Musikakademie Chorkonzert 2019
31. März 2019 in der Weywertzer Michaelspfarrkirche
Musik: Chorkonzert mit 250 Schülern der Musikakademie in Weywertz - Viele musikalische Glanzlichter gesetzt
Ein besonderer "Ton" lag in der Luft

Weywertz

Bereits zum siebten Mal fand das Chorkonzert der Musikakademie in der Weywertzer Pfarrkirche statt. Erstmals begrüßte der neue Akademie-Direktor Luc Marly freudestrahlend am Sonntagnachmittag die zahlreichen Schüler und Gäste in der Michaelskirche, die fest in Kinder- und Jugendhand war.

von Lothar Klinges

Diesmal waren über 250 Jungen und Mädchen, Jugendliche und Erwachsene aus den fünf Eifelgemeinden zum traditionellen Chorkonzert vereint und präsentierten einige musikalische Leckerbissen vor rund 800 Zuhörern. Von Probenhektik und Lampenfieber in der Kirche, die proppenvoll war, keine Spur. Das Erfolgsrezept steuerten die Kinder und Jugendlichen selbst bei: Sie waren mit Feuereifer und vor allem jeder Menge Spaß und Freude bei der Sache. Ja, es herrschte in der Pfarrkirche eine ausgesprochen fröhliche Stimmung. Vielleicht liegt das ja tatsächlich am gemeinsamen Gesang.

Beim Schülerkonzert zeigte sich wiederum, dass die Bemühungen in der Musikerziehung wirklich Erstaunliches hervorbringen. "Wir möchten den Kindern Freude am Chorsingen vermitteln", erklärte der Akademie-Direktor, das Ziel des Schülerkonzertes. Viele junge Leute haben gerade über die Musikakademie den Weg zu Chören gefunden, die das alte Repertoire mit dem neuen zu verbinden wissen.

Von Anfang an lag ein besonderer „Ton“ in der Luft. Zu den Gästen gehörten die Eltern, die Geschwister, Großeltern, Freunde und viele Musikliebhaber. Sie alle bildeten ein aufmerksames und vor allem dankbares Publikum, das die Kids, Teenies und erwachsenen Sänger so richtig genießen konnte. Die gute Laune sprang gleich zu Beginn auf die Zuhörer über, welche die Kinder und Jugendlichen nach jedem Lied mit viel Applaus verwöhnten.

Die Dozenten Sarah Heutz, Simone Mertes, Tanja Schmitz und Guido Niessen präsentierten zunächst mit den Schülern der Unterstufe A (1. Jahr) mit "Mathematik"-Rap eine Zahlenspielerei von Lorenz Maierhofer. Schon hier zeigte sich, dass die Kinder mit ihren hellen Stimmen viel Talent zeigten, sowie auch in dem rhythmischen Lied "Dracula"-Rock des bekannten deutschen Liedermachers Fredrik Vahle. Hier konnte man die große Freude bei den Kindern förmlich anfassen.

Die gleichen Lehrer unterrichten mit Darinka Theissen und Marc Lemmens im zweiten Jahr (Unterstufe B) der Musikerziehung. Sie brachten mit ihren Schülern mit dem frohen Werk „Musik ist eine Sprache, die jeder versteht“ von Julia Schreiner freudige ausdrucksstarke Stimmen zu Gehör.
Mit Nachdenklichkeit und innerer Anteilnahme stimmten die Kinder in das von Ursula Neumann und Jürgen Terhag komponierte tiefsinnige Lied "Das Wunder" ein. Im Wechsel vom zügigen zum ruhigen Takt wurde hier ein gesungenes Gespräch mit einem Flüchtlingskind vorgetragen, das am Ende in eine Freundschaft über die kulturellen Grenzen hinaus einmündete. Erstaunlich, wie die Lehrer es immer wieder schaffen, den Kids die Freude am mehrstimmigen Gesang zu vermitteln. Der langanhaltende Beifall zeigte auch hier, wie die Freude der Kinder das Publikum unmittelbar erfasste und in ihren Bann zog.

Amanda Jouck, Darinka Theissen und Matthias Verniers, Lehrer(innen) der Mittelstufe (3. Jahr) präsentierten mit „ihren“ Kindern das "Sägewerk Bad Segeberg" von Wise Guys, gefolgt vom dreistimmigen synchronen Kanon des kongolesischen Volksliedes "Banaha - Sisi, sisi, Dolada", der wiederum zeigte, wozu die Schüler bei entsprechender Anleitung fähig sind.

Erwachsene des zweiten und vierten Jahres (Unterstufe B und Mittelstufe) präsentierten, auch hier wieder bei aufmerksamer und einfühlsamer Instrumentalbegleitung, unter der Leitung von Sarah Heutz und Marc Lemmens "All I have to do is dream", eine anspruchsvolle humorvolle Ballade von Bodleaux Bryant nach einem Satz von Wilfried Raschke, sowie die Hymne an die Musik "Musik ist eine Brücke" von Ulf Firke in einem Arrangement von Guido Niessen. Diese beiden Beiträge brachten die Freude am gemeinsamen Singen zum Ausdruck und beschrieben Leid und Begeisterung am Chorsingen.

Zum Abschluss des 60-minütigen Konzertes präsentierten zusammen mit den feinen, klaren Stimmen der Schüler des fünften Jahres von Amel und St.Vith, die Schüler der Combo-Klasse unter der Leitung von Olivier Chavet das Werk "An Wunder" von Wincent Weiss. Und schließlich brachte die hochmotivierte klangschöne Gruppe der Oberstufe (4. Jahr) und Exzellenzstufe (5. Jahr), von Sarah Heutz, Amanda Jouck und Guido Niessen intensiv begleitet, ihre Top-Acts, so das vierstimmige ruhige Werk „Cantamus“ des 63-jährigen österreichischen Musikpädagogen Lorenz Maierhofer und "Das Lama" von Jörg Edelmann perfekt bis in alle Feinheiten zu Gehör.

Eindrucksvoll, wie die Schüler(innen) auch das berühmte "Applaus, Applaus" der Sportfreunde Stiller in Begleitung der Band der Combo-Klasse zum Teil ohne Notenblatt in geschliffener Intonation präsentierten. An der ernsthaften Gelassenheit der Schüler konnte man die Freude über ihren meisterhaften Vortrag erkennen.

Damit ging ein Konzertnachmittag zu Ende, der viele Menschen berührt und die Dynamik der Musikakademie mit ihrem Direktor und ihren Musikpädagogen zum Ausdruck gebracht hat. Auch im Zeitalter von Computer und Fernseher ist es möglich, hunderten Schülerinnen und Schülern der Akademie-Süd das Singen als ein Medium zu vermitteln, das junge Menschen füreinander öffnet, eine gemeinsame Schaffenskraft entstehen lässt und damit einen wichtigen Beitrag zu einer sinnvollen, kulturellen Freizeitgestaltung leistet.
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