Passionsspiele 2019 Proben 09.02.2019
Schönberger Passionsspiele 2019 in St.Vith. Probetag am 09.02.2019 in der BS St.Vith
Passio 2019: Premiere am 23. März im Triangel St.Vith - Letze Phase der Vorbereitungen in St.Vith - Noch fünf Wochen bis zu den Passionsspielen - "Mit jeder Probe wachse ich mehr in meine Rolle hinein"

St.Vith

Drei Vorstellungen von insgesamt zehn Aufführungen der Schönberger Passionsspiele im Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel St.Vith sind bereits im Vorverkauf fast ausgebucht. Am Ende werden wohl 5000 Besucher von nah und fern zu Zeugen des Bühnengeschehens geworden sein.

von Lothar Klinges

Schon lange kündigen Plakate und Flyer das große Ereignis an. Das Zuschauerinteresse im Vorfeld ist sehr groß, viele der verfügbaren Eintrittskarten sind schon im Vorverkauf weggegangen, freut sich Marlene Backes vom Organisationsteam.

Unter den Besuchern befinden sich auch viele Gäste aus dem Raum Aachen, Euskirchen, Schleiden und aus dem Großherzogtum Luxemburg. Marlene Backes, Präsidentin des Passio-Teams weiß, dass im Vorfeld der Passionsspiele neben den eigentlichen Proben an viele Details zu denken ist. So sind Platzanweiser zu suchen, die die Besucher zu den Plätzen führen, für den Ausschank im Triangel muss gesorgt und eine ansprechende Werbetafel für den Kreisverkehr in St.Vith hergestellt werden, um nur einige Dinge zu erwähnen. Daher freut sich die Vorsitzende mit Rudi Kohnen als Vizepräsident, Hermann Joseph Christen als Schriftführer und Herbert Grommes als Kassierer auf einen starken Mitarbeiterstab bauen zu können. Zu den engen Mitarbeitern zählen auch Ingrid Krämer für den Kartenverkauf, Rose-Marie Theodor (Spielerbetreuung), Hubert Gallo (Verteilung der Werbung), Reinhold Collas (Bühnenaufbau) und Dechant Claude Theiss. "Jeder hat seinen Aufgabenbereich: Werbung, Finanzen, Karten, Organisation, Spielerbetreuung bei Proben und Aufführungen, Schriftführer und Kontakt zu den europäischen Gruppen", unterstreicht Marlene Backes.

Seit September laufen in St.Vith die Proben für die sechsten Passionsspiele auf Hochtouren. Nur noch fünf Wochen trennen die Laienschauspieler von der Premiere am 23. März 2019.

Mit den in der Regel alle fünf bis sechs Jahre (1993, 1998, 2003, 2007, 2012) stattfindenden Passionsspielen reiht sich der kleine Eifelort im mittelern Ourtal in den großen Verband der Passionsspielorte Europas (Europassion) ein, dessen Mitglied er seit 1996 ist. Dem Verband gehören über 80 Spielgemeinschaften aus 15 europäischen Ländern an, darunter so bekannte Orte wie Oberammergau in Bayern oder das österreichische Sankt Margarethen. So haben sich bereits 75 Personen aus Slovenien, aus Deutschland und Österreich zu den Passionsspielen in St.Vith angemeldet.

Es hat viel mit Leidenschaft zu tun, wenn sich 58 Spieler/innen im Alter von zehn bis 78 Jahren zusammenfinden, um das Leiden und Sterben Jesu in Szene zu setzen. Die meisten kommen aus den Pfarrverbänden Amel, Büllingen und St.Vith. 29 Personen nehmen erstmals an den Passionsspielen teil, darunter auch der 62-jährige Gerhard Schröder aus Rocherath, der von den letzten Passionsspielen 2012 so begeistert war, dass er damals Regisseur Alfons Velz berichtete, es für möglich zu halten, an den Passionsspielen aktiv teilzunehmen. Als im Frühjahr 2018 ein Aufruf in der Zeitung erfolgt war, wonach Schauspieler und freiwillige Helfer gesucht wurden, hatte er aber aus Respekt vor seiner Frau davon Abstand genommen, denn bereits montags und freitags pflege er das Kartenspiel und wollte nicht noch an weiteren Abenden zu Hause fehlen", erinnert sich Gerhard Schröder. Seine Frau Monika Rader spürte aber, dass ihr Mann großes Interesse an den Passionsspielen hatte, woraufhin sie selbst zum Mitmachen bereit war. "Mir fiel ein Stein vom Herzen", erzählte der pensionierte Postangestellte. Seitdem steigert sich seine Begeisterung von Probe zu Probe, "denn das Zusammensein ist so herrlich. Es wird von Woche zu Woche schöner." Die Regisseure meinten, dass er entweder den Judas oder den Kaiphas darstellen könnte. "Zusammen mit meiner Frau sind wir die Texte durchgegangen, woraufhin meine Frau meinte, dass ich kein Judas sei, sondern eher ein Kaiphas." Mit Theaterspiel hatte der pensionierte Postangestellte bisher noch keine Erfahrung gemacht, wenngleich er ein gerngesehener Gast als Büttenredner im Karneval ist. "Als Büttenredner ist man alleine und für sich verantwortlich, während es im Theater auf das Zusammenspiel ankommt." Auf der biblischen Ebene spielt Gerhard Schröder den Kaiphas, auf der modernen Ebene stellt er einen Freund dar. "Mit 62 Jahren muss ich meine Rolle schon intensiv einstudieren, was viel Zeit in Anspruch nimmt, denn ohne Proben ist es einfach nicht möglich. Mit jeder Probe wachse ich immer mehr in meine Rolle hinein."

