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Audimax 23.10.2009 19:22 Uhr | by daniel-weber
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Audimax 23.10.2009 19:22 Uhr

In the wake of student protests in Austria since the end of October 2009 against restrictions on the access to higher education, many Austrian universities' lecture halls and rooms were occupied, including the two largest auditoriums in Austria at the University of Vienna.

 

The protests represent the largest Austrian education protests in recent years and led to a broad discussion about education policy. Personalities from the worlds of education, politics, civil society, trade unions, the arts and culture, and the media have commented on the protests and showed solidarity to some extent. The protesters represent grass-roots-efforts and are democratically organized; the internet plays a central role in communication. In addition to the demonstrations, various working groups were formed and started further actions. In the occupied rooms, plenaries were held to come to decisions, and cultural and educational events took place. The demands of the protesters include funding for and democratization of the universities, as well as the abolition or non-introduction of tuition fees. A central slogan of the protests is "education instead of vocational education" (Bildung statt Ausbildung). The protests often run under the joint symbolic motto "university burns" (Uni brennt) or "our university" (Unsere Uni).

 

en.wikipedia.org/wiki/Student_protests_in_Austria_2009

  

Im Zuge von Studierendenprotesten in Österreich gegen Beschränkungen des Hochschulzuganges sind seit Ende Oktober 2009 an vielen österreichischen Universitäten Hörsäle und weitere Räumlichkeiten besetzt worden, darunter die beiden größten Hörsäle Österreichs an der Universität Wien. Die Proteste stellen die größten Bildungsproteste der letzten Jahre dar, wurden in der internationalen Presse wahrgenommen[1] und führten innerhalb Österreichs zu einer breiten Diskussion über die Bildungspolitik.

 

Persönlichkeiten aus dem Bildungsbereich, der Politik und Zivilgesellschaft, den Gewerkschaften, aus Kunst und Kultur und den Medien haben sich mit den Protestierenden auseinandergesetzt und zum Teil solidarisiert. Die Protestierenden sind basisdemokratisch organisiert und das Internet spielt eine zentrale Rolle bei der Kommunikation. Neben Großdemonstrationen wurden zahlreiche Arbeitsgruppen gebildet und weitere Aktionen gestartet; in den besetzten Hörsälen wurden neben dem Plenum, auf dem Entscheidungen gefällt werden, auch Kultur- und Bildungsveranstaltungen abgehalten. Gefordert wird unter anderem die Ausfinanzierung und Demokratisierung der Universitäten, die Abschaffung bzw. Nichteinführung der Studiengebühren und ein freier Hochschulzugang. Ein zentraler Slogan der Proteste lautet: „Bildung statt Ausbildung“. Die Proteste verlaufen oftmals unter dem gemeinsamen symbolischen Motto „Uni brennt“ bzw. „Unsere Uni“.

 

en.wikipedia.org/wiki/Student_protests_in_Austria_2009

 

Am 22.Oktober wurde um 12.30Uhr das AudiMax der Universität Wien von Studierenden besetzt!Es bildeten sich Arbeitsgruppen und gegen 17Uhr fand das erste Großplenum statt.

Gleichzeitig wurde die letzten Tage (und wird wohl auch zur Zeit noch) die Akademie für bildende Künste (ebenfalls in Wien) von hunderten besetzt gehalten.

(aus: de.indymedia.org/2009/10/264041.shtml)

 

derstandard.at/fs/1256255681302/Tag-2-Das-Audimax-bleibt-...

 

wien.orf.at/stories/398530/

 

at.indymedia.org/

 

freiebildung.at

   

Vorläufige Forderungen an die Universität Wien, Stand 2.11.2009

 

1. Präambel:

 

Wir sind der Auffassung, dass Studierende fähig sind, ihr Studium selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Das sollte jeder und jedem ermöglicht werden – vor allem, wenn eine kritische, mündige Gesellschaft das Ziel ist.

 

Darüber hinaus braucht es nicht weniger Studierende sondern mehr:

 

Alle internationalen Studien und Vergleiche zeigen, dass Österreich zu wenig Studierende hat. Bei den StudienanfängerInnenquoten liegt Österreich mit knapp 40 Prozent im untersten Viertel der OECD-Staaten, die im Schnitt 15 Prozent höher liegen.

