Treffen 16.03.2019 in St.Vith - minis on tour
Ministranten-Wallfahrt 2019 nach Rom-Assisi. Vorbereitungstreffen der Ministranten und Begleitpersonen am 16. März 2019 in St.Vith
Kirche: 379 Ministranten und Begleitpersonen pilgern nach Rom und Assisi

Ostbelgiens Messdienerwallfahrt in den Startlöchern

St.Vith

„Nur noch drei Wochen trennen uns von Ostbelgiens fünfter Messdienerwallfahrt“, sagte ein freudestrahlender Willy Margraff, der nach vielen Monaten des Planens als Pilgerleiter zusammen mit 71 Begleitpersonen die Pilgergruppe von 379 Teilnehmern nach Rom und Assisi begleiten wird.

von Lothar Klinges

Nach 2000, 2004, 2009, 2015 mit damals 384 Ministranten und Begleitpersonen brechen am Montag, 8. April 2019, 308 Ministranten im Alter von 14 bis 18 Jahren, sowie 71 Begleitpersonen aus den neun ostbelgischen Pfarrverbänden zu einem Abenteuer auf, das sich nicht als eine touristische Fahrt sondern als eine Pilgerreise versteht, wie der Leiter mit Blick auf die zwölf Lebensregeln der Ministrantenwallfahrt betonte, auch wenn es bei den Jugendlichen mit der ostbelgischen Frohnatur zweifellos nicht bierernst zugehen wird.

Mit kreativen Ideen haben die jungen Menschen in den vergangenen Monaten die finanziellen Rahmenbedingungen für die Fahrt nach Rom zu verbessern versucht. In verschiedenen Pfarrverbänden wurden Veranstaltungen mit Verkaufsangeboten durchgeführt, um den einen oder anderen Euro zur Deckung der Reisekosten zu erarbeiten. Vor allem die Kalender-Aktion im Herbst 2018 mit 4.929 (2015:4.800) verkauften Kalendern und die Lasagne-Aktion, bei der stolze 15.700 Portionen (2015: 14.280) zu 400 Gramm dieser italienischen Spezialität ostbelgienweit verkauft wurden, konnten die Reisekosten erheblich senken, so dass Horst Reiter, im Organisationsteam verantwortlich für die Finanzen, mitteilen konnte, dass eine letzte Überweisung seitens der Messdiener nur mehr 20 Euro betragen muss.

Im Grunde hat die Pilgerreise "minis on tour" bereits im Sommer 2018 begonnen, bemerkte Willy Margraff mit Blick auf seinen Pilgerstab, der ihn seitdem begleitet und auf dem die verschiedenen vorbereitenden Treffen eingraviert sind. Dem 15-jährigen Joé Delges aus Recht oblag es diesmal, das Treffen vom vergangenen Samstag in den Pilgerstab einzukerben. Die Vorfreude war am Samstag spürbar, als sich die große Ministrantenschar auf dem Schulhof, im Turnsaal und in den Klassenräumen des Maria-Goretti-Instituts (MG) versammelte, um nicht nur einander kennenzulernen, sondern auch letzte Hinweise zu erhalten. Für Willy Margraff, der auf ein achtköpfiges Organisationsteam und eine feste Betreuercrew bauen kann, die sich in den vergangenen Monaten über zehn Mal in Weywertz getroffen hat, geht es nicht nur um die äußere Organisation dieses kirchlichen Großereignisses, sondern auch darum, dass "wir unsere Ministranten in diesen Tagen in unserem Gebet mittragen und Gott bitten, ihnen eine gute Pilgerfahrt mit vielen Begegnungen untereinander und mit Gott selbst zu schenken." Beeindruckend war, als der Pilgerleiter zu einem Augenblick der Stille und des Gebetes einlud: "Gott, segne Du unsere Pilgerfahrt" und man eine Stecknadel hätte hören können. Alle stimmten ein in das Lied "Wir haben Gottes Spuren festgestellt". Bei der Ankunft am Samstag erhielt jeder Teilnehmer einen kleinen weißen Stein, der mit den Initialen bzw. dem Vornamen und dem Zeichen des Christen, einem Fisch für "ichtys", versehen wurde. Den Stein sollen die Jugendlichen fortan als "Erkennungszeichen" nicht nur während der Pilgerfahrt, sondern auch davor und danach mitführen. Der Historiker Carlo Lejeune, der ebenfalls die Gruppe begleiten wird, erklärte den Jugendlichen, warum das Christenteum vor 2000 Jahren so attraktiv war und weshalb die Botschaft auch heute noch aktuell ist.

