Schornstein brennt an der Göttinger Landstraße
Am Freitagabend (28.04.2017) gegen 18:20 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Schornsteinbrand an der Göttinger Landstraße in Hemmingen-Westerfeld alarmiert. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Bei einem sogenannten Schornsteinbrand entzündet sich der im Schornstein befindliche Ruß. Schornsteinbrände sind aus verschiedenen Gründen gefährlich, denn während der Vollbrandphase können Temperaturen von über 1000 °C entstehen. Die umliegenden Wände erhitzen sich dabei, sodass Tapeten und sich in der Nähe befindliches Mobiliar in Brand geraten können. Durch hohe Wärmestrahlungen kann zudem der Schornstein zerstört werden und somit ebenfalls zur Brandausbreitung führen.
Schornsteinbrände dürfen nicht mit Wasser gelöscht werden, sonst kann es zu einer Explosion kommen. Denn durch die sehr hohen Temperaturen verdampft das Wasser sofort und so entstehen aus einem Liter Wasser 1700 Liter Wasserdampf. Durch hohe Dampfmengen und dem damit verbundenen Druckanstieg kann es den Schornstein zerreißen.

Bei dem Eintreffen der Kräfte loderten bereits Flammen aus dem Schornstein. Da die Gefahr einer Brandausbreitung bestand, wurde sofort ein Löschangriff aufgebaut. Mehrere Trupps rüsteten sich mit schwerem Atemschutz aus. Der Brand hatte sich glücklicherweise aber noch nicht ausgebreitet und begrenzte sich auf den Schornstein. Da aus den ebengenannten Gründen Schornsteinbrände nicht mit Wasser gelöscht werden können, wurde der Schornstein durch die Feuerwehr über die Drehleiter gekehrt. Dadurch löste sich der Ruß und er konnte nach draußen befördert werden. Alle Maßnahmen fanden nach Absprache und unter der Aufsicht eines Schornsteinfegers statt.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich giftige Gase in dem Wohnhaus ausgebreitet hatten, wurde noch die Messkomponente der Feuerwehr Laatzen angefordert. Die Messungen ergaben, dass keine konkrete Gefahr bestand, das Haus weiterhin bewohnbar ist und die Bewohner zurückkehren durften. Während des Einsatzes wurde die B3 halbseitig gesperrt. Es kam zu leichten Verkehrsbeeinträchtigungen.

Nach zwei Stunden war der Einsatz beendet. Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Hemmingen-Westerfeld, Devese, Wilkenburg, Arnum und Laatzen mit zwölf Fahrzeugen und 52 Kräften.

Auch nach erfolgreicher Brandbekämpfung strahlen Schornsteine oft noch sehr viel Hitze aus, sodass diese weiterhin beobachtet werden müssen. Deshalb kontrollierten zwei Angehörige der Ortsfeuerwehr Hemmingen-Westerfeld im Laufe des Abends mehrmals den Schornstein mithilfe einer Wärmebildkamera.

Lennart Fieguth
Stadtfeuerwehrsprecher
Freiwillige Feuerwehr Stadt Hemmingen
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