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► maple leaf  in sunder by razor blade◄  Berlin, October 3rd 2007 | by quapan
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► maple leaf in sunder by razor blade◄ Berlin, October 3rd 2007

The maple leaf halves as symbols for East & West.

The sundered maple leaf as the symbol of unity.

 

The divisive razor blade as a figuration for the now global minefield of preprogrammed deadly misunderstandings caused by the rashly opening of Pandora's box („Mauerfall”) which released the spellbound thought ghosts of cold classism and hot war ...

 

Once there was a wall, now there's the razor !

M. THE KNIFE from Schizo-Land.

  

"How had they christen that? - Revolution? - That was none!"} The church-sponsored, moralin-sour counter-revolution in the November 1989 we are taught to call a "peaceful revolution".

Ja, damals ...

Wie ham se das jetauft?

Revolution? - Das war keine.

Sie haben dich verraten und verkauft;

darum denk stets nur das eine:

1918! Gesegnete Zahl!

Nächstes Mal besser! Es lohnt sich, es lohnt sich, es lohnt sich noch einmal!

  

All hail the American Night

And so I say to you

The silk handkerchief was embroidered in China or Japan

Behind the steel curtain

And no{w} one can cross the borderline without proper credentials.

This is to say that we are all sensate and occasionally sad and if every

Partner in crime were to incorporate promises in his program

The dance might end and all our friends would follow another program.

Who are our friends?

Are they sullen and slow?

Do they have great desire?

Or are they one of the multitude who...

Walk doubting their impossible regret.

Certainly things happen and reoccur in continuous promise;

All of us have found a safe niche where we can store up riches

And talk to our fellows on the same premise of disaster.

But this will not do.

No, this will never do.

There are continents and shores which beseech our understanding

Seldom have we been so slow

Seldom have we been so far

My only wish is to see Far Arden again.

JDM from Ami-Land on tape in Paris 1971

 

----------------------------------------VOCABULARY--------------------------------

Pandora's box noun a process that generates many complicated problems as the result of unwise interference in something.

October 3rd On October 3 1990 West Germany and East Germany were united, thus formally ending the existence of East Berlin.

discord verb archaic (of people) disagree; discordant adj. 1. disagreeing or incongruous --> concordant in agreement; consistent; discordance (fr.) 1.Nichtübereinstimmung 2.géol. Unterbrechung der Schichten; la discorde Zwietracht; discord adj. verstimmt

sunder verb, poetic/literary, split apart, the crunch of bone when it is sundered - PHRASES in sunder, apart or into pieces, hew their bones in sunder!

dislocation 1.Auseinandernehmen 2. ~ d'un empire Zerstückelung e-s Reiches 3. (med.) Verrenkung 4. (mil.) Verlegung; Verwirrung (von Truppeneinheiten) 5. (géol.) Verschiebung 6. exercises de ~ Gelenkigkeitsübungen [_Duden Oxford, Standardwörterbuch Englisch, Englisch-Deutsch, Deutsch-Englisch, 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage, Das Werk wurde in neuer Rechtschreibung verfasst, Herausgegeben von der Dudenredaktion (Olaf Thyen, Werner Scholze-Stubenrecht, Magdalena Seubel, Brigitte Alsleben) und Oxford University Press (Michael Clark, Bernadette Mohan, John Pheby, Robin Sawers, Gunhild Prowe), Brockhaus AG, Mannheim 1998_]

dislocation [mass noun] disturbance from a proper, original or usual place or state. - injury or disability caused when the normal position of a joint or other part of the body is disturbed - (cristallography) a displacement of part of a crystal lattice structure.

dislocate (often be dislocated): the symbol is dislocated from its political context. [_New Oxford Dictionary of English, Edited by Judy Pearsall, Oxford University Press 1998,2001_]

disjuncture a separation or disconnection

disintegration the process of loosing cohesion: the process of economic failure and social disintegration -the process of coming to pieces -break down of the personality: loss of self-esteem leads to the disintegration of a proud man -physics: a process in which a nucleus or other subatomic emits a smaller particle or divides into smaller particles.

