Klappern aus dem Home-Office 2020
Brauchtum: Klappern ersetzen das fehlende Glockengeläut an den Kartagen
Zu den Kartagen gehört immer noch das Klappern

Zwar finden keine öffentlichen Gottesdienste statt, aber nicht alles Gewohnte rund um Ostern soll wegfallen: Mehrere ostbelgische Pfarrverbände laden daher Kinder und Jugendliche ein, das traditionelle "Klappern" an den Kartagen von zu Hause aus, als "Home-Klappern" zu organisieren.

Statt des Geläuts ersetzen die Kinder mit ihrem rhythmischen Klappern das Läuten am Morgen, zum Mittag und Abend. Wegen Corona muss das Brauchtum nun auch in Ostbelgien zuhause stattfinden. Das gewohnte Miteinander muss sich neu organisieren.

An Karfreitag und Karsamstag, wenn traditionell keine Kirchenglocken läuten, haben die Kinder morgens, mittags und abends am Fenster, auf dem Balkon oder im Garten geklappert und so ein Zeichen der Verbundenheit zu gesetzt.

Nach dem Gloria der Abendmahlmesse am Gründonnerstag bis zur Osternacht oder zum Morgen des Ostersonntags schweigen die Kirchenglocken, da in der Zeit des Todes Jesu festlicher Glockenklang als unangemessen empfunden wird. Der alte Brauch des Klapperns ersetzt während der Trauertage den Ruf zum Gottesdienst oder zur Andacht.

Zu Ostern ertönt erstmals wieder festlich und befreiend das Läuten der Kirchenglocken. Auch und gerade wenn es keine öffentlichen Gottesdienste gibt, sollten die Kirchenglocken weiter läuten. Ihr Klang gehört noch immer zu unseren Städten und Dörfern. Glocken sind ein „Bindeglied unter allen Christen“ und könnten darüber hinaus eine klangvolle Brücke bauen vom ‚Ich‘ zur Gemeinschaft“. Wenn Glocken schweigen, lässt das „nichts Gutes erahnen“.
Mit einem ökumenischen Glockenläuten wollen die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden am Ostersonntag um 12 Uhr ein Zeichen der Zuversicht setzen. „So wird ein Klangteppich über unserem Land liegen, der ausdrückt: Niemand ist allein, denn Ostern findet statt.“
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