Windmill in Winter

Windmill in Winter

 

HKD

 

Lust in der Mühle

 

Die Architektin und ihre Kollegen vom Denkmalschutz hatten eine Windmühle inspiziert und waren mit der Lokalbahn auf dem Weg in die ebenfalls verschneite Kreisstadt. Sie hatten sich bereits kalte Füße geholt, denn auch die Landschaft um die Mühle herum musste protokolliert werden. Die nassen Schuhe wurden nun an den am Boden befindlichen Lüftungsschacht gehalten, aus dem warme Luft ins Abteil strömte.

Anke nieste ein paar Mal und entschuldigte sich. Aber es sei mehr als wert gewesen, den Weg zur Mühle auf dem schneebedeckten Hügel zu Fuß zu gehen.

Holger, der männliche Kollege stimmte zu. „Auf jeden Fall! Schade nur, dass der nasskalte Wind so blies. Wir bekommen Tauwetter. Vorgestern, bei Sonne, hätten wir wohl noch mehr sehen können.“

„Ich weiß“, sagte Ruth. „Du hattest einen früheren Termin vorgeschlagen, aber es war bei mir einfach nicht machbar.“

„Schon gut“, sagte Holger. „Sonst hätten wir das Geheimnis der Müllerin auch nicht miterleben können.“

Anke lachte. „Wir haben doch alle was zu verstecken, oder? Amüsiert hat es mich aber auch.“

Alle drei hatten die Mühle schon längst verlassen und waren ohne den Hausbesitzer noch einmal mit der Umgebung beschäftigt, als ihr Rückweg sie am Wohnhaus vorbei führte und alle drei von seltsamen Geräuschen und Tönen angezogen wurden. Das Stöhnen war kein schmerz- sondern ein lustvolles wie ein Blick durch das Fenster zeigte.

„Wir sind zwar schnell weiter gegangen“, sagte Holger. „Doch wenn der Besitzer unsere Spuren im Schnee sieht…“

 

HKD

 

 

Digital art based on own photography and textures

 

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Taken on February 3, 2012