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"Untergetaucht: Gesuchter Tunesier war als Gefährder bekannt" (Berliner Morgenpost, 21.12.2016) | by quapan
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"Untergetaucht: Gesuchter Tunesier war als Gefährder bekannt" (Berliner Morgenpost, 21.12.2016)

Untergetaucht: Gesuchter Tunesier war als Gefährder bekannt

 

Die Polizei sucht nach dem Anschlag mit einem Lkw am Breitscheidplatz jetzt nach einem Tunesier. Es soll bundesweit gefahndet werden. Von Ulrich Kraetzer, 21.12.2016, 13:15

 

Die Polizei sucht nach der Todesfahrt vom Breitscheidplatz einen neuen Tatverdächtigen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich um einen 23 Jahre alten Tunesier, der den Behörden unter mehreren Identitäten bekannt ist. Der Mann soll im April dieses Jahres Asyl in Deutschland beantragt und den Aufenthaltsstatus einer Duldung haben.

 

Die Polizei soll ihm auf die Spur gekommen sein, weil Beamte im Umfeld des Todes-Lkw nach erneuter intensiver Suche seine Duldungsbescheinigung fanden. Der Tatverdächtige könnte sie bei einem Kampf mit dem polnischen Fahrer verloren haben. Dieser war mit einer Schusswunde und Messerstichen tot in der Fahrerkabine aufgefunden worden.

 

Denkbar ist, dass der nun gesuchte Tunesier den polnischen Fahrer beim Kapern des Fahrzeugs zunächst mit einem Messer außer Gefecht setzte, der Mann aber zunächst überlebte. Unmittelbar vor oder während der Todesfahrt auf dem Breitscheidplatz könnte es Ermittlern zufolge zu einem Kampf zwischen dem Polen und dem Tunesier gekommen sein. Das würde auch erklären, warum der Lkw bereits nach rund 60 bis 80 Metern zum Stehen kam. Sein mutmaßliches Ziel, so viele Menschen wie möglich zu töten, hatte der Attentäter damit nicht erreicht – mutmaßlich dank dem Eingreifen des Polen, der seinen Einsatz mit dem Leben bezahlte, weil er – mutmaßlich – von dem Tunesier erschossen wurde.

 

Nach Morgenpost-Informationen war der Tunesier in das Netzwerk des vor eineinhalb Monaten in Niedersachsen festgenommenen Salafisten-Predigers Ahmad Abdelaziz A. alias Abu Walaa eingebunden. Dieser gilt als einer der radikalsten Prediger Deutschlands und als wichtiger Verbindungsmann zur Terrormiliz " Islamischer Staat" (IS). Weil der nun gesuchte Tatverdächtige Kontakt zu Abu Walaa hatte, stufte die Polizei ihn als sogenannten " Gefährder" ein. In dieser Kategorie werden gewaltbereite Islamisten erfasst, bei denen die Polizei davon ausgeht, dass sie jederzeit einen Anschlag verüben könnten. Anfang dieses Monates soll der Tunesier aber untergetaucht sein. Unbestätigten Informationen aus Ermittlerkreisen zufolge hat der 23-jährige den Aufenthaltsstatus einer Duldung. Er soll zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin gependelt sein.

 

Die Polizei fahndet nunmehr bundesweit nach dem Tunesier. Eine offizielle Bestätigung für sämtliche Angaben gibt es nicht.

 

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Uploaded on December 21, 2016