Arte Povera artistic movement that originated in Italy in the 1960's, combining aspects of conceptual, minimalist and performance art, and making use of worthless or common materials such as earth or newspaper, in the hope of subverting the commercialization of art. [NODE p94]

 

----------------------------------------POLITIK------------------------------------------

31.Oktober 2009: (ddp)

Platzeck fordert versöhnlicheren Umgang mit SED-Vergangenheit

«Zwei Jahrzehnte nach dem revolutionären Umbruch in der DDR müssen wir in Deutschland endlich anfangen, es mit dem überfälligen Prozess der Versöhnung wirklich ernst zu meinen», schreibt Platzeck in einem Beitrag für das Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Quer durch die ostdeutsche Gesellschaft ziehe sich «auch nach 20 Jahren noch immer - und sogar wieder zunehmend - ein ungesunder Riss», fügt der SPD-Politiker hinzu. «Barrieren wurden wieder aufgerichtet, Spaltungen haben sich verfestigt.» Als Beispiel für gelungene Integrationsbemühungen lobt der Ministerpräsident ausdrücklich versöhnliche Gesten des früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher gegenüber Mitgliedern der Waffen-SS. Schumacher, der fast zehn Jahre lang KZ-Häftling war, hatte 1951 einen versöhnlichen Umgang mit den überlebenden Mitgliedern der Waffen-SS als «menschliche und staatsbürgerliche Notwendigkeit» bezeichnet. Der seit 1990 vereinigten Bundesrepublik sei im Vergleich zum Westdeutschland der Nachkriegszeit «zwar eine bemerkenswerte, richtige und bessere Aufarbeitungsleistung gelungen», schreibt Platzeck «eine vergleichbare Integrationsleistung jedoch nicht».

 

Im Verhältnis zur Linkspartei als Nachfolgeorganisation der SED gehe es «immer auch um die Last der Geschichte». «Diese Macht der Vergangenheit ist gut erklärlich», heißt es weiter, «aber sie tut Ostdeutschland nicht gut, und sie tut der politischen Kultur in unserer seit 1990 vereinigten Republik nicht gut.» «Ob wir die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen, erweist sich weniger in ritualisierter Vergangenheitsbewältigung als in unserer Bereitschaft zu tätigem Neubeginn», schrieb der frühere Bürgerrechtler. «Wer sich dazu bereitfindet, muss Demokraten willkommen sein.» Platzeck will in Brandenburg eine Koalition aus SPD und Linke bilden.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Jan Redmann, nannte Platzecks Äußerungen ein «zynisches Ablenkungsmanöver». Platzeck wolle die Koalition mit der Linken aus rein machtpolitischen Erwägungen, sagte Redmann am Samstag. Es gäbe keinen Riss in der ostdeutschen Gesellschaft und auch keine neuen Barrieren, allerdings diskutiere die JU darüber, ob bestimmte Vertreter der Linkspartei geeignet wären, verantwortungsvolle Ämter zu übernehmen. Derzeit findet nach Redmanns Einschätzung eine Diskussion um eine differenzierte Bewertung der DDR statt. Diese sei wichtig, «weil es um einen bedeutenden Teil unserer gesamtdeutschen Identität geht».

  

2. Oktober 2010: (afp)

Merkel wirbt um Verständnis für Verlierer der Einheit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat um Verständnis geworben, dass nicht alle Bürger der ehemaligen DDR über die Einheit nur Freude empfinden. Viele Menschen in Ostdeutschland trauerten auch "verlorenen Lebenschancen" nach, sagte Merkel der "Bild am Sonntag" anlässlich des 20. Jahrestags der deutschen Einheit. Die ältere Generation habe den Umbruch teils hart zu spüren bekommen, vor allem in Form von Arbeitslosigkeit.

Merkel wünschte sich zudem mehr Anerkennung für die Lebensleistung der Ex-DDR-Bürger im Westen. Es sei schade, dass manche "bis heute nicht sehen oder verstehen wollen, dass das Staatsgebilde der DDR das eine war - und das Leben jedes Einzelnen das andere". Das habe viele Menschen in den neuen Ländern verletzt, "weil sie das Gefühl hatten, ihre Lebensleistung, wie der tägliche Kampf um die Versorgung der Familie mit Essen und Kleidung, werde nicht ausreichend anerkannt", sagte Merkel.

