50 Jahre Turnverein Elsenborn
Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des Turnvereins Elsenborn am 8.-9. September 2018 - Fotos von Georges Betta. Vereinsjubiläum: 50 Jahre Turnverein Elsenborn
Als die Turnhalle der Nidrumer noch in Elsenborn stand

Elsenborn

Am 8. und 9. September 2018 begeht der Turnverein Elsenborn sein 50-jähriges Bestehen. Auch heute noch erklären sich viele Jugendliche bereit, dem Verein als Vorturner beizustehen. Ohne Vorturner kann kein Turnverein bestehen. Die Stärke des Elsenborner Turnvereins ist zweifellos das breite Angebot. Der Vorstand mit Vereinspräsident Peter Sarlette ist stets bemüht, für jede Altersklasse etwas anzubieten.

Bevor es in Elsenborn allerdins einen Turnverein gab, zogen zunächst einige dortige junge Turner jeden Samstag zu Fuß los, um im Nachbardorf Nidrum zu trainieren. Der Nidrumer Turnverein konnte damals schon auf eine lange Vereinsgeschichte zurückblicken und wünschte sich sehnlichst eine neue, eigene Turnhalle.

Die Ortschaft Nidrum gehörte zur Gemeinde Elsenborn, und im Gemeinderat gab es eine Rivalität zwischen den Elsenbornern und den Nidrumern. Die Elsenborner bildeten die Mehrheit, und so beschloss diese, die gewünschte Halle der Nidrumer in Elsenborn zu bauen.

Somit gab es in Elsenborn eine Turnhalle, jedoch keinen Turnverein und in Nidrum einen Turnverein, aber keine Halle, was zu großem Unmut in den Reihen der Nidrumer führte. Diese kamen zum Training nach Elsenborn, doch ihre Bereitschaft, mehr Turner aus Elsenborn mit in die Trainingseinheiten einzubinden, wurde nicht größer.

Die Nidrumer, die in Elsenborn trainierten, wollten aber den Elsenbornern keine Trainer zur Verfügung stellen. Mit Hilfe des damaligen Eifeler Turnverbandes (ETV, heute VDT) wurden zwei Trainer verpflichtet: Aloys Schroeder, ein Schwimmlehrer aus Mirfeld und Karl-Heinz Hergenhahn, ein Leichtathlet aus Eupen. Da es sich jedoch nicht um Turner handelte, gab man sich mit der Wahl nicht zufrieden und machte sich auf die Suche nach anderen Trainern. Fündig wurde man dann letztendlich doch in Nidrum. Adolphe Leyens konnte Nobert Masson aus Nidrum (heute Berg) als Cheftrainer gewinnen.

Immer mehr kam der Wunsch in Elsenborn auf, einen eigenen Turnverein zu gründen. Triebfeder für die Vereinsgründung und für den Bau einer Turnhalle in Elsenborn waren Adolphe Leyens, Nikolaus Langer und Dr. Ruben Samain. Das erste Großereignis in der Turnhalle war die Live-Übertragung der Hochzeit von König Balduin I. und Königin Fabiola am 15. Dezember 1960. Erst im Laufe des Jahres 1962 wurde die Turnhalle, die nach schwedischem Vorbild gebaut wurde, fertiggestellt. Im Jahre 1968 fand die offizielle Gründung des Turnvereins Elsenborn statt.

In den ersten Jahren, noch vor der Gründung des Turnvereins, wurde das Turnen nur für Jungen angeboten. Schnell wurden auch erste Stunden für die Mädchen angeboten. Liliane Bongartz-Gentges und Anastasia Comoth leiteten erst das Mädchen-, später dann das Frauenturnen. Jungen und Mädchen ab dem ersten Schuljahr trainierten in getrennten Stunden.

Sehr früh begann ein junges Trainerteam Turnstunden für alle möglichen Gruppen zu erteilen. Norbert Masson war der Spezialist für die Geräteturner. Ewald und Werner Langer, zwei angehende Sportlehrer, spezialisierten sich für die Grundausbildung in allen Bereichen. Ihnen war es wichtig, den Turnsport für viele Kinder zu ermöglichen. Liliane Gentges und Anastasia Comoth begannen die Mädchenriegen zu trainieren, später übernahmen Anita Haep und Virgine Heck diese Aufgabe. Nach einigen Jahren gab es kaum ein Kind in Elsenborn, das nicht im Turnverein war. Die Turnstunden wurden alle gut besucht. Der Verein wurde einer der stärksten Clubs des VDT, Nachfolger des ETV. Sowohl die Geräteturner(innen) als auch die Riegen in Tanz, Trampolin und Bodenturnen waren erfolgreich. In den folgenden Jahren gab es zahlreiche Turner, die bei den Wettkämpfen viele Erfolge verzeichnen konnten. Der TV Elsenborn hatte auf einem sehr hohen Niveau begonnen, da viele der jungen Trainer sich für ein Studium im Fachbereich Sport entschieden.

