Alien City

Alien City

 

I remember. It is a long time ago. I was a child and my father took me to the city…

 

HKD

 

Meine Kindheit stand unter dem Eindruck meiner Anpassung an eine mir wesensmäßig fremde Welt. Alle meine natürlichen Neigungen waren mehr oder weniger unerwünscht in meiner Umgebung.

Meine für mich selbstverständliche Introversion und Sensibilität wurde als bedenklich gewertet, denn sie entsprach nicht den Anforderungen einer Geschäftswelt, die auf der Basis von Wettbewerb und Wettkampf eingestellt ist.

Dieser Alltag forderte eine Härte, die ich nicht bringen konnte, denn mir fehlte ein adäquates Maß an aggressiver Energie (A4 - Mars). Dieser Umstand wurde mir während meines Militärdienstes bewusst, als ich als frisch gebackener Unteroffizier Befehle erteilen sollte. Nach Ablauf meines Wehrdienstes verließ ich die Streitkräfte, denn ich fand am Streit kein ausreichendes Vergnügen. Wo immer ich mich dem Wettstreit stellen musste, zog ich aufgrund meiner Hemmungen (Blockaden aufgrund von Angst) den Kürzeren. Aufgrund meiner Mentalität wählte ich den „Weg des geringsten Widerstandes“ und begriff erst später, dass dieser Weg von vorn herein in mir angelegt war. Der Weg und mit ihm die Pilgerschaft der Selbsterforschung führten mich bis an einen Punkt an dem ich sagen kann, ich fühle mich angekommen bei mir, in mir. Ich lebe meinen Charakter in seiner ihm gemäßen Form aus und bin mit dieser stimmig.

Und darum stehe ich außen und sehe, wie ich hinein geführt wurde in eine Welt, die nicht die meine war. Die Männer in der Umgebung meiner Kindheit waren vorwiegend politisch und wettkämpferisch eingestellt. Fast alle bekleideten so genannte Führungspositionen.

Alphatiere werden auch Rudelführer genannt und es folgen die Untergebenen. Ich war als Bernhardiner in einem Rudel Wölfe gelandet. Die Befreiung vom Rudel ließ mich endlich das sein, was ich bin, und ich muss mich nicht mehr an einem Standard messen, der nicht der meine ist. Doch erscheint mir im Nachhinein, ich habe mir diesen Weg gewählt, denn nur durch den erlittenen Weg der Selbstzweifel und dem Weg der Selbsterforschung konnten mir die Gegensätze von Falke und Taube durch und durch bewusst werden. Heute fühle ich mich zu beiden Teilen gleich, halb Falke, halb Taube.

Es gibt in der Alchemie den traditionellen Begriff des Hermaphroditen, der sich aus der Verschmelzung von männlicher (Hermes) und weiblicher (Aphrodite) Energie ergibt. Doch schon im antiken Griechenland wurde der Hermaphrodit von den Philosophen verehrt. Hermes ist hier der männliche Aspekt des Geistes, der Logos und Aphrodite der weibliche Aspekt, der Eros.

Das Ei ist das Weibliche. Das Ei ist die Welt und ihr Alltag. Und weil ich diesen Alltag exploriert habe, kann ich vom Geist her auf das Spiel schauen und es auf meine Art genießen!

Der Weg ins Leben hinein ist unvermeidlich. Wenn du erkennst und das Innen zum Außen machst und das Außen zum Innen, erlangst du die Freiheit zurück.

 

HKD

 

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Taken on December 18, 2010