Gildenfest 2019 in Nidrum und Elsenborn
Gildenfest 2019 zur hl. Brigida in Bütgenbach
Der Landwirt im Dialog mit dem Bürger

Bütgenbach

Seit jeher feierte die Bauerngilde Elsenborn das Brigida-Fest, gilt doch die Heilige als Patronin der Bauern. Diese Tradition führen die inzwischen zusammengeschlossenen Gilden aus Bütgenbach-Berg, Weywertz, Elsenborn, Nidrum, Rocherath-Krinkelt und Wirtzfeld weiter.

Reihum gestalten die Mitglieder der jeweiligen Pfarren diesen Festabend, der mit einem Festgottesdienst beginnt. Während das Fest in Nidrum stattfand, feierten die 27 Landwirte den Gottesdienst in der Elsenborner Ersatzkirche in der ehemaligen Gaststätte Leinen-Thönnes..

Brigida ist das Fest zur wirklichen Mitte des Winters. Im Jahreskreis befinden wir uns in der Zeit, in der die Tage wieder merklich länger werden, die Sonne deutlich an Kraft gewinnt und die Natur langsam wieder erwacht. Brigida erweckt das Leben, welches den Winter über unter der Erde geschlafen hat

Anfang Februar begann für unsere bäuerlich lebenden Vorfahren die härteste Zeit des Jahres. Sie lebten ausschließlich von den im Herbst angelegten Vorräten. Es gab nichts Frisches, die Kost wurde eintönig, unter armen Menschen griffen im Spätwinter Mangelkrankheiten wie Skorbut und Rachitis um sich. Überhaupt war der Februar der "Krankheitsmonat", die großen Epidemien brachen meistens im Spätwinter aus. Der Vitaminmangel und die vielen Ansteckungen, weil die Menschen die meiste Zeit eng zusammengedrängt in den wenigen geheizten Stuben verbrachten, waren hierfür die wichtigsten Ursachen. Wenn es hart kam, weil nicht genügend Vorräten angelegt werden konnten, dann begann jetzt die Hungerzeit. Gerade in der harten Eifel waren verheerende Hungersnöte im Spätwinter keine Seltenheit. Das ursprüngliche keltische Fest Imbolc bedeutet "im Bauch" - im übertragenen Sinne zu verstehen, denn im Bauch der Erde rührt sich schon neues Leben, aber erst müssen noch harte Zeiten überstanden werden.

Nach dem Gottesdienst, bei dem nach altem Brauch das Brigida-Brot gesegnet und an die Landwirte verteilt wurde, fand sich die Gruppe zur Studienversammlung zum Thema "Der Landwirt im Dialog mit dem Bürger" mit Gerd Brüls, dem Bezirksleiter der Ländlichen Gilden ein. Der Vortrag gab Einsicht in die Bedeutung eines guten Dialogs. Gerd Brüls gab hierzu hilfreiche Tipps. Es gibt einige Achtsamkeiten, die einen guten Dialog unterstützen. Die Offenheit und die Neugierde, der Respekt und das Vertrauen, die Verlangsamung und die Stille, das Erkunden und das In-der-Schwebe-Halten von Urteil und Bewertung, das Sprechen und Zuhören von Herzen. Dialog führt zu mehr Beziehung, zu anderen ebenso, wie zu uns selbst. Diese Beziehungsqualität ist ein wichtiger Pfeiler für ein erfülltes Leben und Arbeiten in Gemeinschaft.

Das Fest klang mit einem Essen im Nidrumer "Vier Jahreszeiten" in gemütlicher Runde aus. (kli)
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