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Medium | by h.koppdelaney
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Medium Maya

 

The Magician is talking to the spirit of Joanna.

 

HKD

 

Special thanks to Joanna and Nectarius,

 

HKD

 

Schöne Grüße aus dem Jenseits

Ich liebe es ein wenig gruselig… Eine kleine Reise in dieses Gefühl… Es ist Halloween. Wenn du also Lust hast, dann empfehle ich diese Zeilen…

 

Alle Obsessionen haben ihre Wurzeln im Unbewussten. Wissen und Bilder liegen im Nebel. Vage Ahnungen, dumpfe Erinnerungen, innere Stimmen, innere Bilder, die sich mit den äußeren mischen. Halluzinationen. Geisterhafte Erscheinungen. Halloween.

Die Grenzen des Ich-Bewusstseins werden durchlässig für Botschaften aus dem Jenseits das in dem eigenen Inneren liegt. Bewusstsein träumt einen Tagtraum, und es träumt in der Nacht. Die Grenze zwischen Tag und Nacht ist mehr oder weniger stark ausgeprägt. Für Menschen, die wache, das heißt luzide Träume erleben, ist diese Grenze nur noch sehr schwach. Träum ich oder wach ich? Als ich Paul Tholey, den deutschen Klartraumforscher Ende der 90er Jahre auf einem Kongress des ECBS in Hamburg kennenlernte, stellte er sich selbst immer wieder diese Frage indem er auf die Uhr schaute und beobachtete, wie sich der Sekundenzeiger verhielt. Stand er still oder lief er gar rückwärts, dann war klar, dass es sich um einen inneren Traumzustand handelte. Auf diesen stellte er dann sein Handeln ab. Liefen die Uhrzeiger normal, dann befand er sich in seinem normalen Alltag.

An einem Halloween-Abend erscheint die alltägliche Welt geheimnisvoll und magisch. Ein wenig schaurig ist es. Und als drängen Geister in die eigene Aura stellen sich die Nackenhaare auf, du fröstelst und eine Gänsehaut überzieht den Körper. Magie. Unheimlich. Die Phantasie schlägt Purzelbäume. Vogelflattern im Gestrüpp und schon klopft das Herz im Hals. Der Weg durch den Wald ist zwar eine Abkürzung, doch an mondlosen Abenden ist es sinnvoll – falls vorhanden – eine Taschenlampe zu benutzen oder eine kleines Liedchen zu trällern, um die lauernden Geister des Waldes zu verscheuchen.

Nach ein paar Metern kommt die beleuchtete Straße deren Laternen den Dunst der Kühle auf unheimliche Art erhellen. In einem faden Rosa zeigen sich Gehweg und nasse Straße. Da kommt das gesuchte Haus und du betrittst nach mehrmaligem Klopfen den Flur. Die Dielen knarren und du räusperst dich, um deine Ankunft im Haus deines Freundes zu signalisieren. Doch dieser hört dich nicht. Vielleicht ist er im Keller. Du wartest vergeblich und beschließt, ihm eine sms zu schreiben und den Heimweg anzutreten.

Du nimmst wieder die Abkürzung durch das kleine Waldstück wo jeder Schritt vertraut ist, doch nicht heute. Irgendwie heftet sich etwas an dich. Du drehst dich um, denn du fühlst dich verfolgt. Du rufst „Hallo?“ Doch die Stille antwortet nur mit einem Rascheln im Laub. Plötzlich ein empor schnellender Hase und der Schreck zieht bis tief in die Knochen. Du vermeidest es, schneller zu gehen, doch unmerklich verändert sich dein Schritt während dein Atem immer kürzer wird. Das erste Laternenlicht blinzelt durch die Bäume und du bist auf seltsame Weise erleichtert, es zu sehen. Der Dunst hat sich verstärkt. Eine Männerstimme ruft einen Hund. Umrisse sind kaum zu erkennen. Als du die Straße erreichst, sind sie verschwunden und die Stille ist vollkommen. Für einen Augenblick erscheint der Vorort wie ausgestorben. Du hörst deine eigenen Schritte nicht. Selbst das Laub unter deinen Füßen raschelt nicht. Du trittst einen kleinen Blätterhaufen beiseite, doch es erzeugt kein Geräusch. Aber du hörst dich sagen: „Das gibt es doch nicht!“ Und jetzt, wo du ein drittes Mal trittst, raschelt es. Du trittst erneut und auch bei jedem weiteren Mal raschelt es. Alle Phänomene reagieren wieder normal. Der Hund bellt noch einmal. Nach fünf Sekunden ein zweites Mal. Du biegst in deine Straße ein. Eine Stimme ruft dich: Dein Freund kommt dir entgegen. „Da bist du ja!“ Und jetzt erinnerst du dich. Richtig, an diesem Abend sollte das Treffen bei dir stattfinden.

Wirst du die Geschichte mit dem Laub deinem Freund erzählen oder nicht? Bist du dir sicher, dass es nicht geraschelt hat? Ganz sicher? Es ist Halloween. Nicht vergessen. Die verrücktesten Dinge können heute passieren. Geister und die Ahnen der Vergangenheit tauchen auf… und hinterlassen „Schöne Grüße“….

 

HKD

 

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Taken on October 31, 2010