Laetitia Laboureur Bütgenbach 2021
Laetitia Laboureur Bütgenbach 20.-28. November 2021
Kunstausstellung: Laetitia Laboureur mit 70 Exponaten im „Hof Bütgenbach“
Kunst hilft, neue Perspektiven im Leben zu finden

Bütgenbach

Seit dem 16. November ist wieder Kunst in die historischen Gemäuer des vorderen Flügels des Hofes Bütgenbach eingezogen, die erneut zahlreiche Interessenten nach Bütgenbach locken dürfte.

Von Lothar Klinges

Laetitia Laboureur aus Arimont bei Malmedy ist in der Region keine Unbekannte mehr, denn bereits im August 2006, im Oktober 2009 und 2011 sowie im November 2012, 2013, 2014 2016 und 2019 fanden vielbeachtete Ausstellungen dieser jungen Künstlerin an gleicher Stelle statt. Allein die letzte Ausstellung des Jahres 2019 führte über 500 Kunstinteressierte nach Bütgenbach. Seitdem war es aus Gründen der Corona-Pandemie um die Künstlerin still geworden. Nach längerer Zeit ist sie wieder zurück in der Öffentlichkeit. Um rechtzeitig zum Eröffnungstermin fertig zu sein, hat die Künstlerin in den letzten Monaten quasi Tag und Nacht gemalt. Die Farben des Bildes von der letzten Woche sind noch nicht ganz trocken. Kaum zu glauben, dass die breite Palette ganz unterschiedlicher Bilder von einer einzigen Frau stammt. "Es ist schön, jetzt wieder Bilder zu zeigen."

Wie früher der Vater Christian Laboureur, der mit seinen Landschaftsbildern die Schönheit der Ardennen und des Venns in bemerkenswerter Weise hervorzuheben verstand, hat Laetitia im Frühjahr 2005 die Kunstader in sich entdeckt, die sich in ebenso vielseitiger wie bezaubernder Weise in ihren Werken ausdrückt. An einem Wochenende, das sie zu Hause alleine verbrachte, hat sie sich ans Malen gegeben. Als ihr Vater zurückkehrte, stellte er das beeindruckende Talent seiner Tochter fest.

Wenngleich Laetitias Kindheit und Jugend durch die Gemäldeausstellungen ihres schöpferischen Vaters geprägt wurden, entdeckte sie in sehr spontaner Weise die eigenen künstlerischen Fähigkeiten, die in ihr nur zu schlummern schienen und darauf warteten, geweckt zu werden. Ganz plötzlich, wie aus heiterem Himmel, wurde sie zu einer Kunstmalerin, die in Herzlichkeit und Sensibilität ihresgleichen sucht.

Sicher: Die Jugendwerke des Vaters regten Laetitia zum Malen an. Sie hat einige seiner Techniken bei der Verwirklichung zeitgenössischer Gemälde übernommen, indem sie Sand und andere Stoffe mit den Farben vermischt. Vor allem besticht ihre Kunst durch den hervorragenden und harmonischen Farbensinn. Hier zeigt sich, dass diese einfühlsame und empfindsame junge Künstlerin Werke geschaffen hat, die ihre seelenstarke Aussagekraft aus einer verborgenen Quelle schöpfen, die man nur erahnen kann.

Kunsttherapeutin

Sie hat zudem eine Ausbildung an der Brüsseler Universität (ULB) als Kunsttherapeutin absolviert. Kunsttherapie ermöglicht Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen neue Erfahrungen. „Sie hat eine unterstützende Wirkung, wenn Worte allein nicht mehr weiterhelfen“, erläutert Laetitia Laboureur. "Patienten mit psychischen Erkrankungen können durch Malen und Zeichnen ihre Ängste und Wünsche ausdrücken." Wenn die Bilder entstehen, kann Unbewusstes bewusst werden, ohne dass es ausgesprochen werden muss. „Nicht der Kopf malt, die Seele malt.“ Was dabei aufs Papier oder auf die Leinwand kommt, kann später reflektiert werden. Zurzeit verfasst sie ein Buch über die Heilkraft der Farben und die Kunsttherapie, die hilft, mit Pinsel und Farbe Ängste zu meistern. Sie möchte Betroffenen helfen, sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen und durch Kunst neue Perspektiven zu finden.

Die 41-jährige Laetitia Laboureur, verheiratet mit Rudi Ducomble und Mutter von drei Kindern, hat jedoch als Tochter ihres Künstlervaters Christian einen eigenen und persönlichen Stil gefunden. Die symbolstarke und abstrakte Öl-Malerei der Künstlerin drückt dabei ihr tiefes Seelen- und Gefühlsleben aus und regt zum Nachdenken an. Intuitiv und schöpferisch drückt sie ihr Leben aus und staunt nicht selten über das Resultat, in dem sie ihr Leben und das anderer erkennt.
Im Juni 2020 sollten ihre Werke auf Einladung des international bekannten Künstlers Michel Folliot, der erst im September im "Hof" weilte, in Port Bail (Normandie) ausgestellt werden. Aus Pandemie-Gründen konnte die Kunstschau nicht stattfinden.

Die große harmonische Farbenvielfalt ihrer Werke will aber immer wieder auf die Kraft des Lebens und der Freude über Tod und Traurigkeit verweisen. Die Künstlerin unterstreicht, dass nicht wenige ihrer Werke erstaunliche und zugleich ermutigende Botschaften aus einer anderen Welt enthalten, die helfen möchten, das heutige Leben besser zu bestehen. Erstaunlich, welche Symbolik die Werke mit glänzenden, bunten, kräftigen und abgestimmten Farben, weichen Linien, geometrische, aber auch ungleichmäßigen Formen ausdrücken. "Ich habe keine Idee im Kopf, wenn ich anfange. Ich lege einfach los, und dann ergibt sich der nächste Strich aus dem, was schon da ist." Insofern hält sie es ganz, wie Pablo Picasso es einst definierte: "Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet." Vielfach anzutreffen sind Blumen-Aquarelle. Die Farben möchten den Besucher dahin führen, dass er sich in seiner Haut wohlfühlen kann, denn das Leben wird immer komplizierter und braucht leuchtende Farben, erklärt Laetitia Laboureur, für die das Malen auch eine therapeutische Wirkung hat.

In diesen Tagen findet im „Hof“ ihre neunte große Ausstellung mit 70 Exponaten (von insgesamt 1.400) statt. Ihre Werke sind allesamt der „Moderne“ zuzurechnen und wollen den Betrachter zur eigenen Auslegung herausfordern. „Ich schätze Bütgenbach und die Deutschsprachige Gemeinschaft sehr, da ich den Eindruck habe, dass die Menschen in dieser Region für die Kunst sehr offen sind.“ Im Frühjahr wird sie wieder Kurse für Kinder und Erwachsene bei der Kreativa in Amel anbieten.

Gerne steht die Künstlerin an den Ausstellungstagen für Fragen zur Verfügung. Sie ist gespannt auf das Echo der Ausstellung und erwartet daraus neue Impulse und Anregungen für ihre weitere künstlerische Tätigkeit. Sie ist sich sicher, dass ihre modernen abstrakten Gemälde vor allem wegen ihrer ausdrucksstarken Farbenvielfalt auch bei jüngeren Menschen viel Interesse finden werden.

Die Ausstellung, die mit Unterstützung der Gemeinde Bütgenbach stattfindet, ist vom 20. bis 28. November 2021 im „Hof Bütgenbach“ (Zum Walkerstal 15), jeweils von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.


21.11.2021
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