Für die Jugendlichen wurde es spannend, als Lukas Assent, zuständig für das Programm, mit einer Übung die sechs Busgruppen zusammenstellte mit jeweils einem Busverantwortlichen. Anhand eines Puzzles erfuhren die Jugendlichen den Namen ihrer Busgruppe, wählten jeweils einen "Schlachtruf". Gladiatoren (Bus 1 mit Peter Ortmans, 55 Pl.), Franziskaner (Bus 2 mit Dany Lambertz, 45 Pl.), Vatikan (Bus 3 mit Steffi Herbrand, 61 Pl.), Legionäre (Bus 4 mit Karin Siquet, 59 Pl.), Forum (Bus 5 mit Birgit Louges, 75 Pl.) und Märtyrer (Bus 6 mit Carlo Lejeune, 83 Pl.). In jeder Busgruppe ist ebenfalls ein Hauptverantwortlicher des Organisationsteams. Die Gruppe wird ebenfalls von einer Ärztin und zwei Krankenpflegerinnen begleitet. Danach wurden die Jugendlichen in Minigangs von fünf bis sechs Jugendlichen mit jeweils einer erwachsenen Bezugsperson aufgeteilt.

Inzwischen waren einige hundert Meter weiter auf dem Gelände der Bischöflichen Schule (BS) zwei Lieferwagen mit 15.700 Portionen Lasagne eingetroffen, die dort von über 30 freiwilligen Helfern unter der Leitung von Christian Burnon entladen und aufgeteilt wurden. Am Ende des Treffens erhielt jeder Teilnehmer seine vorbestellten Portionen, die er am vergangenen Wochenende an die betreffenden Personen frei Haus zu verteilen hatte.

PROGRAMM
Vorfreude auf Generalaudienz mit Papst Franziskus

Mit einem Tross von sechs Bussen (48-71 Pl.) werden die Ministranten aus den Dekanaten Eupen-Kelmis und Eifel nach einem Aussendungsgebet am Montag, 8. April, gegen 16.30 Uhr in der St. Vither Pfarrkirche nach Rom und Assisi aufbrechen und am Dienstagnachmittag in der Ewigen Stadt eintreffen. Zuvor werden um 15.00 Uhr auf dem Parkplatz am St.Vither Triangel die Reisebusse beladen. Hier erhalten die Messdiener ihr Halstuch, eine Kennmarke und einen Text in italienischer Sprache für den Fall, dass sie sich verlieren sollten und per Taxi zum Hotel zurückgebracht werden müssen. Im BRF 1 und 2 wird jeden Morgen mit Live-Interviews im Radiofrühstück über den Verlauf der Reise informiert. Die Rückkehr ist für Dienstag, 16. April, gegen 15-16 Uhr in St.Vith vorgesehen, wo eine Abschlussfeier mit den Eltern und Familien stattfinden wird. Danach werden die Busse am Triangel entladen. Nach der Reise findet am 14. September ein großes Nachtreffen statt.

Bei einem anstrengenden Pilgerprogramm dienen die Tage dazu, Rom kennenzulernen. Neben den Besichtigungen fiebern nicht wenige Messdiener(innen) der Generalaudienz mit Papst Franziskus am dritten Tag, Mittwoch, 10 April entgegen. Der achte Tag, 15. April, steht im Zeichen des hl. Franziskus in Assisi, wo die Jugendlichen hautnah mit dem Leben und Wirken des Franz von Assisi in Berührung kommen. Die Gemeinschaft in der Gruppe soll nicht zu kurz kommen. Rom by night zu erleben oder verschiedene Workshops und Gruppentreffen wollen die Gemeinschaft fördern und das Erlebte vertiefen.

