Kappensitzung Weywertz 2019
Kappensitzung der KG Steeklöpper am 2. März 2019 im Saal Hermann Weywertz.
27. Kappensitzung: Vierstündiges Programm aus Tanz, Reden und Filmbeiträgen
Feuerwerk der guten Laune mit erfrischendem Humor

Weywertz

Wenn die Weywertzer Nationalhymne „Su lang de Lonneboom noch steht“ erklingt, stehen die Wievertzer Jecken mit Volldampf parat. Seit 27 Jahren lädt die KG "Steeklöpper" alle von der Karnevalitis Befallenen zur Sitzung in den Narrentempel der "Kaserne" ein.

von Lothar Klinges

Mit Sitzungsleiter "De jonge Jong", alias Ronny Fickers, unterstützt von der "Steequakerin" Inge Heinen-Schommer, die ihr Debüt als Moderatoren-Duo gaben, und der KG, bei denen die organisatorischen Fäden zusammenliefen, wurde das erwartungsfrohe Publikum mit Karnevalhits eingestimmt. Inge Heinen stand dabei als Hommage an Tünn (Toni Brusselmans) in Militäruniform vor dem Publikum. Das Kinderprinzenpaar Kyllian I. und Sophia I. eröffnete mit einer Rede das bunte Abendprogramm.

Mit einem temporeichen Gardetanz der Showtanzgruppe "Die flotten Steeklöpper" mit perfekt synchronen Schritten und Figuren präsentierten sieben farbenprächtige flinke Damen des TV Weywertz mit Tanzmariechen Katrin Kohnenmergen unter der Leitung von Ingrid Willems-Zeimers eine akrobatische Meisterleistung.

Ein Garant für Humor, puren Blödsinn und unnützes Wissen ist Büttenredner Franz Josef Heck aus Amel. Dieses Jahr sprach der gelernte Maurer als frischgebackener Rentner ("der gefährlichste Beruf der Welt") über Gewichtsabnahme, Diät, Trennkost und vieles mehr. Als "Eifeljeck" tourt der gebürtige 58-jährige Medeller von Sitzung zu Sitzung und besuchte am Samstagabend auch die Steeklöpper-Kappensitzung, wo er den Nerv des Publikums traf und die Lacher auf seiner Seite hatte..*-

Im Sketch "Gut-Sitz" erlag "De jonge Jong", der versehentlich statt bei der Heiratsvermittlung im Büro des Reitinstituts "Gut Sitz" gelandet war, allerlei Missverständnissen. So musste er sich schon sehr wundern, als die Leiterin des Ehevermittlungsinstituts (Schulschöffin Nadja Sarlette) die Vertragsbedingungen unterbreitete, die ihm eindeutig zweideutig vorkamen.

Groß war die Freude im Saal, als Sitzungsleiter "De jonge Jong" prinzlichen Besuch ankündigte, der mit tosendem Applaus begrüßt wurde. Das vierte Prinzenpaar der KKG "Rot-Weiß" Bütgenbach, Eric I. und Katja I., mitsamt Gefolge, darunter auch der stets gut gelaunte, quietschfidele Adjutant Uli Peters und der neue KKG-Präsident Sven Schommer, machten wie in den Vorjahren der Weywertzer Kappensitzung ihre Aufwartung.

Es folgte bei einem sehenswerten reizenden Alt-Männerballett ein weiteres tänzerisches Highlight von vier Herren der Schöpfung in schneidigem Kostüm, nachdem sie sich vom dicken Mantel befreit hatten. Unter der Leitung der "Steequakerin" Inge Heinen-Schommer schwangen sie kräftig das Tanzbein.

Ungeahnte "himmlische" Einblicke rund um die "Seele", gepaart mit einer Portion Satire und bestem Humor lieferte in einer herzhaften Büttenrede "Hochwürden Don Promillo", alias "De jonge Jong", ehe es in die Pause ging.

Fast zu klein war die Bühne, als mit einem schwungvollen Jungmännerballett unter der Leitung von Clarissa Willems und Sandra Mreyen ein zehnköpfiger Löschzug der örtlichen Feuerwehr leichtfüßig und artistisch eine choreografische Augenweide bot.