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hatte laut Merkel als "Kanzler der Einheit" versucht, die Mentalität der DDR-Bürger zu verstehen. "Er hat sich auf alle Fälle sehr bemüht, sich in unsere Lebensumstände hineinzuversetzen. Für uns war besonders wichtig, dass man bei ihm im Gegensatz zu Oskar Lafontaine immer den Eindruck hatte: Helmut Kohl mochte uns!"

An ihr Privatleben vor der Wiedervereinigung in Ost-Berlin hat Merkel überwiegend positive Erinnerungen: "Langweilig war es nicht. Wir haben gelesen, wir haben schöne Reisen in Osteuropa gemacht. Ich habe einige Monate in Prag gearbeitet. Ich habe sehr interessante wissenschaftliche Fachtagungen besucht. Es gab Freunde in Polen und in der Tschechoslowakei, die sehr viel mehr reisen durften als wir. Alles in allem: Wir versuchten mitzubekommen, was in der Welt geschah."

 

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Don't ever take a fence down until you know why it was put up. - Robert Frost

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Compassion for Borderline Personality Disorder. How to Treat Someone with BPD? By Sheri Jacobson, August 1, 2013

... the Borderline Personality (BP) will always push people away, in fear of getting hurt. This is extremely difficult and painful for the people around them, as they can seem cold/angry, attention seeking, or not wanting help.

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„Ukraine plant Grenzbefestigungen“ schrieb NZZ Heute auf die S2. Es scheint mehr und mehr, dass der Fall von Berliner Mauer nicht ein Ende aller Mauern bedeutete, sondern ein fulminanter Neubeginn – denn, seit damals hat sich die Anzahl von solchen Gebilden weltweit vervielfacht.

Ljubomir Bratić am 12. September 2014 auf Facebook

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Ruck-Rede am Tag der Deutschen Einheit 2017 in Mainz

03.10.2017 17:53 Uhr spiegel online Von Christoph Ruf, Mainz

... Und er bekam den längsten Applaus des Tages, als er sich in einem weiteren Punkt von der AfD distanzierte, ohne sie auch nur einmal beim Namen zu nennen: "Die Verantwortung vor unserer Vergangenheit kennt keine Schlussstriche." Nicht historisch und nicht im Zerrbild, das Ost und West zuweilen voneinander hätten.

...

Die große Mauer, die Deutschland geteilt habe, sei gefallen. Aber das Ergebnis der Bundestagswahl habe gezeigt: "Es sind andere Mauern entstanden, weniger sichtbare, ohne Stacheldraht und Todesstreifen."

  

Ugandas Staatsminister für Flüchtlinge: "Die Zeit der Mauern ist vorbei" 4. Oktober 2017

Interview Bartholomäus von Laffert mit Musa Ecweru

 

Kein Land hat im vergangenen Jahr mehr Flüchtlinge aufgenommen als Uganda. Mittlerweile leben 1,3 Millionen im Land, und täglich kommen mehrere Hundert dazu. Musa Ecweru, als Staatsminister für Flüchtlinge zuständig, setzt dennoch auf Hilfe statt Abschottung.

SPIEGEL ONLINE: Wie finden Sie es, dass die EU gerade versucht, einen Milliarden-Deal mit Libyen auszuhandeln, um die zentrale Mittelmeerroute zu schließen?

Ecweru: Ein Problem wird nicht beseitigt, wenn man Warlords und Milizen dafür bezahlt, es zu lösen. Solange es in Libyen keinen Rechtsstaat mit funktionierendem Sicherheitsapparat gibt, sind solche Überlegungen sinnlos. Es war einer der größten Fehler unserer Zeit, Gaddafi zu töten, ohne einen Plan B für Libyen in der Hinterhand zu haben. Gaddafi war ein Diktator, das muss man nicht schönreden, aber zu seiner Zeit gab es staatliche Strukturen. Es gab keine Sklaventreiber, die Millionen verdienen mit leeren Versprechen vom Paradies Europa.

SPIEGEL ONLINE: Was fordern Sie von der europäischen Politik?

