28.08.2022 Dessau-Roßlau Kundgebung "Handwerker für den Frieden"

by Igor Netz

Gut 1.500 Personen sind dem Aufruf von „Handwerkern für den Frieden“ zum Marktplatz in Dessau-Roßlau gefolgt. Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Kreishandwerkerschaft Dessau-Roßlau. Unterstützung kam von der lokalen Linkspartei sowie aus dem verschwörungsideologischen Spektrum der Partei „Die Basis“ und der örtlichen Montags-Mahnwache.
Zu den Rednern, ausschließlich Männer, gehörten: Karl Krökel, Innungsobermeister des Metallhandwerks in Dessau-Roßlau und Diplom-Ingenieur. Krökel war im Juni Mitinitiator eines offenen Briefes gegen „Krieg als Mittel der Politik“. 2014 war Krökel Kandidat der AfD bei den Kommunalwahlen. Im Vorfeld bewarb die DKP online in „Unsere Zeit“ die Veranstaltung. Auch Jürgen Elsässer fand bei Compact TV lobende Worte. Weiterhin sprachen Michael Müller, Bundesvorsitzender der „Naturfreunde“ und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium sowie Reiner Braun, „Internationales Friedensbüro“ sowie verschiedene Handwerksmeister. Die Kundgebung hatte Querfront-Charakter. Es kamen regionale Neonazis, die verschwörungsideologische BüSo verteilte Flugblätter. Auch das extrem Rechte Compact-Magazin wurde verkauft. Dabei waren auch Mitglieder der Linkspartei. Gefordert wurde ein Ende der Sanktionen gegen Russland, die angeblich zu Lasten des lokalen Handwerks gingen und eine Öffnung von Nord Stream 2. Ein Redner machte sich unter Applaus und Gejohle über Gendersprachgebrauch lustig. Zum Abschluss warb Krökel für eine offene Petition und sprach sich für die Teilnahme an lokalen Aktionen aus, aber auch für einen „Protestmarsch auf Berlin“.

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