Herbert Heck: Ein Mensch mit einer weiten sozialen Seele
Nachruf: Langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Bütgenbach
Ehrenbürgermeister Herbert Heck am Sonntagmittag, 21. Juni 2020, verstorben

Bütgenbach

Am Sonntagmittag verstarb im Alter von 79 Jahren Bütgenbachs Ehrenbürgermeister und langjähriger Bürgermeister, Herbert Heck an den Folgen einer Krebserkrankung. Er war ein Mensch mit einer weiten sozialen und christlichen Seele.

"Ich bin froh, dass es einen Ort gibt, der an die großartige Gottes- und Nächstenliebe der Vinzentinerinnen erinnert", sagte Herbert Heck wenige Tage vor seinem Tod. "Es ist den Ordensfrauen zu verdanken, dass sich in Bütgenbach Vieles zum Guten verändert hat, denn das Wirken dieser Frauen für die Bevölkerung war sehr vielseitig." Daher freute es ihn, dass es neben der Statue einer Vinzentinerin und dem 2014 geschaffenen Vinzentinerinnen-Platz seit Juni 2016 auch eine ständige Fotoausstellung gibt.

Herbert Heck wurde am 10. August 1940 als fünftes von sechs Kindern (von denen noch seine Schwester Magretchen lebt) der Eheleute Stefan Heck und Anna Reuter an "Pötzsteffen" zur Hütte geboren. Vater Stefan war von Beruf Landwirt und führte ein kleines Versicherungsportefeuille. Nach der Mittleren Reife an der Bischöflichen Schule St.Vith, begann er als 17-Jähriger eine Arbeit im An- und Verkauf bei ACE in Verviers. Gleichzeitig besuchte er zum Erlernen der Buchhaltung die Abendschule in Verviers. Als Vater Stefan Heck 1963 im Alter von 63 Jahren verstarb, begann Herbert Heck eine 11-jährige Anstellung in der Verwaltung der Molkereigenossenschaft Büllingen, übernahm gleichzeitig das Versicherungsportefeuille seines Vaters und half weiterhin in der elterlichen Landwirtschaft aus. Im Jahre 1974 machte sich Herbert Heck als Versicherungsmakler, zusammen mit seiner Frau Irene Wathelet, mit der er in der Elsenborner Lagerkapelle am 9. Dezember 1967 das Sakrament der Ehe geschlossen hatte, selbständig.

Nach der Fusion der Gemeinden Bütgenbach und Elsenborn im Jahre 1977 wurde Herbert Heck Nachfolger von Alfred Thunus und Johann Gentges als Bürgermeister, nachdem er bereits 1970 in den Gemeinderat Bütgenbach gewählt worden war. Während einer doppelten Mandatsdauer war er bis 1988 Bürgermeister der Gemeinde Bütgenbach.

In dieser Zeit hat er vor allem die sportliche Infrastruktur gefördert und sämtliche Schulen der Gemeinde modernisiert. In Erinnerung bleibt zweifellos auch der Besuch des Königs in der Gemeinde. Als Bürgermeister war er gleichzeitig Vorsitzender der damaligen Interkommunalen Krankenhaus St. Josef Bütgenbach, zunächst mit den Gemeinden Bütgenbach und Büllingen und danach mit den fünf Eifelgemeinden. Während acht Jahren hat er in dieser Eigenschaft auch acht Jahre mit den Vinzentinerinnen eng zusammengearbeitet. Herbert Heck hat 1982 das Begleitzentrum Griesdeck mit gegründet und war während 30 Jahren dessen Präsident.

Zusammen mit seiner Frau half er bis zuletzt im Bank- und Versicherungswesen gerne aus, besonders bei der Kundenbetreuung, die Herbert Heck sehr am Herzen lag. Natürlich legte er großen Wert auf die Familie mit seinen drei Kindern Alain, Philippe und Stephanie und ihren Familien und freute sich an den Enkelkindern. Die große Gartenanlage wurde regelmäßig gepflegt. Als Hobby schätzte der Ehrenbürgermeister besonders das Radfahren in der Natur. Mit seiner Frau erholte er sich gerne an der belgische Küste, "wo die Batterien aufgeladen wurden", wie er einmal sagte.

Er war aktives Mitglieder der Bütgenbacher Vereinigung zum Erhalt von historischem Kulturgut. Die Vereinigung hatte zuletzt einen umfangreichen Katalog von Denkmälern in Bütgenbach sowie von den vielen Wegekreuzen herausgegeben. Zudem hat er in Zusammenarbeit mit der Interessensgemeinschaft Bütgenbach-Berg (IG) Schautafeln in Bütgenbach aufgestellt.

Für ihn war es ein Herzensanliegen, dass das langjährige Wirken der Vinzentinerinnen in Bütgenbach nicht in Vergessenheit gerät. Anfangs hatte er an einen Gedenkstein in der Friedhofsmauer gedacht. Daraus wurde die Statue einer Vinzentinerin geboren. Er initiierte eine ständige umfangreiche Fotoausstellung über das Wirken der Ordensfrauen entlang der hohen Friedhofsmauer, nicht zuletzt um auch dieser Mauer etwas von ihrer Wuchtigkeit zu nehmen. Mit den Vinzentinerinnen hatte er mehrere Berührungspunkte. Seine Taufpatin war selbst Vinzentinerin, die ihr Noviziat im Kloster Bütgenbach absolviert hatte und danach im Krankendienst des Klosters Xhoffraix tätig war. Seine Schwester hat ihr Leben lang im Josefs-Krankenhaus gearbeitet, zuletzt als Pflegehelferin. Deshalb war auch er oft im Bütgenbacher Krankenhaus, denn als Präsident der neu gegründeten Interkommunale des Krankenhauses hat er während acht Jahren mit den Schwestern eng zusammengearbeitet.

Ende der 1980er Jahre wurde Herbert Heck Präsident des Begleitzentrums Griesdeck (Elsenborn), nachdem er in den Anfangsjahren Vize-Präsident der Kindertagesstätte Elsenborn war. Diese Aufgabe lag ihm zeitlebens sehr am Herzen. "Die Menschen mit Behinderung sind sehr offene und dankbare Menschen. Ich kenne viele unter ihnen sehr gut. Sie sind es, die mir viel Kraft als Präsident des Begleitzentrums gegeben haben. Diese Aufgabe hat mich mit viel Freude erfüllt. „Die Integration dieser Menschen war stets mein eigentliches Ziel, denn gerade in der Verschiedenheit der Menschen mit Beeinträchtigung liegt der Reichtum unserer Gemeinschaft. Integration geschieht dort, wo diese Verschiedenheit bejaht und für die Gemeinschaft fruchtbar gemacht wird."
Stets hat er sich dafür eingesetzt, dass die Menschen mit einer Beeinträchtigung in die Gesellschaft integriert werden und so viel Normalität wie möglich im Umgang mit ihren Mitmenschen erfahren können, denn "jeder Mensch hat das Recht so zu sein, wie er ist."
Die Begräbnisfeier mit Urnenbeisetzung findet gemäß den aktuellen Bestimmungen und bei Einhaltung der Abstandsregel am Freitag, 26. Juni, um 10 Uhr auf dem Friedhof von Bütgenbach statt
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