Das Programm der ostbelgischen Rom- und Assisi-Pilger sieht wie folgt aus:
•Dienstag, 9. April: Eröffnungsgottesdienst in Rom
•Mittwoch, 10. April: Generalaudienz mit Papst Franziskus. Illuminati-Spiel in Minigangs in der Altstadt von Rom.
•Donnerstag, 11. April: Das alte Rom: Forum Romanum, Kolosseum, Kapitol, Circus Maximus, Altare della patria, Santa Maria in Cosmedin, Cocca della Verità, San Pietro in Concoli, San Clemente. Abends: Rom by Night für die älteren Ministranten
•Freitag, 12. April: Die junge Christengemeinde: Katakomben, St. Paul vor den Mauern und die Lateran-Basilika
•Samstag, 13. April: Der Vatikan: Petersplatz, Petersdom mit Kuppel.
•Sonntag, 14. April: Palmsonntag in Rom
Palmsonntaggottesdienst mit Papst Franziskus, Engelsburg, Piazza Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen und Spanische Treppe. Danach ist ein geselliger Abend vorgesehen.
•Montag, 15. April: Assisi: Santa Maria degli Angeli, San Francesco, Santa Chiara, San Rufino und das Geburtshaus des hl. Franz von Assisi. Abends erfolgt die Rückkehr nach Ostbelgien.

Die meisten Ministranten kommen aus den Eifeler Pfarrverbänden: Amel: 69 Ministranten und 12 Begleitpersonen; Büllingen: 71 Ministranten und 14 Begleitpersonen; Burg-Reuland: 45 Ministranten und acht Begleitpersonen; Bütgenbach: 41 Ministranten und sieben Begleitpersonen; St.Vith: 50 Ministranten und 12 Begleitpersonen. Aus dem Dekanat Eupen-Kelmis nehmen 35 Ministranten und sieben Begleitpersonen teil. Hinzu kommen acht Personen vom Organisationsteam.
Insgesamt 318 Firmen, Pfarrverbände, Vereine, Vereinigungen und Privatpersonen unterstützen die Ministrantenwallfahrt mit zum Teil beträchtlichen Geldbeiträgen.

Spendenkonto: BE65 7360 4205 2796, BIC KREDBEBB von Ministrantenwallfahrt Rom, Krewinkel 33, 4760 Büllingen


eventuell Hintergrund
Lebensregeln der Ministrantenwallfahrt 2019
1. Wir machen eine Pilgerfahrt und keine Urlaubsreise. Ziel ist, gemeinsam Menschen und Orte zu erleben, die von unserem Glauben erzählen. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft. Wir zeigen Interesse. Das Gebet hat auch einen wichtigen Stellenwert in unserem Abenteuer.
2. Wir sind pünktlich bei allen Aktivitäten. Wir versuchen, früher an Ort und Stelle zu sein. Wir hören zu, wenn Mitteilungen gemacht werden.
3. Wir sind höflich, hilfsbereit und rücksichtsvoll miteinander: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!".
4. Wir machen mit bei Spielen, Ateliers oder Diskussionen.
5. Wir halten uns an die Nachtruhe: Ab 23.30 Uhr herrscht Nachtruhe. Wenn jemand früher schlafen geht, sind die Anderen ruhig auf dem Zimmer
6. Keine Computerspiele, mp3-Player oder ähnliches in Assisi und Rom. Diese sind gedacht für die lange Hin- und Rückreise (im Bus).
7. Handys sind während der Rotphasen strikt verboten (Besichtigungen, Messen, gemeinsame Mahlzeiten usw.)! Nur wenn grünes Licht gegeben wird, dürfen die Handys benutzt werden.
8. Wir schließen niemanden aus. Wir sind eine Gruppe. Die Älteren integrieren die Jüngeren und helfen ihnen.
9. In Italien gelten folgende gesetzliche Bestimmungen: Alkohol nur ab 18 Jahren. Rauchen ab 18 Jahren und nur draußen. Bei minderjährigen Rauchern benötigen wir unbedingt einen schriftlichen Hinweis der Eltern, dass ihre Kinder draußen rauchen dürfen (siehe beiliegendes Formular). Wenn Jugendliche Alkohol mit auf die Pilgerfahrt nehmen, sind ausschließlich die Eltern dafür verantwortlich und haftbar.
10. In Kirchen und Museen verhalten wir uns korrekt und würdig. Wir hören auf das, was die Begleiter sagen und halten uns an die Regeln.
11. Wir respektieren das Eigentum der anderen (in der Gruppe und außerhalb).
12. Wir sind offen und bereit, miteinander zu reden, dies vor allen Dingen in den Zeiten der Minigangs. Bei Problemen spreche ich mit meinem Minigangleiter oder Busverantwortlichen.
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