[Afghanistan 02 / 22.06.2015 - Rottstr5 Theater Bochum]
AFGHANISTAN
Rottstr 5 Theater in Bochum | AFGHANISTAN


NACH D.C. MOORE


mit Tobias Amoriello, Simon Krämer, Thomas Kaschel, Akbar Paktin

Regie: Maximilian Strestik
Assistenz: Awa Winkel

Premiere: 22. Juni 2015




Afghanistan 2006. Hochsommer. Brüllende Hitze. Eine Baracke irgendwo in der Provinz.


Gary, ein britischer Soldat, und Hafizullah, ein junger ANA-Rekrut, bewachen einen bewusstlosen Gefangen, den sie auf dem Schlachtfeld fanden: Zia.

Als dieser zu sich kommt, stellt sich heraus, dass er Engländer ist.
Ist er ein Terrorist, der sich dem Aufstand angeschlossen hat oder wurde er - wie er behauptet - von den Taliban entführt, als er auf Reisen war?

Der befehlshabende Offizier Mannock will der Sache auf den Grund gehen.
Gary, dessen Kamerad beim morgendlichen Feindkontakt schwer verletzt wurde, will Blut sehen.
Zia wird klar, dass es bald keine Rolle mehr spielt, ob man ihm glaubt oder nicht.
Und Hafizullah will eigentlich nur schlafen.



Pressestimmen

Aus diesem Setting des Stücks „Afghanistan“ von D.C. Moore entwickelt Maximilian Strestik im Rottstr5-Theater eine Mischung aus Komödie und Psychothriller. Dass das aufgeht, liegt vor allem an der Art des Humors. Da gibt es zum Beispiel die Slapstick-Momente: Ganz cool, wie in Actionstreifen, wirft Gary seinem Helfer eine Wasserflasche zu, die aber zu Boden knallt, weil Hafizullah lieber an einem Joint zieht. Der Moment ist pure Verweigerung gängiger Actionbilder. „Afghanistan“ ist kein „cooles“ Rumgeballere im Wüstensand, es ist die Realität. Eine, in der man sich mittels Drogen dem Grauen entzieht; eine, in der man oft nicht weiß, wer Freund und Feind ist und deshalb grausame Entscheidungen trifft.

Verdiente standing ovations für das gesamte Team.

Ruhr Nachrichten

Realismus hört sich einfach an, ist er aber nicht. Doch Regisseur Maximilian Strestik gelingt ein über weite Strecken dichter und fesselnder Theaterabend. Nicolas Martin ist als junger kraftstrotzender Gary glaubhaft hin und hergerissen zwischen Empathie und Grausamkeit. Akbar Paktin spielt den schweigsamen Hafizullah, der im entscheidenden Moment die richtigen Worte findet. Oder Simon Krämer als Kommandant, der eigentlich viel zu weich ist, um seine Truppe durch den Wahnsinn des Krieges zu führen. Und schließlich Tobias Amoriello in der Rolle des vermeintlichen Terroristen – weinend, schreiend und flehend, man sieht die blanke Verzweiflung in seinen Augen.

WAZ

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