Einführung als Pastor in Weywertz 12.09.1993
Einführung von Lothar Klinges als Pastor der Pfarre St. Michael, Weywertz am 12.09.1993 (1993-2018)
Liebe Weywertzer / innen, liebe Mitchristen im Pfarrverband,
Am 12. September 1993, also vor 25 Jahren, wurde ich als Pfarrer in Weywertz eingeführt und habe die seelsorgerische Verantwortung in der St. Michaelspfarre übernommen. Am 1. Juni 2003, also vor 15 Jahren, kamen Bütgenbach-Berg, das Seniorenheim und unser Franzis-kanerinnenkloster (Karmel) hinzu. Seit dem 6. Juni 2011 bin ich Pastor in Elsenborn und seit dem 7. Januar 2018 in Nidrum.

Es ist also ein besonderes Jubiläum, das ich mit Weywertz feiern darf. Seit 25 Jahren Pastor in Weywertz sein ist schon eine längere (lange) Zeit, denn so manch andere Priester hätten in dieser Zeit schon drei oder gar vier Mal die Stelle gewechselt. Ich fühle mich sehr wohl hier, natürlich gibt es auch Schwierigkeiten, aber die gibt es in jeder Pfarre. Es hat sicherlich viele Vorteile, so lange an einem Ort zu sein. Ich kenne so ziemlich alle Leute und die meisten Menschen haben sich auch an mich gewöhnt.

Ich kann mich gut erinnern, wie ich vor 25 Jahren mit sehr viel Tränen und großem Schmerz Abschied von Eupen nehmen musste. In Eupen habe ich mein Pfarrpraktikum (1984-85) und meine Kaplanszeit (1985-1993) erleben dürfen. 1984 war Eupen für mich noch eine unbekannte Stadt. Ähnlich war es 1993 für mich in Weywertz. Auch als Elsenborner kannte ich damals Weywertz überhaupt nicht.
Sehr schnell habe ich Weywertz und die Menschen hier kennen-, schätzen und lieben gelernt. Ich konnte und kann hier vielen Menschen nahe sein, mit ihnen Freud und Leid teilen, was mir oftmals auch das Herz zerrissen hat.

Auch wenn ich 25 Jahre an einem Ort bin, muss ich mich immer wieder neu auf die Menschen und Begebenheiten einstellen. In einem Vierteljahrhundert hat sich sehr viel verändert. Ich musste bereit sein, mich auf die Veränderungen einzulassen. Alles andere hätte Stillstand bedeutet. Ich habe Euch bei vielen entscheidenden Momenten eures Lebens begleitet, unzählige Taufen, Kommunionen, Firmungen, Trauungen und Begräbnisse gefeiert. Insbesondere die Todesfälle haben sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt und schmerzen bis heute. Der Tod ist immer etwas Einschneidendes, und je länger ich in Weywertz bin, desto mehr Menschen kenne ich persönlich, das macht es nicht leichter.

Ich habe sehr viele schöne Momente und Begegnungen erlebt. Eigentlich immer dann, wenn ich Menschen etwas geben konnte, ihnen helfen konnte. Wenn sie nach dem Gottesdienst zum Beispiel kommen und sich über den Gottesdienst oder die Predigt gefreut haben oder erzählen, dass sie etwas besonders angerührt hat. Das ist einfach schön und mir auch wichtig.

Ein Vierteljahrhundert Dienst in Weywertz sind für mich ein Grund Euch zu DANKEN.
-Dank für die vielen Stunden, die ich hier mit euch erleben durfte.
-Dank für die vielen Aktivitäten und Gruppen, die ich hier ins Leben gerufen habe und die ich weiterhin begleiten darf.
-Dank für euer wohlwollendes, verständnisvolles und freundliches Entgegen-kommen in so vielen Situationen
-Dank für Eure Hilfe, die ihr mir immer wieder geschenkt habt, insbesondere von meinen engsten Mitarbeiter/innen in Kirche und Pfarre

Auf diesem Blatt (Vorderseite) findet Ihr eine Zeichnung, die einen Artisten auf vier Stäben Teller jonglieren zeigt. Die vier Teller stellen die Pfarren St. Michael, Weywertz, St. Stefanus, Bütgenbach-Berg, St. Bartholomäus, Elsenborn und Hl. Dreikönige Nidrum dar.
Wer im Zirkus schon mal einen Tellerjongleur gesehen hat, weiß, dass man das nur mit viel Schwung schaffen kann und das richtige Händchen dafür haben muss. Man muss immer die vier Teller im Auge behalten, verringert man die Aufmerksamkeit bei einem davon, ist schnell viel Porzellan zerschlagen.
Der Akteur steht nicht ruhig da, sondern er macht das mit einer gewissen Fröhlichkeit und Heiterkeit. Er steht auf nur einem Bein und fällt doch nicht um, weil er im Glauben ein festes Fundament und einen Halt hat.

Ja, es verlangt vollen Einsatz, die vier Pfarren des Pfarrverbandes Bütgenbach stets im Blick zu haben. Das ist und bleibt eine große Herausforderung für mich.

Mögen wir, so Gott will, weiterhin gemeinsam den Weg des Glaubens gehen können.
In Dankbarkeit, Euer Pastor Lothar Klinges
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