2016-05-31 tod in venedig
nach der Novelle von Thomas Mann
in einer Bearbeitung von Michael Wallner

»Seine Seele kostete Unzucht und Raserei des Unterganges.«
»Die Tragödie einer Entwürdigung« nannte Thomas Mann seine Novelle über den Schriftsteller Gustav von Aschenbach. Aschenbach zieht es in die Ferne. Doch zunächst findet er nicht die gewünschte Ruhe und Erholung von seiner asketisch verfolgten Kunstproduktion. Spontan entschließt er sich, ein Schiff nach Venedig zu besteigen. Dort angekommen, erblickt er in seinem Hotel den Knaben Tadzio, von dessen Schönheit er sofort wie magisch angezogen scheint. Selbst als die Cholera ausbricht, bleibt er in Venedig. Er unterlässt es, Tadzio und seine Familie vor der drohenden Seuche zu warnen und bleibt; bleibt, bis ihn die Anziehungskraft des Jungen in den Untergang zu reißen droht. Die Seuche in Venedig wird bei Thomas Mann gleichzeitig zur Chiffre einer untergehenden Zeit, Aschenbach zum dekadenten Exponenten einer sterbenden Epoche.

Michael Wallner setzt seine Beschäftigung mit dem Werk Thomas Manns fort, nachdem er schon »Der Zauberberg« und »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« inszeniert hatte. 2015 entstand seine Bearbeitung von Klaus Manns »Mephisto«, in der er den besonderen Familienkonflikt um die Veröffentlichung des Romans mitreflektierte und so nach seinem »Willy Brandt« erneut einen Lübecker Mythos auf die Bühne brachte. Gemeinsam mit dem Komponisten Willy Daum erarbeitet er nun einen von starker Musikalität geprägten Zugriff auf »Tod in Venedig«, den vielleicht sinnlichsten Stoff Thomas Manns.

besetzung:

Inszenierung Michael Wallner
Bühne Heinz Hauser
Kostüme Angelika Lenz
Musik Willy Daum
Dramaturgie Katrin Aissen



Gustav Aschenbach Andreas Hutzel
Santoquasto (Hotelmanager), Ladeninhaber, Falsettierender Tenor, Enrico (Coiffeur) Matthias Hermann
Zerlinetta (Zimmermädchen), Quäkendes Weib, Der Clerk Nadine Boske
Der greise Geck, Tonino (Liftboy), Finto, Zeitungsverkäufer Robert Brandt
Gondoliere, Guido (Kellner), Toto, Bariton-Buffo Will Workman
Apollonia (Hausdame) Katrin Hauptmann
Tadzio Phillip Gutberlet
/ Henri Schreiber
dessen Mutter Serafine Garbe
/ Nataliya Konoshchenko
dessen Schwester Coco Hartweg
/ Martha Pritzkuleit
Gouvernante Helga Freyer
/ Bianca Ehrke

Musiker Willy Daum,
Edgar Herzog,
Peter Imig

kammerspiele theater lübeck, spielzeit 2015/2016

quelle:
theaterluebeck.de/index.php?seid=4&St_ID=841
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