Kappensitzung Bütgenbach 2019
Kappensitzung mit Prinzenproklamation der KKG Rot-Weiss Bütgenbach am 23. Februar 2019
Karneval: Traditionelle Kappensitzung der KKG "Rot-Weiß" zum vierten Mal mit Prinzenproklamation

Prinz xx I. erobert die Herzen der Bütgenbacher Jecken

Bütgenbach

Nachdem Bütgenbach vor drei Jahren erstmals nach 66 Jahren mit Gerd I., 2017 mit Christian I. und im vergangenen Jahr 2018 mit Jochen I. einen Karnevalsprinzen proklamieren konnte, war auch in diesem Jahr die Überraschung gelungen, nachdem der Vorstand der Kgl. Karnevalsgesellschaft (KKG) Rot-Weiß das Geheimnis monatelang streng gehütet hatte.

von Lothar Klinges

Am Samstagabend war es soweit. Alle Augen richteten sich gespannt in Richtung Eingang, als Sitzungsleiter Ralph Linden das Geheimnis lüftete und das vierte Prinzenpaar der KKG "Rot-Weiß" ankündigte. Beim schwungvollen Einmarsch mit dem Laridah-Marsch in den farbenfroh geschmückten Saal brandete tosender Beifall auf. Eine freudige Überraschung überfiel die Narren, als sie Eric I. (Richter) und seine Frau, Katja I. (Rauschen), erblickten, die ab jetzt für die gesamte Session die Gewalt über die Bütgenbacher Narren haben sollten. Bevor sich das Prinzenpaar der vergangenen Session, Jochen I. und Sidonia I., verabschiedete, gab es die Pritsche und den Spiegel ab, während der neue KKG-Präsident Sven Schommer die neuen Majestäten in ihr Amt einführte. Ehe die Tollitäten das Versprechen "von Herzen gern" ablegten und die Herrschaft übernahmen, hielten sie ihre Ansprache und versäumten dabei nicht, dem ersten Adjudanten des Prinzenpaares, Uli Peters, zu danken, der dem Prinzenpaar zur Seite steht. Für den 42-jährigen Schulleiter ging der Traum in Erfüllung, einmal Prinz zu sein, und auch für die 39-jährige Hotelfachfrau war das Glücksgefühl beim Einzug in den Narrentempel unbeschreiblich groß.

Der Sitzungsleiter Ralph Linden, alias "Zappelphilipp", seit 1 x 11 Jahren KKG-Schriftführer, stimmte das erste „Bötchebesch-Berg, Alaaf“ an und führte mit pointierter Moderation, vor allem mit flinker Zunge souverän durch das abwechslungsreiche fünfstündige Programm und lief in der närrischen Tennishalle Worriken auch gleich zur Höchstform auf. Wie in den vier vergangenen Jahren war der Musikverein "Burgklänge" unter der Leitung von Kapellmeister Xavier Nelles außer Rand und Band als Live-Band mit von der Partie.

Pünktlich um 20.11 Uhr ertönte der Einzugsmarsch, und begleitet vom Spielmannszug Bütgenbach-Berg-Büllingen unter der Leitung von Christian Reuter zog der Elferrat der KKG unter Leitung von Sven Schommer, begleitet von Tanzmariechen Ronja Genten und eskortiert von den Paginnen Eva Wiesemes und Jaimie-Lee Fuhrmann, in die närrische Arena ein. Nun hüpfte Ronja Genten, neu eingekleidet von ihrer Mutter Sandra und mit dem von Sidonia Wahl einstudierten flotten Funkentanz als Tanzmariechen wie ein Floh über die Bühne.

. Der neue KKG-Präsident Sven Schommer dankte in seiner ersten Amtshandlung seinem Vorgänger Alain Heck, der vor sechs Jahren als Nachfolger von Gerd Schumacher (Grinsi) zum KKG-Präsidenten gekürt worden war, für seine "engagierte, freundliche und zielorientierte Vereinsführung", sowie für seine "diplomatische, angenehme und ruhige Art im Umgang mit den Menschen". Unser seiner Leitung konnten viele Ideen erfolgreich umgesetzt werden. Sven Schommer dankte seinem Vorgänger wie auch Alois Schommers und Daniel Wiesemes, die nach langjährigem Einsatz den Verein verlassen haben, sowie den vielen Gruppen für ihr Engagement.

Die Proklamation wurde auch genutzt, um „jecke Jubilare“ mit der närrischen Verdienstmedaille auszuzeichnen. Ronny Fickers und Sven Schommer erhielten für fünfjährige Mitgliedschaft den Hausorden der Gesellschaft

Zunächst eroberte die erste Cordina-Formation mit zehn "Oldies-Damen" unter der Leitung von Sandra Mreyen und Katrin Mackels bei fetzigen Klängen die Bühne und war mit "Tanzfilmen" an Grazilität und Bewegungsästhetik kaum zu überbieten.