Mit einer hervorragenden Darbietung als Nachrichtensprecher bei "Twinfos" mit Nachrichten, welche die Steeklöpper in 2018 bewegten, ernteten die Zwillinge Yannick und Marius Dederichs wie in den beiden vergangenen Jahren lang anhaltende Ovationen. Sie kommentierten mit heiteren Wortspielen die aktuellen News aus dem Steeklöpperdorf und nahmen dabei zum Vergnügen der Zuhörer so manch prominenten Bewohner auf die Schippe. Klar, dass auch der ehemalige Bürgermeister Emil Dannemark als "freilaufender Rentner" nicht ungeschoren davonkam.

Nun hüpften Katrin Kohnenmergen und Alicia Mackels mit dem von Celia Rauw einstudierten flotten Funkentanz als Tanzmariechen wie Flöhe über die Bühne.

Ein echter Höhepunkt des Abends war der überaus niveauvolle Auftritt von Dany Josten der als "Ne Mörringer Jong" die Bütt erklomm und dort in bester karnevalistischer Art ein politisches Kabarett aus der europäischen und ostbelgischen Lokalpolitik und dem Bütgenbacher Gemeinderat zusammenstellte, den frischen Wind, der seit einigen Monaten weht, thematisierte und so manche Spitze in Richtung anwesende Politiker abfeuerte. Seit dem Mittelalter gilt die Bütt doch als ein geschützter Rückzugsraum, um die politische Elite mit scharfem Witz zu sezieren. Die Fastelovendsjecken bogen sich vor Lachen, und kein Auge blieb trocken. Da war fast jeder Satz ein Witz und jedes Wort ein Kracher.

Mit einem temporeichen und vor allem originellen Schlagabtausch mit viel Wortwitz entlockten Jünn (Günter Reuter) als Vollblutkarnevalist und routiniertes Urgestein der närrischen Arena und Raymund Henkes als "Bobbes" den Rohren unterschiedliche Töne, die das Publikum voll Freude in Lieder ("Bella Ciao") einstimmen ließen, so dass diese Rohre "von der Kaserne bis hin nach Elsenborn" für frisches Wasser sorgen sollten.

Für die Vollblutmusiker Philipp Veithen, Alexander Kringels, Martin Schommer, Freddy Classen und Roland Lenz der 2010 gegründeten Stimmungsband Pittermännchen aus Heppenbach war es eine Freude, mit viel Witz, Rasanz, gemixt mit einem stimmungsvollen Potpourri für Augen, Ohren und Herz den Schlusspunkt auf eine hervorragende Sitzung zu setzen, bei der es an nichts fehlte. Mit Kölner Stimmungsliedern brachte die in orangen Hosen und schwarzen Hemden auftretende Formation das begeisterte Publikum im Saal nochmals in ausgelassene Karnevalsstimmung. Dabei kochte der Saal endgültig über, das Publikum stand auf Tischen und Bänken und feierte den krönenden Abschluss einer temporeichen Kappensitzung mit.


25. Karnevalsmesse mit drei Prinzenpaaren
„Im Karneval", „Viva Colonia“ oder „Die Hände zum Himmel“: Mit diesen Liedern konnten die zahlreichen jungen und alten Besucher des Gottesdienstes am Karnevalssonntag in der Bütgenbach St. Stefanus-Pfarrkirche getrost ihre Gesangbücher zu Hause lassen.

Denn die Gottesdienstteilnehmer stimmten mal so ganz andere Lieder als gewöhnlich an. Welch buntes Bild in dem ehrwürdigen Gotteshaus, das mit Luftballons und Luftschlangen farbenprächtig geschmückt war. An der Orgel saß der jecke Organist Elmar Sarlette, der die bunte Narrenschar beim plattdeutschen Gesang begleitete und so manchen Tusch intonierte.

Mit dem vierten Prinzenpaar der KKG "Rot-Weiß", Eric I. und Katja I., dem zehnten Bütgenbacher Kinderprinzenpaar Eric I. und Maja I. und dem 22. Weywertzer Kinderprinzenpaar Kyllian I. und Sophia I. stellten sich hohe Gäste bei der nunmehr 25. Drei-Prinzen-Messe ein. Wie in den sieben vergangenen Jahren nahmen nicht nur die beiden Kinderprinzenpaare der Gemeinde Bütgenbach an der Eucharistiefeier teil, sondern auch, wie in den drei letzten Jahren, das große Prinzenpaar. Aber dass ein solches Ereignis nicht nur seichte Unterhaltung und Folklore ist, zeigte sich im Gottesdienst, in dem tiefsinnige und hintergründige Gedanken, wenn auch dem Tag angemessen fröhlich, von den Prinzenpaaren vorgetragen wurden. (kli)
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