Monk

At the Peak:

Monk, Cliff, Tree, Birds and Sky…

One

 

HKD

 

Falls Psychologie interessiert:

 

Geistige Prinzipien können einen Sturm in der Seele entfachen, Komplexe zwingen zu neurotischem Verhalten, triebhafte Bedürfnisse gefährden Leben und Gesundheit, denn was immer man liebt, dem folgt man bis auf die höchsten Gipfel.

Meine Leidenschaft für Buddha führte mich bis in den Himalaya zur großen Stupa nach Bodhanath, Kathmandu. Die Verehrung jener Lehrer, die den Weg der Befreiung des Geistes aus seinen eigenen Fesseln lehren, steckt mir im Blut.

Geistige Triebkräfte stehen neben körperlichen Triebkräften und ihr Ausgleich wird in den tantrischen Lehren des tibetanischen Buddhismus angestrebt. Andere Schulen. auch die des Theravada Buddhismus, der in den südlichen Ländern Asiens weit verbreitet ist, haben ihre kulturspezifischen Wege entwickelt, den Geist bewusst zu machen.

Allen Schulen gemeinsam ist das Thema „Erwachen“. Anweisungen, Regeln, Methoden zielen darauf ab, den inneren Frieden zu finden und die Kräfte von Yin und Yang in Balance zu halten. Es klingt ungewohnt, denn der westliche Geist ist darauf ausgerichtet, Verluste zu vermeiden und den Gewinn zu mehren.

Diese Einstellung ist nicht falsch, sie erweist sich ab einer bestimmten Stufe des Bewusstseins jedoch als zu eng, denn der Kampf gegen ein kosmisches Prinzip hält den Geist und die Tätigkeiten des Menschen eben auf dieser Stufe der Verwicklung. Auf allen Ebenen des Lebens erzeugt Kampf einen unruhigen Geist, der sich von seinem Zentrum, seinem Wesenskern mit zunehmender Unruhe entfernt.

Die Entfernung von diesem Wesenskern (Selbst oder „Gott“) wird metaphorisch umschrieben mit dem Sturz des Engels aus dem Himmel in eine menschliche Verkörperung. Der Geist verdichtet sich, fühlt sich in seiner Selbstwahrnehmung als „inkarniertes“ Objekt und als solches von Feinden umgeben. Der Wettbewerb um Futter und der Kampf um das Überleben wird auf allen Ebenen der Natur ausgetragen.

Auf der Ebene der Natur werden wir geboren, bildlich „im Stall“ (wie Jesus). Und dann erlernen wir ein Handwerk, werden zum Beispiel Schmied oder Zimmermann, (ebenfalls wie Jesus). Doch die Rolle, die wir für die Gemeinschaft übernehmen, bringt zahlreiche Verschleierungen des Wesenskerns und eine Verfestigung des Egos, das sich in erster Linie durch Abwehr und Kampf auszeichnet.

Diese Abwehr entsteht in der Jugend, in der Zeit, in der jeder junge Mensch der Konkurrenz der Geschwister, Mitschüler oder gar den Angriffen feindseliger Menschen ausgesetzt ist. Im ersten Lebensabschnitt wird das Leben als Kampf um das Überleben erfahren und die geistige Einstellung zeigt sich kämpferisch.

Diese wird durch religiöse und spirituelle Anweisungen transformiert, denn der Geist muss sich aus seinen Anhaftungen wieder befreien. Religio heißt im in der Übersetzung „Rückanbindung“ (an das Göttliche), und der Begriff Yoga bezieht sich ebenfalls auf „verweben“, was das Verbinden zweier Fäden bedeutet. Im übertragenen Sinn betrachte ich die beiden „Fäden“ als Logos und Eros, als Verstand und Gefühl oder Himmel und Erde.

Dargestellt in alten Schriften wird es in Bildern wie z. B. die Vereinigung von Sonne und Mond. Die Vereinigung ist ein Verschmelzen zur Ganzheit, zum einen Bewusstsein.

Aus diesem Verschmelzen heraus ergibt sich eine ganzheitliche Bewusstseinseinstellung womit sich die Wahrnehmung der Welt ändert. Die Welt in ihrem wechselseitigen Verhalten verändert sich nicht. Angenehme und unangenehme Ereignisse lösen sich ab wie Ebbe und Flut, doch der innere Kampf gegen Reduktion oder anderen Formen von Verlust hört auf. Außen mag man Handlungen vornehmen, die Übel vermeiden wollen, doch die Hingabe an die einbrechende Nacht lässt den Geist widerstandslos und offen bleiben.

Obwohl die Umgebung bedrohlich erscheint umgeben innerer Frieden und ein freundliches Lächeln die Aura des Mönches auf dem Felsen. Er ruht im Spiel der Gegensätze.

 

 

HKD

 

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Taken on August 25, 2010