Wie in den beiden vergangenen Jahren gab es die KKG-News im ersten Bütgenbacher Fernsehen. Mit Powerpoint, spritzigen Videoeinspielungen und Fotos setzten Sendy Brüls und Sven Schommer mit ihrem prima Spitzenbeitrag und mit humorvollem Tratsch viel Lokalkolorit in Szene, darunter nicht wenige Seitenhiebe in Richtung Gemeindekollegium.. In diesem Jahr erheiterten Sendy Brüls und Ursula van der Putten mit ihren treffenden Pointen bei tatkräftiger Unterstützung von Olivier Bodarwé die Narren im Saal und rissen sie förmlich von den Bänken.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte die von Dajana Schmitz und Ramona Wey einstudierte schwungvolle und mitreißende "Rugby"-Show des unter der Leitung von Sascha Heyen stehenden 15-köpfigen Männerballetts Bütgenbach, das an Grazilität und Bewegungsästhetik kaum zu überbieten war und in beeindruckender Weise aufzeigte, dass sich Rundlichkeit und Gelenkigkeit bei einem rustikalen Tanzstil keinesfalls ausschließen. Die diesjährige fantasievolle und anspruchsvolle Choreografie, welche die Männer einem rasenden Publikum vorführten, bot ein Kostümbild mit starken Würfen, Hebefiguren und einer sauberen Ausführung. Das Training ist hart, um so etwas auf die Bühne bringen zu können. Aber nichts würde funktionieren, gäbe es die „dritte Halbzeit“ an der Theke nicht. Das Geheimnis des Erfolges ist, dass sich die Jungs untereinander einfach prima verstehen. Und das gilt auch für die jungen Damen, die ihre Jungs gut unterstützen.

Als erster Newcomer der Session 2019 berichtete mit gelassenem Sprechtempo "Lemes de Briefträjer vam Nobischdorep" (Jürgen Mölter) als Büttenredner von seinen irrwitzigsten Erlebnissen beim täglichen Postaustragen.

Die Bütgenbacher Narren hatten ihre helle Freude, als zum sechsten Mal unter der Leitung von Ramona Wey die 27 Damen und Herren im Alter von 18 bis 41 Jahren der Tanzgarde der KKG-Bütgenbach in prächtigem Outfit und mit einer tänzerischen Höchstleistung in der festlich geschmückten Tennishalle auftraten. Im vergangenen Jahr hatte die Garde ihre Gruppenbezeichnung um den Namen "Bötschebejer Seestürmer" erweitert.
Mit DJ Kugelblitz, dessen Name Programm ist, ging die erste Programmhälfte zu Ende.

Wer denkt, als Justizvollzugsbeamter hätte man nichts zu lachen, der hat noch nicht den kölschen Beamten Ralf Knoblich aus Köln-Ossendorf kennen gelernt. Als „Dä Knubbelisch vum Klingelpötz“ hat er sich als Typredner dem Kölner Karneval verschrieben und stellte auch in Bütgenbach das Zwerchfell der Karnevalisten auf eine harte Belastungsprobe.

Akrobatik wurde schließlich von den Ladys des Rock'n Roll Clubs Hot Shoes unter der Leitung von Elena Hoffmann und Nancy Grün mit heißen Tänzen geboten, die mit viel Begeisterung dargeboten wurden und mit entsprechend großem Applaus bedacht wurden.
Die Tanzgruppen übertrafen sich mal wieder selbst und gaben ein kaum zu überbietendes Bühnenbild ab. Dahinter stecken viel Fleiß und Schweiß sowie jede Menge Trainingsstunden. Ohne die Ideen und den Idealismus des Trainerstabes wäre solch eine Leistung nicht möglich. Patrick Brüls richtete an alle ein Kompliment, das von Herzen kam, und bedankte sich ebenfalls bei den Sponsoren und für die Verlosung.

Nachdem in 2016 und 2017 die beiden Lokalmatadoren, Markus Linden (Fritz) und Marvin Palm (Ilse), als "frühreife Pänz" bzw. als freche Teenies für jede Menge Lacher und Jubelstürme sorgten, traten sie in diesem Jahr als "Mama Ilse" und "Papa Fritz" als junge Erwachsene auf die Bühne.

In Bütgenbach wird stets ein Optimum fürs Auge geboten, vor allem dank des lokalen Cordina Balletts, das mit einer weiteren Gruppe und Choreografie zu flottem Swing auf der Bühne stand. Mit kreativen Figuren, rasanten Schritten, fantasievollen Kostümen stand die Festhalle fast Kopf, als die zweite Gruppe des Cordina Ballets unter der Leitung von Rebecca Wey mit ihren 26 "Showgirls" bei einer lustigen Seefahrt eine wahre Augenweide war.
Mit vielen gut gesetzten Pointen und frischen Zutaten amüsierte zu später Stunde Büttenredner "Den Dröjen", alias Manuel Jodocy aus Lommersweiler, die Jecken mit niveauvollem "unglaublichem" erfrischendem Humor und liebenswürdiger Schlagfertigkeit im Saal. Er traf damit erstmals zweifellos exakt den Lach-Nerv der Bütgenbacher Jecken.
Die Coverband „De Belsch Jecken“ mit Mario Seffer, Rainer Hilgers, Mike Siquet, Sebastian Greven und Marvin Cornely läutete schließlich mit bekannten Karnevalsliedern das Finale ein. Lachen, singen, schunkeln und tanzen konnte das Publikum bis zur Erschöpfung, ehe DJ „Kugelblitz“ mit Stimmungsliedern zur After-Sitzung überleitete, die in der Tennishalle Worriken erst in den Morgenstunden zum Frühstück zu Ende ging, womit dem Bütgenbacher Sitzungskarneval schließlich der Garaus gemacht wurde.
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