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Loss or Win?

Loss or Win?

 

HKD

 

Falls Psychologie interessiert::

 

Thema: Versager – Verlierer

Psychologische Ebene – mystische Ebene.

Spekulationen über die Unterschiede zwischen Versagen und Entsagen.

 

Als ich als junger Mann einen Kursus in französischer Sprache abbrach, weil mein innerer Antrieb nicht ausreichte, Vokabeln zu lernen, fühlte ich mich als Versager. Ich bestrafte mich damit, auf einen Urlaub zu verzichten. Dem Vergnügen zu entsagen fiel mir nicht leicht, doch gelegentlich machte ich ernsthafte Versuche, mich zu disziplinieren.

Ich bin von Natur aus ein Chaot und habe Schwierigkeiten mit Disziplin und Ordnung. Dennoch sehe ich den Sinn in diesen Kräften und rebelliere daher nicht wirklich gegen Strukturen und Hierarchien. Allerdings bin ich ein Kämpfer für die Freiheit des Individuums, wobei ich die Freiheit von den Ketten der inneren Unbewusstheit meine.

 

Äußere Gegebenheiten und körperliche Freiheit sind ein Thema, welches auf der Alltagsebene eine große Bedeutung hat. Psychologische Freiheit ist die Fähigkeit, einen bewussten Umgang mit seinen Emotionen zu finden und sich von seinen Süchten und Neurosen zu emanzipieren. Und auf der mystischen Ebene des Bewusstseins geht es um den Einsatz wirksamer Maßnahmen, um im meditativen, herzlichen und bewussten Geisteszustand verweilen zu können.

 

Daher unterscheide ich grundsätzlich drei Ebenen bezüglich den geistigen und körperlichen Interessen. Die Alltagsebene des Bewusstseins ist auf den materiellen Bereich fokussiert. Man kümmert sich um Handel, Wandel, Familie und Politik. Die psychologische Ebene ruft ein starkes Interesse an Selbsterforschung hervor. Die mystische Ebene setzt die gewonnene Selbsterkenntnis in die Praxis um.

 

Wenn Versagen und Entsagen aus der mystischen Perspektive beleuchtet werden, ändert sich die Einstellung zu den Worten. Versagen hat dann nichts mehr mit Schimpf und Schande zu tun, vielmehr erkennt der höhere Überblick über das Leben, dass man sich (zum Beispiel durch unbewusste Entscheidungen) den Erfolg in bestimmten Bereichen versagt.

Das Versagen wird deutlich, wenn Bemühungen, die aufgrund gesellschaftlicher Anpassung vorgenommen werden, scheitern. Und sie scheitern, weil ein Erfolg auf dieser Ebene in die falsche Richtung führen würde.

 

Sollte der mystische Zustand das Ziel der langen Lebensreise sein, wird das junge Ego sehr schnell erfolgreich sein und sehr schnell scheitern. Langfristiger Erfolg führt zu bestimmten Lebensverhältnissen, daher wird das Versagen immer dort auftauchen, wo sich das Ego aufbauen oder festklammern könnte.

Wo das Ich im Alltag versagt, hat die Seele entsagt. Die Seele oder der Wesenskern, weiß, warum er einer bestimmten Beziehung die Fortdauer versagt. Gescheiterte Beziehungen entstehen durch das wertende Bewusstsein, durch das Ego. Sein kurzfristiger Blick hat keinen Überblick über die Notwendigkeit des Wandels. Das kann sich wandeln.

 

Heute bin ich mir sehr bewusst darüber, warum bestimmte Projekte in meinem Leben scheiterten. Auch das Projekt, Französisch zu lernen. Auch gewisse Verhältnisse, ob freundschaftliche oder Arbeitsverhältnisse.

Die Demontage des Ego-Bewusstseins reiht während einer gewissen Phase im Leben ein Scheitern an das nächste. Doch was als Verlust und Demütigung erfahren wird, bezieht sich auf die Ansprüche und Vorstellungen des Egos. Das Ego möchte in der Alltagswelt erfolgreich sein und gewinnen. Ist es das, und bleibt es das, kann es diese Ebene nicht mehr ohne ein bremsendes Ereignis (Schicksalsschlag) verlassen.

Erfolg verblendet, jedoch nur auf der Alltagsebene und der psychologischen. Erfolg führt zu verstärkten Aktivitäten im Alltag und bindet das Bewusstsein daran. Das heißt, die Inhalte des Bewusstseins werden laufend durch äußere Ereignisse bestimmt. In der Regel hat man viel zu tun, wenn man erfolgreich ist.

Der Mann am Wasser dagegen hat nicht viel zu tun. Das ist sein größter Erfolg: Freiheit. Er darf einfach nur da sein. Er erwartet nichts und es wird nichts von ihm erwartet. Er hat sein Leben vereinfacht. Sobald der Impuls kommt, dreht er sich um und geht nach Hause. Und vielleicht besucht er auf dem Weg noch die Hühner im Stall.

Die Ebene des Alltags ist für ihn die mystische geworden. Erfolg und Misserfolg sind verschwunden. Handlungen geschehen aus dem Augenblick heraus. Erfolgreiche. Gelegentlich spiegelt sich das auf der Alltagsebene. Die psychologische Sicht hat die Gefahren des Ego-Stolzes (Sünde) erkannt und nährt ihn daher nicht. Sich stark entwickelnder und unbewusst bleibender Stolz ist Gift für den mystischen Bewusstseinszustand.

Stolz ist eine Motivationskraft, die blitzschnell auftauchen kann. Nationalstolz bricht hervor bei jedem neuen Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft. Stolz auf die Familientradition, Stolz auf die eigenen Leistungen, überall taucht die Energie auf und verdunkelt den Geist, natürlich nur aus der mystischen Sicht.

Auf der Alltagsebene ist Stolz eine ganz natürliche Sache, selbst der Umstand, dass ehrgeizige Kämpfe durch ihn entbrennen, liegt völlig in der Ordnung der Dinge. Ehrgeiz und Stolz sind mächtige Antriebsfedern und ein guter Coach weiß, wie er seine Mannschaft anfeuern kann: Indem er sie bei der Ehre packt.

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Taken on July 5, 2010