Sonatina 2019 Födekam Ostbelgien
Musik: Neunter ostbelgischer Solistenwettbewerb von Födekam in Weywertz / Teilnehmer erzielten achtbare Resultate

„Sonatina“ brachte viele Instrumente zum Klingen

Weywertz

Junge Musiktalente aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben am Sonntagnachmittag auf Einladung des ostbelgischen Musikverbandes an einem Solistenwettbewerb „Sonatina“ im Pfarrheim Weywertz teilgenommen. Unter den elf Teilnehmern werden sechs Jungmusiker am nationalen Solistenwettbewerb in Kortrijk teilnehmen, den Födekam in Zusammenarbeit mit dem wallonischen Musikverband USM und dem flämischen Verband Vlamo austrägt.

Von Lothar Klinges

Die Musikschüler erzielten als Solisten von den Juroren Pascal Devroye, Vincent Dujardin und Luc Marly beste Noten, unter ihnen auch Anne-Sandrine Wattler aus Elsenborn. Die 14-jährige Schülerin des dritten Mittelschuljahres am Bischöflichen St. Marieninstituts Büllingen, die das achte Jahr der Musikakademie Malmedy besucht und seit vier Jahren im Elsenborner Tambourkorps spielt, hatte über ihre Vettern und Kusinen sowie von einem Mitglied des Tambourkorps von dem Solistenwettstreit gehört. Sie liebt vor allem die Querflöte, da sie ein Instrument ist, das man sowohl allein als auch in Verbindung mit anderen Instrumenten und auch in einem Verein spielen kann. Neben dem Musikunterricht an der Akademie Malmedy und der Querflöte in Weisme, übt sie zudem wöchentlich mehrere Stunde. "Der Solistenwettbewerb war für mich sehr interessant, auch um neue Erfahrungen sammeln zu können."

Mit viel Engagement und Durchhaltewillen hatten sich die elf Teilnehmer/innen im Vorfeld des Solistenwettbewerbs vorbereitet. Ganz abgesehen von der erreichten Punktzahl oder der Position in der Rangliste wird sich die ganze Vorbereitungszeit für alle Teilnehmenden bereits als gewinnbringend erwiesen haben, meinte Marc Lemmens, der durch das Programm führte. „Ich bin begeistert von der sehr schönen Musik, die auf sehr hohem Niveau präsentiert wurde. Ich haben wirklich echte Finalisten zu Gehör bekommen, ganz tolle Musiker", freute sich Marc Lemmens.

Födekam-Präsident Horst Bielen gratulierte allen Solistinnen und Solisten, die sich für die Teilnahme entschieden hatten und allen, die diese jungen Menschen dabei unterstützt hatten. Am Sonntag wurden die Teilnehmer(innen) von Damien Girs am Klavier begleitet.

Neben den sechs qualifizierten ostbelgischen Solisten/innen - Anne Sandrine Wattler, Yannick Bach, Simon Treinen, Matthias Saam, Michelle Thomé und Ramona Meessen, nehmen seitens der U.S.M. und der VLAMO die bei den überregionalen Wettbewerben in der Wallonie und Flandern qualifizierten Musiker/innen am nationale Solistenwettbewerb 19. Mai in Kortrijk teil.

IN ZAHLEN
An dem ersten ostbelgischen Solistenwettbewerb nahmen elf junge Musiker teil. Dabei erhielten sie folgende Noten:

Kategorie Sonatine (Mittelstufe)
Anne Sandrine Wattler, Elsenborn - Querflöte: 90,66 %
Yannick Bach, Schönberg - Sax Alto: 89,33 %
Damien Nebie, Membach - Trompete: 85,66 %

Kategorie Sonate (Oberstufe)
Florence Simons, Neidingen - Querflöte: 87,33 %
Noah Reusch, Recht - Sax Alto: 85,33 %
Yannik Theissen, Alster - Trompete: 80 %
Simon Treinen, Eimerscheid - Trompete: 91 %
Matthias Saam, Born - Perkussion: 94 %

Kategorie Concerto (Höchststufe)
Michelle Thomé, Mirfeld - Querflöte: 88 %
Therese Letocart, Raeren - Querflöte: 85,33 %
Ramona Meessen, Hergenrath - Sax Alto: 96,33 %


HINTERGRUND
Die Idee des nationale Wettbewerbs entstand in Ostbelgien

Der Gedanke, einen Solistenwettbewerb auf nationaler Ebene durchzuführen, kam bei den Mitgliedern von Födekam 2010 auf, erzählte Marc Lemmens, der zusammen mit Arnold François und Werner Bauters von der Födekam-Musikkommission, den ersten Solistenwettbewerb organisiert und durchgeführt hatte. Marc Lemmens, der Mitglied der technischen Musikkommission des „Vlaamse Amateurmuziekorganisatie“ (Vlamo) ist, wusste von einem Solistenwettstreit, der auf Ebene der flämischen Region nach den Ausscheidungswettbewerben auf Provinzebene, durchgeführt wurde. „Es war unser Wunsch einen gesamtbelgischen Wettbewerb durchzuführen“, erläuterte der 54-jährige Klarinettist und Dirigent.

Im Juni 2010 fand ein erstes Treffen der drei Verbände Vlamo (Flandern), der Union des sociétés musicales (USM) unter der Leitung des Präsidenten Jean-Marie Xhonneux aus Montzen und Födekam in Kelmis statt. In der Folge trafen sich die Vertreter der drei Dachverbände mehrmals, um ein gemeinsames Reglement für ganz Belgien zu erarbeiten. Es wurde dafür plädiert, sich in einer ersten Etappe auf drei Kategorien (Mittelstufe, Oberstufe und Höchststufe) für Solisten zu konzentrieren. „Mit diesem Wettstreit aus allen Instrumentenfamilien möchten wir individuelle Musiker fördern, um die Qualität zu steigern, was letztlich wieder unseren Musikvereinen zu Gute kommt.“ Besonders in Flandern wird eine qualitative Jugendförderung betrieben, gehört Flandern doch zur Weltelite, weiß der gebürtige Kelmiser, der in Sourbrodt wohnt. „Der Aufwand bei der Förderung eines Musikers ist vergleichbar mit dem eines Sportlers, nur hat der Sport eine stärkere Lobby“, gibt sich Marc Lemmens kritisch.

Nachdem das gemeinsame Regelwerk erstellt worden war, kam es 2011 zu einem „Testlauf“, bevor Födekam in 2012 erstmals den nationalen Wettbewerb für Solisten ausgetragen hat. Bei der Auswahl der Schwierigkeitsgrade der Werke richtet man sich am Katalog der flämischen Organisation aus. Jeder Teilnehmer darf sich in voller Freiheit für ein oder mehrere Werke entscheiden. (kli)
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