Ecweru: Zum einen muss Europa seiner Pflicht nachkommen und sich um die Menschen kümmern, die dort Zuflucht suchen. Zum anderen sollte die EU die Länder in Afrika unterstützen, die sich wie Uganda bereit erklären, Flüchtlinge aufzunehmen. Das kostet viel Geld, aber dann würden die Menschen hierbleiben. Damit wäre allen geholfen.

SPIEGEL ONLINE: Was können Sie den EU-Politikern mit auf den Weg geben?

Ecweru: Die Zeit der Mauern ist vorbei! Sie selbst haben doch in Deutschland die Erfahrung gemacht, was es bedeutet, durch eine Mauer getrennt zu sein. Den Fall der Berliner Mauer hat damals die ganze Welt gefeiert. Es ist rückwärtsgewandt, wenn Populisten heute wieder fordern "Deutschland den Deutschen", "Großbritannien den Briten" und "Europa den Europäern". Wacht auf, wir leben im 21. Jahrhundert und die Welt wächst immer mehr zusammen zu einem einzigen Dorf. Migration wird nicht gestoppt, indem man versucht, sich abzugrenzen. Wir sind eine Weltgemeinschaft und nur als solche können wir Probleme lösen.

 

2. Oktober 2017: Deutsche Spaltung - Einigkeit und Rechts und Brechreiz Eine Kolumne von Jakob Augstein

Deutschland feiert den Tag der Einheit. Aber die Wahl hat gezeigt, wie gespalten das Land in Wahrheit ist: Reich und arm, Ost und West haben sich immer weniger zu sagen. Ist eine deutsche Einheit möglich?

 

Einigkeit und Recht und Freiheit: Schon in ihrer Nationalhymne lassen die Deutschen keinen Zweifel daran, was ihnen am wichtigsten ist. In Frankreich kommt zuerst die Liberté. Gleichheit und Brüderlichkeit folgen. Aber die Deutschen wollen vor allem eins: einig sein. Darum heißt ihr Nationalfeiertag, den sie am 3. Oktober begehen, auch "Tag der deutschen Einheit". Da ist dann wohl etwas schiefgelaufen. Die Bundestagswahl hat gezeigt: Seit der sogenannten Wiedervereinigung waren sich die Deutschen nicht so fremd wie heute.

 

"Einheit" war ein deutscher Traum des 19. Jahrhunderts. Das Wort tümelt mittlerweile ganz schön. Und mal ehrlich: wer will schon in "Einheit" mit Björn Höcke und Alexander Gauland verbunden sein? Wenn dieser Gauland und seine Spießgesellen sagen, sie wollten "unser Volk" zurückholen, ist die unwillkürliche Antwort: Zu denen will ich gar nicht. Andererseits muss man sich fragen, wie viel Entzweiung sich die Deutschen leisten können und wollen.

Denn wer jetzt 87 Prozent gegen 13 Prozent stellt und alles für halb so wild hält, der rechnet sich die Lage schön und verrechnet sich dabei. Im Osten hat ein Viertel der Männer eine Partei gewählt, deren Spitzenkandidat einmal gesagt hat: "Wir wollen in dieser Republik gar nicht ankommen. Wir wollen eine andere Republik." Die Frage ist also, ob die 13 Prozent der AfD erst die Vorboten des Kommenden sind.

"Die Leute wollen, dass Deutschland Deutschland bleibt." Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat das gesagt. Er war in der Riege der deutschen Polit-Prominenz bislang nicht durch besonders fundierte Diagnosen aufgefallen - aber diesmal hat er einen wunden Punkt erwischt. Man kann den Satz als ontologischen Nonsens abtun. Denn nichts ist, was es war. Und alles ist, was es ist. Das gilt täglich. Und darum bleibt Deutschland immer Deutschland. Aber das meinte Tillich offenbar nicht.

 

Tillich und seinesgleichen wollen nicht, dass Deutschland bleibt, wie es ist - sondern wieder wird, wie es einmal war. Sie wollen zurück in die Vergangenheit. Veränderungen zurückdrehen. Modernisierung abstellen. Wenigstens verlangsamen.

