herb_st85
Synagoge Mühlhausen, Landkreis Erlangen-Höchstadt
Rückwand der Synagoge als Garagenwand!?
In Mühlhausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./17. Jahrhunderts zurück. 1464 wird erstmals ein Juden am Ort genannt, der als Kläger vor dem Landgericht Bamberg auftrat. … 1678 waren […] acht jüdische Familien unter den Freiherren von Egloffstein am Ort.
1709 und 1712 lebten neun jüdische Familien am Ort. Sowohl die Freiherren von Egloffstein wie auch die Bayreuther Markgrafen hatten Juden am Ort aufgenommen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809/10 178 jüdische Einwohner (24,0 % von insgesamt 741), 1811/12 187 (24,7 % von 758), 1817 45 Familien mit zusammen 196 Personen, davon 53 Jungen, 52 Mädchen sowie 6 jüdischen Dienstboten; 1824/25 208 (25,0 % von 833), 1867 150 (12,4 % von 1.212), 1880 112 (9,3 % von 1.206), 1890 111 (10,2 % von 1.086), 1900 77 (7,5 % von 1.029), 1910 66 (6,4 % von 1.035). Das Matrikelgesetz von 1813 räumte für Mühlhausen 45 Matrikeln ein. Zur jüdischen Gemeinde Mühlhausen gehörten nach der Auflösung der israelitischen Kultusgemeinde Vestenbergsgreuth auch die hier noch lebenden jüdischen Einwohner.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge …, eine jüdische Elementarschule (1869 bis 1920, zuletzt nur noch von den beiden Kindern des jüdischen Lehrers Hammelburger besucht, s.u.) beziehungsweise eine Religionsschule sowie ein rituelles Bad. …
Bereits vor 1686 war ein Betsaal beziehungsweise eine Synagoge vorhanden. In diesem Jahr (1686) war dieses Gebäude baufällig und nicht mehr anständig. Hierauf wies Albrecht von Egloffstein der Gemeinde einen zum Schlossgarten gehörigen Platz zu, auf dem ein Synagogenneubau ausgeführt werden konnte.
1754 wurde am selben Platz eine neue Synagoge erbaut. 1833 wurde die Synagoge innerhalb von vier Monaten umfassend renoviert und am 6. September 1833 neu eingeweiht. …
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und völlig verwüstet: SS-Leute, die zuvor die Juden in Adelsdorf überfallen hatten, waren von dort nach Mühlhausen gekommen. Sie brachen durch ein Fenster in die Synagoge ein und zerschlugen die Inneneinrichtung. Ein Teil der Inneneinrichtung und die Ritualien wurden auf den Marktplatz geschleppt und dort verbrannt.
Im April/Mai 1949 fand vor dem Landgericht Bamberg ein Prozess gegen einige der am Novemberpogrom Beteiligten statt. 18 erhielten Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu vier Jahren, einer wurde freigesprochen.
Das Synagogengebäude blieb nach 1945 erhalten und wurde zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus - ein charakteristischer Walmdachbau … umgebaut.
…
www.alemannia-judaica.de/muehlhausen_erh_synagoge.htm
Synagoge Mühlhausen, Landkreis Erlangen-Höchstadt
Rückwand der Synagoge als Garagenwand!?
In Mühlhausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./17. Jahrhunderts zurück. 1464 wird erstmals ein Juden am Ort genannt, der als Kläger vor dem Landgericht Bamberg auftrat. … 1678 waren […] acht jüdische Familien unter den Freiherren von Egloffstein am Ort.
1709 und 1712 lebten neun jüdische Familien am Ort. Sowohl die Freiherren von Egloffstein wie auch die Bayreuther Markgrafen hatten Juden am Ort aufgenommen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809/10 178 jüdische Einwohner (24,0 % von insgesamt 741), 1811/12 187 (24,7 % von 758), 1817 45 Familien mit zusammen 196 Personen, davon 53 Jungen, 52 Mädchen sowie 6 jüdischen Dienstboten; 1824/25 208 (25,0 % von 833), 1867 150 (12,4 % von 1.212), 1880 112 (9,3 % von 1.206), 1890 111 (10,2 % von 1.086), 1900 77 (7,5 % von 1.029), 1910 66 (6,4 % von 1.035). Das Matrikelgesetz von 1813 räumte für Mühlhausen 45 Matrikeln ein. Zur jüdischen Gemeinde Mühlhausen gehörten nach der Auflösung der israelitischen Kultusgemeinde Vestenbergsgreuth auch die hier noch lebenden jüdischen Einwohner.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge …, eine jüdische Elementarschule (1869 bis 1920, zuletzt nur noch von den beiden Kindern des jüdischen Lehrers Hammelburger besucht, s.u.) beziehungsweise eine Religionsschule sowie ein rituelles Bad. …
Bereits vor 1686 war ein Betsaal beziehungsweise eine Synagoge vorhanden. In diesem Jahr (1686) war dieses Gebäude baufällig und nicht mehr anständig. Hierauf wies Albrecht von Egloffstein der Gemeinde einen zum Schlossgarten gehörigen Platz zu, auf dem ein Synagogenneubau ausgeführt werden konnte.
1754 wurde am selben Platz eine neue Synagoge erbaut. 1833 wurde die Synagoge innerhalb von vier Monaten umfassend renoviert und am 6. September 1833 neu eingeweiht. …
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und völlig verwüstet: SS-Leute, die zuvor die Juden in Adelsdorf überfallen hatten, waren von dort nach Mühlhausen gekommen. Sie brachen durch ein Fenster in die Synagoge ein und zerschlugen die Inneneinrichtung. Ein Teil der Inneneinrichtung und die Ritualien wurden auf den Marktplatz geschleppt und dort verbrannt.
Im April/Mai 1949 fand vor dem Landgericht Bamberg ein Prozess gegen einige der am Novemberpogrom Beteiligten statt. 18 erhielten Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu vier Jahren, einer wurde freigesprochen.
Das Synagogengebäude blieb nach 1945 erhalten und wurde zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus - ein charakteristischer Walmdachbau … umgebaut.
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www.alemannia-judaica.de/muehlhausen_erh_synagoge.htm