Pilgrim with Donkey

 

Between Day and Night

 

HKD

 

Den Sieg den anderen…

 

 

Durch die Anweisungen: „Alles Negative zu mir, den anderen den Sieg…“, zieht man das „Böse“ auf sich. Man gibt sich als Opferlamm, man stellt sich als schwarzes Schaf zur Verfügung.

Mir fällt in diesem Zusammenhang der Umstand auf, dass China Tibet militärisch besetzt hat. Aggressivität kann und darf aber nicht mit Gegenaggression bekämpft werden. „Der Klügere gibt nach.“ Dieser Satz trifft für mich den Kern der Weisheit.

Auf diese Weise wird der Friede erhalten. Der Sündenbock trägt die Sünden der Welt und der kosmische Sündenbock ist für mich beispielsweise Christus oder Buddha.

Gewaltverzicht führt nach der Phase der Selbstverurteilung (Selbstkasteiung) und des Leidens zur Selbsterkenntnis. Ich könnte mit bekannt klingenden Worten umschreiben: Selig, das heißt seelisch heil, werden diejenigen werden und sein, die ihr Leid getragen und es in Bewusstheit verwandelt haben.

Das Leid ist in der Tat der wirkliche Katalysator des psychischen Befreiungsprozesses oder der Transformation des Ego-Bewusstseins in das Selbst-Bewusstsein.

Und daher gibt die buddhistische „Tonglen Praxis“ meiner Ansicht nach die richtigen Ratschläge. Verzichte auf den Willen zum Sieg. Natürlich wird man nicht in Ruhe gelassen. Ununterbrochen summieren sich die Demütigungen. Der skrupellose Aspekt des Universellen erscheint in Menschen und diese greifen den Sündenbock an.

Skrupellosigkeit beruft sich auf das Recht des Stärkeren. Die Motivationskraft A1 macht mich glauben, hiermit im Recht zu sein. In der Ausübung dieses Rechtes bestehen keine Skrupel. Daher zählen die vorwiegend von A1 motivierten Menschen zu den Gewinnern im materiellen und gesellschaftlichen Bereich. Gewinner erzeugen Verlierer, das dürfte klar sein. Der materielle Sieg jedoch bezieht sich nur auf diese Welt und A1 bleibt im irdischen Reich (Metapher. Samsara) verhaftet.

Christus macht darauf aufmerksam, dass sein „Reich nicht von dieser Welt“ ist.

Das Christus- oder Buddhabewusstsein ist auf das „Jenseits“ (Metapher. Nirvana) ausgerichtet, das heißt auf den transpersonalen Bewusstseinszustand.

Dieser Bewusstseinszustand ist relativ frei von störenden Gefühlen wie Neid, Gier, Wollust oder Zorn.

Die sogenannten Todsünden binden das Bewusstsein an eine Welt deren Erfahrungen im Leid wurzeln. Eine relative Freiheit von diesen nagenden Emotionen schenkt das tiefe Gefühl von innerem Frieden und stiller Freude.

B3, die schöpferische Energie der Tiefe zieht die geistige Aufmerksamkeit von A1 (Außenaktivitäten) ab auf philosophische und tiefenpsychologische Aspekte, mithin auf eine aktive Selbsterkenntnis. Die Außenwelt (A1) ist zweitrangig, B3 entwertet materielle Werte.

Im Vergleich könnte ich sagen, ein tibetischer Mönch hegt nicht die materiellen Ansprüche wie ein wirtschaftlich orientierter Chinese.

Die tibetisch-chinesische Zwangsehe kann meiner Ansicht nach dennoch für beide Seiten sehr konstruktiv verlaufen.

Von einer Metaperspektive aus betrachtet handelt es sich um polare Prinzipien, das materielle und das spirituelle. Beide kämpfen seit langer Zeit gegeneinander. China (Mater) und Tibet (Spirit) sind die äußeren Erscheinungen eines innerpsychischen Kampfes (Körper - Geist) in mir selbst.

Wie bei Yin und Yang geht es aber nicht um den Triumph des einen über das andere vielmehr um einen kontinuierlichen und harmonischen Wandel wie bei dem Wechsel von Tag und Nacht.

 

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Taken on August 3, 2010