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Meditation at the Lake | by h.koppdelaney
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Meditation at the Lake

Nobody there but you

 

HKD

 

Keiner mehr da

 

Eines Tages stellst du fest, wie perfekt alles ist und fließt über vor Dankbarkeit. Nach all den quälenden Jahren der Unzufriedenheit und Undankbarkeit, keimt das Gefühl der Dankbarkeit in dir. Anfangs für winzige Augenblicke. Dann für Sekunden, Minuten und schließlich blüht und bricht es auf und erfreut dich für Tage und Wochen, nur noch mit kleinen Unterbrechungen, mit Abstürzen in den Widerstand.

Im Widerstand gegen alles und jedes ist das Ego verkrampft. Das Ego entsteht aus dem Versuch heraus, Schmerz zu vermeiden. Als Kind baust du einen Schutz gegen Verletzungen deiner Gefühlswelt auf. Von verletzten Gefühlen gequält zu werden, das willst du vermeiden und entwickelst ein Abwehrverhalten. Auch möchtest du mit geringstem Aufwand deine Wünsche befriedigen und entwickelst mit Raffinesse deine Taktiken. Kalkuliertes Verhalten ermöglicht dir Erfolg in einer Gesellschaft, die auf Wettbewerb beruht.

In dieser Gesellschaft bewegst du dich mithilfe deines Egos, deiner Anpassung, deiner Maske. Und diese Maske wird von bestimmten Augenblicken an lästig, schmerzhaft, hinderlich in Bezug auf deine herzlichen, deine kindlichen Gefühle. In deiner Ego-Welt hat die Liebe für ein Kaninchen oder ein Pony keinen Platz.

Und dennoch brechen in Augenblicken, die an das Wesentliche in dir rühren, Liebe und mit ihr Dankbarkeit durch. Geburt und Tod rühren an das Wesentliche.

Das Spiel zwischen Leere und Fülle, zwischen dem Versiegen der kindlichen Gefühle und der Rückkehr der Herzlichkeit bringt erkennende Dankbarkeit. Du erkennst und fühlst, was dir fehlte, sobald du es zurück erhältst.

Wenn die Liebe zurückkehrt und den Hass in dir erlöst, öffnet sich dein Herz. Versuche nicht, Liebe zu heucheln. Kindliche Sensorik fühlt Lieblosigkeit. Du kannst dein inneres Kind nicht betrügen.

Über ihre kindliche Sensorik verfügen aber auch einige erwachsene und alte Menschen, die in der Lage sind, ihre Gefühle bewusst zu interpretieren und sich nicht verunsichern lassen durch geheuchelte Worte und falsche Beteuerungen. Alles was zum Ego-Verhalten gehört, erkennt kindliche Sensorik und kann die Falschheit entlarven.

Falschheit und Heuchelei aber gehören in einen Abschnitt und einen Bereich des Lebens, der im Buddhismus als „Samsara“ bezeichnet wird. Die meisten Menschen schwimmen wie die Fische im Wasser im unendlichen Strom des Samsara-Bewusstseins, das von Skepsis, Vorsicht und Kalkül bestimmt ist, und sie wissen es nicht. Es ist zu alltäglich.

Niedere Instinkte leben sich in Samsara aus und die Bemühungen, sich in dieser Umgebung mit einem tauglichen Ego zu schützen sind angebracht.

Doch der Panzer des Egos kann wieder abgelegt werden, und dieses Ablegen endet schließlich in Liebe und Dankbarkeit. Anfangs für Augenblicke, dann für Minuten und schließlich dauerhaft präsent durchwebt das Gefühl der Erfüllung alle Augenblicke, auch die des Schmerzes und des Abschieds. Süßer Schmerz beinhaltet Dankbarkeit für die perfekte Schöpfung. Nehmen und Geben finden sich im Einklang.

Steht hier ein Mann oder ein Kind auf dem Kai?

Schließlich ist niemand mehr da, der an diesem Unterschied interessiert ist, weil nur die Liebe zählt.

 

HKD

 

Digital art based on own photography and textures

 

HKD

  

Picture + Zen Music

www.youtube.com/watch?v=lncYu5avRgU&feature=em-subs_d...

 

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Taken on August 30, 2012