Hinzu kommen noch weitere Darsteller, die das "Volk" spielen. Am Ende werden über 80 Personen auf der Bühne stehen. Auch hinter den Kulissen herrscht seit Wochen reges Treiben. Da ist die Gruppe der vierzehn Näherinnen, die für die Kostümanprobe im Einsatz sind. Weitere zehn Personen werden als Maskenbildner tätig sein, während andere für das leibliche Wohl bei Proben und Aufführungen sorgen werden.

In der Eifel grassiert jedenfalls das Passionsspielfieber: die letzte Phase der Proben für die Spiele 2019 ist voll im Gange. Bis zur Premiere wird vier Mal wöchentlich zu den unterschiedlichsten Zeiten geprobt, damit alle Spieler(innen) in ihren jeweiligen Szenen teilnehmen können.

Die Hauptrollen auf der historischen und der modernen Ebene verlangen von den Darstellern viel Zeit, Geduld und persönlichen Einsatz, damit die Schlüsselszenen realistisch und authentisch wirken. Auch die Nebenrollen wurden akribisch besetzt, es muss alles stimmig sein, damit die eigentliche Botschaft, die Auseinandersetzung mit Tod, Leid, Trauer und Auferstehung für den Zuschauer deutlich wird und ihn zum Nachdenken anregt. Jeder Darsteller hat sich individuell in seine Rolle eingearbeitet, bringt sein eigenes Wesen ein, um sich bestmöglich mit der darzustellenden Person zu identifizieren.

Trotz der großen Ernsthaftigkeit und Genauigkeit, mit der auch an kleinsten Details gearbeitet wird, kommt der Spaß nicht zu kurz. Die Darsteller haben Freude an dem, was sie tun, das wurde an den Probentagen deutlich spürbar. Das Passionsspiel fordert und fördert die Gemeinschaft, auch darum soll es gehen. Etwa die Hälfte der Spieler haben bereits bei den Passionsspielen der vergangenen Jahre mitgewirkt und sind von einfachen Statisten in tragende Rollen hineingewachsen.

Die engagierten Regisseure Alfons Velz und Robert Schmetz, die sich eher als Animatoren und Beobachter, als Impulssender und Impulsempfänger verstehen, sind mit vollem Einsatz dabei, damit auch die Übergänge der 27 Szenen ineinander greifen.
Zu einem späteren Zeitpunkt gehen wir näher auf den Inhalt der Passionsspiele insbesondere auf die aktuelle Ebene ein.

Premiere ist am Samstag, 23. März 2019 im Triangel
Zehn Aufführungen im März-April 2019

Wie bei den Passionsspielen im Jahr 2012, werden die Spiele zum zweiten Mal im St.Vither Triangel aufgeführt, was vieles vereinfacht. Eine fünfzehn Meter breite Leinwand ermöglicht zudem zu jeder Szene ein passendes Bühnenbild.
Hier nun die Aufführungsdaten: Samstag, 23. März, 19 Uhr: Premiere / Sonntag, 24.März, 15 Uhr / Freitag, 5. April, 20 Uhr / Samstag, 6. April, 15 Uhr und 19 Uhr / Sonntag, 7. April, 15 Uhr / Samstag, 13. April, 19 Uhr / Sonntag, 14. April, 10.30 Uhr und 15 Uhr / Karfreitag, 19. April, 18 Uhr. Kartenvorverkauf bei Ingrid Krämer, Tel. 080/420800, e-Mail: karten@passio.be oder im Triangel, 080/440320, e-Mail: info@triangel.com
Erwachsene 15 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren: 8 Euro. Konto: BE84 3630 8046 3459. Die Karten können auch im Triangel abgeholt werden.
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