25.Vereinsmesse Weywertz 2018
25. Vereinsmesse der Vereine von Weywertz am 9. September 2018 in Verbindung mit dem 90-jährigen Bestehen des Turnvereins Weywertz und des 25-jährigen Dienstjubiläums von Pastor Lothar Klinges in Weywertz.
Rede von Elmar Heindrichs:
Sehr geehrter Herr Pastor,
Lieber Lothar,
Liebe Gottesdienstbesucher,

Es ist mir eine Freude heute neben dem Turnverein noch einem anderen Jubilar gratulieren zu dürfen. Seit 25 Jahren bist Du, lieber Lothar, nun schon Pastor in unserer Pfarre St. Michael Weywertz. Und da Du ja ein Freund von Statistiken bist, habe ich mal nachgeschlagen und festgestellt, dass Du als 20. Pfarrer in Weywertz erst der 2. Pfarrer bist, der es 25 Jahre bei den Steeklöppern ausgehalten hat.
Wenn man sich heute zu deinem silbernen Dienstjubiläum noch einmal dir Fotos des 12. September 1993, also dem Tag deiner Einführung als Pfarrer in Weywertz anschaut, dann erkennt man gleich, wie sich die Welt in diesen 25 Jahren verändert hat.
Auch die Pfarre Weywertz hat sich gewandelt. Von einer Volkskirche mit einer großen Schar Gewohnheitschristen zu einer Bekennerkirche mit einer deutlich kleineren Christengemeinschaft.

Im Pfarrbrief hast Du das Bild des Tellerjongleurs gewählt, um dich zu beschreiben. Daher habe ich mir gedacht, ich schenke Dir heute einmal 4 Teller mit passenden Stäben. Aber keine Angst, wir erwarten jetzt nicht von Dir, dass Du uns eine Jonglage-Vorführung hältst.

Aber ich habe mir einmal einige Gedanken rund um das Thema Teller gemacht.
Da haben wir zum einen das Bild vom Jongleur, der, wie du geschrieben hast, mit viel Schwung die Teller auf vier Stäben jongliert und mal hier, mal dort eingreifen muss, damit kein Teller aus dem Gleichgewicht gerät und runterfällt. Und tatsächlich beschreibt das Bild sehr passend deine Tätigkeit als unser Seelsorger. Stets hast Du auf jede Veränderung in den letzten 25 Jahren geachtet, wie der Jongleur auf jeden einzelnen Teller achtet, um dort einzugreifen, wo ein Teller umzukippen droht. Und wie ein guter Jongleur hast Du mit wenigen Tellern angefangen und im Laufe der Zeit immer noch einen Teller hinzugefügt, um die ganze Darbietung spannender und lebendiger zu gestalten. Da denke ich zum Beispiel an die KLJ, den Jugendchor oder den Weltladen.
Aber die Aufgaben werden immer vielfältiger. Neue Pfarren sind in deinen Wirkungskreis hinzugekommen. So drehen sich auf einmal so viele Teller auf diesen dünnen Stäben, dass der Jongleur von einem Teller zum nächsten rennen muss, ohne Rast und Pause. Auf Dauer kann das nur klappen, wenn sich einige Helferinnen und Helfer aus dem Publikum finden, die bereit sind, mit dem Jongleur gemeinsam darauf zu achten, dass alle Teller im Gleichgewicht bleiben. Sicherlich eine Aufgabe für uns alle.

Ein zweiter Gedanke, der mir beim Teller kommt, ist natürlich der ans Essen. Ein Teller mit köstlichen Speisen ist mir viel lieber als ein leerer Teller. Wie wichtig das Essen ist, erkennen wir auch daran, dass Jesus uns gelehrt hat zu beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Aber auch unsere Seele braucht Nahrung. Gebet und Gottesdienst können diese Nahrung für die Seele sein. Und weil es für unsere Seele nicht nur hier und da einmal bei einem kleinen Snack bleiben soll, der auf Dauer ja auch gar nicht satt macht, ist die Regelmäßigkeit bei Gebet und Kirchenbesuch so wichtig.
Du, lieber Lothar, bist jedenfalls seit 25 Jahren bemüht, uns Weywertzern Speise für die Seele zu geben. Und dabei merkt man sofort, dass es bei dir nicht einfach Beruf, sondern wirkliche Berufung ist. Dafür danken wir Dir!

Für einen dritten Gedanken zum Thema Teller muss ich nun jemanden zitieren. Es handelt sich um eine frühere Nachbarin meiner Großeltern die aus Monschau stammte. Sie pflegte zu sagen „Wenn de Pröhle van der Disch sien, is de Jemütlichkeet eweg.“ Und tatsächlich stimmt diese Feststellung. Nach einem guten Essen bleibt man noch gerne in geselliger Runde etwas sitzen und erzählt. Wird der Tisch dann aber abgeräumt, löst die Tischgesellschaft sich meist sehr schnell auf, weil es einfach ungemütlicher geworden ist.
Die Gemütlichkeit ist ein sehr wichtiger Aspekt im Leben. Und um das Bild des Tellerjongleurs noch einmal zu gebrauchen, ist es wichtig, dass das Leben, ähnlich wie die rotierenden Teller, in einer Balance ist. In der Bibel steht im Buch Kohelet, dass alles seine Stunde hat. Ich möchte diesen Text einmal ergänzen und behaupte: Es gibt eine Zeit zum Arbeiten, und eine Zeit zum Innehalten. Arbeitsstunden und Mußestunden müssen in einem Gleichgewicht stehen. Und gerade wenn die Anforderungen immer größer werden, weil immer mehr von einem verlangt und erwartet wird, ist es umso wichtiger, sich einen Ausgleich zu suchen. Wer seinen Akku nicht regelmäßig auflädt, wird über kurz oder lang platt sein.

Nun habe ich aber genug über Teller philosophiert.

Lieber Lothar,
Die ganze St. Michael Pfarrfamilie freut sich, das silberne Dienstjubiläum mit Dir feiern zu dürfen. Im Namen des Kirchenfabrikrates, der Kontaktgruppe und der ganzen Pfarre Weywertz möchte ich Dir recht herzlich danken für die 25 Jahre, in denen Du nun schon unser Pastor bist. Du hattest in dieser langen Zeit sicherlich manch schweren Moment, aber hoffentlich auch viele frohmachende Erlebnisse und Begegnungen. Wir wünschen Dir jedenfalls noch eine lange und segensreiche Zukunft in unserer Mitte.

Und ich glaube, jetzt hast Du, lieber Lothar, einmal einen kräftigen Applaus verdient.

Im Namen der Pfarre möchte ich Dir aber auch noch ein Geschenk überreichen.
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