch zu SPD-Stammtischen gehen und die „dumm und dämlich quatschen, die haben doch keine Argumente“, so Robert Klug, der in Vergangenheit bereits Stippvisiten in unterschiedlichen neonazistischen Strukturen, Organisationen und Parteien hinter sich hat. „In zehn Jahren wird keiner mehr von der Bundesrepublik Deutschland und Frau Merkel reden. Dann reden wir hier vom Deutschen Reich. Und das ist das Ziel“, schließt Klug seine Rede ab.
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