Ersatzkirche in Elsenborn
Kirche: Ein Gottesdienst zum Abschied in Elsenborn / Gaststätte Leinen wird Ersatzkirche
Letzte Messe vor der Kirchensanierung - Anstrich der Ersatzkirche am 19.01.2019 - Erste Messe am 01.02.2019

Elsenborn

Am Samstag, 26. Januar, wird in der St. Bartholomäus-Pfarrkirche die letzte Eucharistiefeier vor der Renovierung gefeiert. Danach wird die Kirche geschlossen, leer geräumt, und die Handwerker übernehmen am 28. Januar das Sakralgebäude.

von Lothar Klinges

Die Kirche wird eingerüstet und Schritt für Schritt renoviert. Im Gotteshaus wird die große Weimbs-Orgel abmontiert und bis zur Wiederverwendung gelagert. Ziel ist, dass nach etwa zwei Jahren umfangreicher Sanierung möglicherweise ab Weihnachten 2020 wieder Gottesdienste in der Pfarrkirche stattfinden können. Das setzt allerdings einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten voraus. Nicht vorhersehbare Schäden, die zusätzlichen Aufwand erfordern, oder andere Unwägbarkeiten können diesen Zeitplan möglicherweise verändern.

Die Kosten belaufen sich auf 1.231.773,96 Euro, wovon 60 Prozent auf das Konto der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) gehen, d. h. 730.719,93 Euro, die restlichen 40 Prozent zu zwei Dritteln zu Lasten der Zivilgemeinde (334.036,02 Euro) und das verbleibende Drittel (167.018,01Euro) zu Lasten der St. Bartholomäus-Pfarrgemeinde.

Ersatzkirche Leinen

Während der Renovierungsphase finden die Wochenend-Gottesdienste in ehemaligen Hotel Leinen (Inhaber Erich Thönnes) in der Lagerstraße statt. 1899 wurde das Haus Leinen von Heinrich Leinen aus Auw, der sich 1895, zurzeit der Entstehung des Militärlagers, in Elsenborn niederließ, als Hotel, Gaststätte und Bäckerei erbaut. Die Gäststätte war über ein Jahrhundert lang zentrale Anlaufstelle für das Dorf. Viele Elsenborner erinnern sich an die zahlreichen Feste, die in dem kleinen Saal gefeiert wurden. Bis zuletzt war das Haus Leinen ein Familienbetrieb. Seit 2005 ist die Gaststätte geschlossen, und das Gebäude steht leer.

Die Wochengottesdienste am Dienstagmorgen und Freitagabend finden wie gewohnt in der Brigida-Kapelle (Totenkapelle) an der Pfarrkirche statt. Es besteht allerdings auch weiterhin die Möglichkeit, wenn sich insbesondere für die älteren und in der Mobilität eingeschränkten Christen private Fahrgemeinschaften bilden könnten, auf die anderen Gottesdienste im Pfarrverband Bütgenbach auszuweichen.

In der Woche vom 28. Januar werden in Absprache mit dem Bauhof der Gemeinde Bütgenbach und je nach Witterung die Kirchenbänke in die Ersatzkirche (Saal Leinen) beziehungsweise ins ehemalige Hotel Truschaum (Dahmen) gebracht. Die Tapete und Decke des Saales im Hotel Leinen werden von Ehrenamtlichen farblich aufgefrischt. Die meisten Menschen sind froh, dass es nach der langen Planungsphase nunmehr losgeht und die Kirche die notwendige Stabilisierung erfährt, denn breite Risse im Gewölbe und im Mauerwerk, Feuchtigkeitsschäden und mangelnder Frostschutz in den Fundamenten machten eine umfassende Sanierung unumgänglich: In der Kirche Elsenborn musste etwas geschehen.

Noch einmal kann am Samstag, 26. Januar, um 19.15 Uhr in der Pfarrkirche Elsenborn ein Gottesdienst gefeiert werden. Dann schließt sich die Tür während der umfangreichen Renovierungen für voraussichtlich zwei Jahre. Das GrenzEcho berichtete ausführlich.
Viele Menschen aus dem Pfarrverband Bütgenbach und aus Elsenborn verabschieden die Kirche wehmütig und mit gemischten Gefühlen, sind aber auch dankbar für die Renovierung, die angesichts der säkularisierten Gesellschaft alles andere als selbstverständlich ist. Heutzutage werden nicht wenigen Kirchen definitiv geschlossen, da nur mehr wenige Menschen die Gottesdienste besuchen.

Gottesdienste auch während der Sanierung

Während der Renovierungsarbeiten finden die Gottesdienste wochentags in der Brigidakapelle statt. Am Samstag und Sonntag weicht die Pfarre auf den Saal im ehemaligen Hotel Leinen aus. Zu Festtagen wie Weihnachten und Ostern und zu anderen besonderen Gelegenheiten wie auch bei Vereinsfesten finden die Gottesdienste im Kulturzentrum Herzebösch statt, denn nicht wenige Christen bevorzugen weiterhin einen Gottesdienst im eigenen Ort, als in eine Nachbarkirche im Pfarrverband auszuweichen.
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