Kinderbibeltage 2018 in Iveldingen
Kirche: Kinderbibeltage begeisterten in Iveldingen und Grüfflingen
Spannende Spurensuche mit allen Sinnen und im Spiel

Iveldingen

Entgegen der landläufigen Meinung, dass sich Kinder immer weniger für religiöse Angebote begeistern können, waren die Kinderbibeltage ein echter Renner. "Endlich wieder Kinderbibeltage." Das war das Fazit von 70 Kindern und Begleitpersonen, die sich in die Welt der biblischen Geschichten mitnehmen ließen. 23 Erwachsene und Jugendliche halfen den jungen Bibelfans beim Entdecken der Bibel.

von Lothar Klinges

Emilie Volders aus Mirfeld nahm bereits zum fünften Mal an den Kinderbibeltagen in Iveldingen teil. In diesem Jahr leitete sie als 15-jährige erstmals zusammen mit der gleichaltrigen Lara Schons aus Iveldingen eine Kindergruppe. "Es macht richtig Spaß Verantwortung für eine Kindergruppe zu übernehmen", erzählt Emilie Volders, und Lara Schon ergänzt, "dass die Art und Weise, wie wir hier die Bibel entdecken, nicht nur den Kindern, sondern auch uns Jugendlichen jedes Mal Spaß macht." Ähnlich äußerte sich Kathleen Müller aus Amel, die als Leiterin den Kindern beim Überlegen, Malen und Basteln geholfen hat. "Ich habe Neues über die zwölf Apostel erfahren anhand des Apostelfächers", berichtet die 17-Jährige, die zum dritten Mal als Begleitperson an den Tagen teilgenommen hat. "Es machte Freude, zuzuschauen, mit welchem Eifer und welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und sich einbringen. Alle Sinne wurden kindgemäß angesprochen: Verstand, Gemüt und Körper. Es wurde gemalt, gebastelt, gesungen, gespielt, getanzt, gemeinsam zu Mittag gegessen, diskutiert und gefeiert."


Auch in diesen Ferien haben im Dekanat Eifel, in Grüfflingen und in Iveldingen, Kinderbibeltage, sogenannte "Spurentage" stattgefunden,. Im Pfarrverband Amel fanden sie bereits zum zwölften Mal statt. Unter der Leitung von Pastor Willy Margraff, mit Hilfe von sechs Erwachsenen und fünf Jugendlichen zählte die Gruppe in Iveldingen 30 Teilnehmer, davon 19 Kinder ab dem beendeten 2. Schuljahr bis zum ersten Jahr der Mittelschule. In Grüfflingen haben sich bei den vierten Kinderbibeltagen insgesamt 39 Teilnehmer, 27 Kinder sowie 12 erwachsene und jugendliche Begleitpersonen, auf Spurensuche mit der Bibel begeben, die in beiden Gruppen in vielerlei Hinsicht kreativ und vor allem kindgerecht behandelt wurde. Während in Grüfflingen 14 Kinder erstmals an den Tagen teilnahmen, waren es in Iveldingen neun.

Die Kinderbibeltage standen in diesem Jahr unter dem Leitgedanken "Ein Fisch ist mehr als ein Fisch". "Der Fisch war das Geheimzeichen der ersten Christengemeinden zur Zeit der Verfolgung", erzählt Ryan Wolff, der zum zweiten Mal an den Spurentagen in Iveldingen teilgenommen hat. Voller Begeisterung berichtete der neunjährige Hünninger von seinen "Bibelerfahrungen". Der Fisch war nicht nur das Erkennungszeichen der Christen damals, sondern auch ein Glaubensbekenntnis für die griechische Bezeichnung von Fisch "Ichthys", d. h. Jesus Christus, Gottes Sohn und Erlöser. "Wir haben einen Fisch gebastelt und dekoriert und in ein großes Fischernetz gelegt", berichtet Ryan Wolff.

Am ersten Tag gestalteten die Kinder ihr persönliches "Erkennungszeichen" als Namensschild und erhielten ein Schlüsselband als Zeichen der Verbundenheit mit Jesus, der die Jünger gerufen hat. "Manche biblische Geschichte kannte ich noch nicht", erzählt der neunjährige Sebastian Thunus aus Bütgenbach, der zum dritten Mal an den Bibeltagen teilgenommen hat. "Die Jünger haben Jesus begleitet und haben so viel von ihm gelernt".
Der zweite Tag stand im Zeichen des reichen Fischfangs. Die Teilnehmer gestalteten Fische, die in Netzen zusammengelegt wurden. Ebenso fertigten die Kinder und Jugendlichen Weihwasserflaschen als Symbol des Wassers. Am dritten Tag stand eine Tagestour entlang des Ravelweges und der Amel, sowie durch den Wald in Form einer Bibelwanderung mit vielen Animationen auf dem Programm. Hier mussten die Teilnehmer die Natur ertasten und erfühlen. "Sie lernten auf die leisen Töne zu hören und verschiedene Dinge im Wald zu suchen", berichtete Sr. Magdelin vom Augustinerinnenkloster St.Vith, die erstmals an den Kinderbibeltagen teilgenommen hat. "Jugendliche können sich hier engagieren, wachsen in die Verantwortung hinein, Talente werde entdeckt, Kreativität ausgelebt. Es entsteht ein wirklich gutes Miteinander. Und die strahlenden Kinderaugen bei den Aktionen sind einfach immer wieder eine tolle Motivation." Der Vormittag des letzten Tages stand im Zeichen der Stille. Ausgehend vom Lied vom kleinen Jonathan überlegten die Teilnehmer, was sie Jesus schenken können, mit einer Klangmeditation und einem großen Spiel zum Abschluss.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder die Zeit der Stille schätzen. Die kleinen Bibeldetektive erhalten jeweils ein Wort aus der Heiligen Schrift, mit dem sie in die Stille gehen. Auch werden ihnen verschiedene Aktivitäten angeboten: Meditation, Lesen, Mandala legen oder malen und einiges mehr. "Die Kinderbibeltage haben sich im Laufe der zwölf Jahre immer mehr intensiviert. Jedes Kind hat seine Bibel, die sie nach seinen Wünschen persönlich gestaltet. Die Bibelwoche ist zu einer festen Einrichtung im Dekanat geworden", freut sich Pastor Willy Margraff, Leiter der Kinderbibeltage, der den Namen "Timotheus" erhielt, während die Gruppen jeweils nach einen Apostelnamen benannt wurden.

Mittags und am Abend beenden die Kinder das Thema mit einer Feier im Raum der Stille unter der Kirche, wo eine große Landschaft ausgehend von der Geschichte der 1000 Brunnen und des Fisches Swimmy gelegt wurde. Im großen Kreis entstand im Laufe der Woche ein Bodenbild als Zusammenfassung der vier Kinderbibeltage rund um die Bibel. "So manche Geschichte aus der Bibel war mir noch völlig unbekannt", berichtet die neunjährige Alissa Juffern aus Born.
Sophie Linden (12) aus Bütgenbach, die zum fünften Mal dabei war, erzählt sich froh, an den Kinderbibeltagen Freundinnen wiederzusehen und so manch neue Freundschaft zu knüpfen. Ebenso zum fünften Mal nahm die 11-jährige Julie Volders aus Mirfeld an den Kinderbibeltagen teil und erzählt von der Freude der Spurentage, die für sie nicht nur erholsam waren, sondern auch eine Gelegenheit, in sich zu gehen. "Ganz besonders schätze ich den Raum der Stille, um anhand einer Bibelgeschichte etwas zu gestalten."
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