Die Fans der Modernisierung würden einen wie Tillich am liebsten bei den Hörnern nehmen und ihm entgegnen: Richtig so! Das offene, pluralistische Deutschland, in dem ethnische, religiöse, sexuelle und sonstige Minderheiten vergleichsweise sicher leben können - das soll unbedingt so bleiben, wie es ist! Sorgt mal dafür, ihr in Sachsen!

Deutschland zerfällt

Aber über die Gräben hinweg, die das Land inzwischen trennen, versteht man sich nicht mehr. Die gemeinsame Sprache versagt. Darum werden wir an diese Wahl noch lange denken: Sie hat ein zerrissenes Land enthüllt. Ost und West, reich und arm - Deutschland zerfällt. Es gehört zu den Aufgaben einer Regierung, das Trennende zu überwinden. Aber die Koalition, die sich unter dem unsinnigen Namen "Jamaika" zusammenfinden will, wird eine Regierung der Spaltung sein. Das Bündnis aus CDU, Grünen und FDP steht für die Selbstabschottung des westdeutschen Wohlfühlbürgertums. Der Rest soll sehen, wo er bleibt.

 

Machen wir uns nichts vor: Auch die sogenannten Liberalen wissen, wie man den "Anderen" ausgrenzt. Wenn der "Stern" frohlockt, es "könnte sich tatsächlich in Jamaika das aufgeklärte, liberale, leistungsbereite Bürgertum zusammenfinden" - dann bedeutet das gleichzeitig, dass all die anderen engstirnige, faule Hinterwäldler sind.

 

Man spricht ihnen nicht weniger als die Fähigkeit zum klaren Denken ab. Die "NZZ" etwa fand, der deutsche Wahlkampf habe seine eigentlichen Demarkationslinien nicht zwischen links und rechts gefunden, sondern vielmehr zwischen einer "als transparent und unhintergehbar akzeptierten Vernunft und - eben - einer Alternative dazu". Dazu passt auch, dass der Soziologe Heinz Bude im Deutschland des Jahres 2017 "Milieus der Kränkung" und "Milieus der Vernunft" feststellt. Der AfD-Wähler ähnelt also eigentlich einem Kind, einem Debilen, er folgt seinen Instinkten.

Wer so redet, versucht, ein politisches Problem zu entpolitisieren. Dieser Versuch wird scheitern und viel Schaden anrichten.

Das selbstgerechte Milieu hat nach der Wahl mit Verachtung registriert, dass ausgerechnet in jenen Wahlkreisen eine migrantenfeindliche Partei Zulauf erhielt, in denen es so gut wie keine Migranten gibt. Aber das ist kein weiterer Beweis für die Vollverblödung der rechten Wähler, sondern dafür, dass es nicht um die Migranten geht - sondern um die Deutschen.

Das Problem beginnt erst

Es gibt da draußen eben eine Menge von Menschen, die nicht zu den transnationalen Gewinnern gehören. Die keine "lovely jobs" haben, mit Apple-Rechner und Slow-Food-Kantine. Die fühlen sich bedroht in einer Welt, in der Konzerne ab- und Migranten einwandern. Und die haben im Moment den Eindruck, dass sich ihnen nur die Wahl zwischen einer unsolidarischen Globalisierung oder einer solidarischen Abschottung bietet. Denn auf die Frage, wie eine gerechte Internationalisierung aussehen soll, haben die Linken keine Antwort und den Liberalen ist sie gleichgültig.

 

Wenn die Vorhersagen über den weiteren Umbau der Industriegesellschaft zutreffen, über die Verwerfungen, die neue Produktionsverfahren und künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt bald hervorrufen werden, dann wird die Zahl dieser Leute zunehmen. Das Problem beginnt also erst.

Der französische Film "La Haine" - "Hass" - beginnt mit den Worten. "Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von 'nem Hochhaus fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: 'Bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut...'. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!"

 

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2007

3rd Oct: uploaded

 

2014

24 Sept: 40,317

29 Sept: 40,797

03 Oct.: 41,488

12 Oct.: 42,474

 

2015

23 Jan: 50,502

24 Jan: 50,579

25 Jun: 69,591

 

2016

15 Feb: 92,274

 

2017

3rd Oct: 138,729

5th Oct: 138,899

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Taken on October 3, 2007