Zu Beginn der Vereinsgeschichte wurde ausschließlich Geräteturnen angeboten. Später wurden Riegen gebildet, mit den Tänzen, Freiübungen und Pyramiden geübt wurden. Das Trampolin kam recht früh nach Elsenborn und wurde zu einem sehr beliebten Trainingsgerät. Durch das Engagement einiger Trainer entstanden mit der Zeit die Gruppenstunden, um allen Kindern die Basiselemente des Turnens beizubringen. Anfang der 90er Jahre wurde kaum mehr Geräteturnen angeboten. Neue Disziplinen traten verstärkt hervor wie RSG, Tumbling, Trampolin, Tanz, Seniorenturnen, Eltern-Kind-Turnen, Turnen für Körper und Geist, Aerobic, Luftartistik, Volleyball und vieles mehr. In den 1990er Jahre erlebte der Verein einen wahren Mitgliederboom. Grund war der Trendsport Aerobic, den Claudia Schleiß in Elsenborn anbot. Viele Jahre boten Olivier Klinges und Alfred Krings eine Turnstunde für Ärzte in Elsenborn an. Aus dieser Gruppe bildete sich dann mit der Zeit unsere heutige Männergruppe.

Fahnenweihe

Im Rahmen des Silberjubiläums Ende Juni 1993 erhielt der TV Elsenborn, nach der Fahnenweihe von 1978, eine neue, von Alexa Dahmen entworfene, von Kethy Leys gestickte und von Maria Noel zusammengenähte Vereinsfahne, die im Jubiläumsgottesdienst geweiht wurde und bis heute bei sämtlichen Umzügen dem Verein vorausgeht. Anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens wurden die Turner und Turnerinnen in neue Turnanzüge in den Farben schwarz-weiß-rot gekleidet. In den ersten Jahren gab es keine offizielle Uniform. Die Turner traten in weißen Hosen und einem blauen Turnhemd an. Die Mädchen trugen weiße Röckchen und ebenfalls einen blauen Turnanzug. Der erste Trainingsanzug war blau-grün. Dieser wurde damals in Aachen gekauft und über die Grenze geschmuggelt. Danach folgte bis zum 25-jährigen Vereinsjubiläum der rot-graue Anzug. 15 Jahre später, zum 40. Vereinsjubiläum, wurden die aktuellen Anzüge gekauft. Die Farben Rot und Schwarz dominierten auch diesmal.

Herzebösch

Der Turnverein hat den Bau des Sport- und Kulturzentrums Herzebösch 1980 nicht nur begrüßt, sondern auch aktiv unterstützt, da die kleine Turnhalle nicht für Wettkämpfe geeignet war. Nach der Fertigstellung des Kulturzentrums konnte der Turnverein mehrmals die Belgische und die Provinz-Meisterschaften im Geräteturnen organisieren. Auch heute dient Herzebösch dem Turnverein als Trainingshalle. Wöchentlich trainieren dort die Tumblingturner und die Volleyballspielerinnen.

Vereinspräsidenten
Dr. Ruben Samain 1968-1970
Nikla Langer1970-1980
Ewald Langer 1980-1987
Bertine Drösch-Langer1987-2001
Ernst Leys2001-2004
Peter Sarlette2004-

Festprogramm
Samstag, 8. September 2018
18.00 Uhr: Jubiläumsmesse zum 50-jährigen Bestehen
19.00 Uhr Treffen der ehemaligen und aktuellen Vorturner und Vorstandsmitglieder und Fotoausstellung im Kulturzentrum Herzebösch.

Sonntag, 9. September 2018
14.00 Uhr: Festzug zum Kulturzentrum Herzebösch
15.00 Uhr Spiel ohne Grenzen "Duell der Giganten" mit den Dorfvereinen, Kinderanimationen, Kaffee und Kuchen
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