 

Breiteren Bevölkerungsschichten sollte der Zugang in den tertiären Bildungssektor ermöglicht werden. Es kann nicht sein, dass noch immer 2,5 mal mehr Studierende Eltern mit Universitäts-Abschluss haben als ohne. Es ist erschreckend, dass in der österreichischen Innenpolitik vermittelt wird, dass die Universitäten Studierende fürchten. Es ist für eine kritische Öffentlichkeit gefährlich und falsch, wenn gesagt wird, dass Studierende nicht willkommen sind und künstliche Barrieren errichtet werden.

 

Des Weiteren ist für uns wichtig, dass Lehre und Forschung als einander bedingende, verknüpfte und gleichwertige Bereiche gesehen werden.

 

Selbstverständlich ist für uns, dass es keine Diskriminierung aufgrund Geschlecht, sexueller Orientierung oder Herkunft geben darf – dies lässt sich aber nur durch aktive Arbeit und aktive Frauenförderung – beispielsweise durch eine 50%-Quote in allen Bereichen – umsetzen. Bildung ist ein wichtiges Instrument, Marginalisierung bestimmter Gruppen abzuschaffen.

 

Ein wesentliches Anliegen ist auch die Demokratisierung der Universitäten, auch wenn uns klar ist, dass dies die Leitung der Universität nicht allein beschließen kann.

 

Aus diesen grundlegenden Thesen lassen sich auch alle unsere Forderungen ableiten.

 

1. Forderungen

 

1. Bildung statt Ausbildung

 

1.1 Keine verpflichtenden STEPs!

 

1. Voraussetzungsketten führen zu Knock-Out-Prüfungen, versteckten Zugangsbeschränkungen und unnötigen Verzögerungen des Studiums.

2. Wir fordern eine freie Gestaltung des Studiums – Schluss mit der unnötigen Verzögerung durch Voraussetzungsketten.

3. Wir fordern STEPs mit einem besseren Betreuungsverhältnis, damit sich Neustudierende fundierter orientieren und informieren können. STEPs als Empfehlung/Leitfaden und nicht als Verpflichtung, damit sich Studierende auch individuell nach ihrem Interesse bilden können.

4. Natürlich sind diese Forderungen mit mehr finanziellem Aufwand verbunden, daher müssen Budgetdefizite temporär in Kauf genommen werden. In den letzten Tagen hat sich gezeigt, dass die Diskussion um das Universitätsbudget neu geführt wird -im Zuge dessen fordern wir von der Unileitung, das Budget neu auszuverhandeln.

1. Keine Zugangsbeschränkungen für Master- und PhD-Studiengänge.

 

1. Die Universität soll das Budget gleichmäßig auf die Masterprogramme aufteilen und sich nicht durch finanziellen Druck zu Beschränkungen zwingen lassen. Die Zulassungsfreiheit und die gleiche Qualität jedes Masters müssen garantiert sein.

2. Alle schon bestehenden Zugangsbeschränkungen müssen abgeschafft werden. Weiters soll die Uni Wien vom Notfallsparagraphen 124b absehen und in noch nicht beschränkten Studiengängen keine Beschränkungen einführen. Wir fordern, dass die Uni Wien Anträge nach Paragraph 124b Absatz 6 nicht unterstützt.

1. Budgetierung nicht von der AbsolventInnenzahl abhängig machen.

 

1. Die Verteilung der Mittel muss auf den individuellen Bedarf der jeweiligen Studienrichtungen abgestimmt sein. Die individuellen Pro-Kopf-Kosten müssen gedeckt sein.

2. Die Verteilung der Mittel darf nicht nach Anzahl der AbsolventInnen des Studiums bzw der jeweiligen Abschnitte (z.B. STEP) begründet werden.

 

Bestimmte Studienrichtungen leisten wertvolle Bildungsarbeit schon vor Abschluss bzw ist die Anzahl der AbsolventInnen einer STEP oder eines Studiums nicht aussagekräftig über die jeweilige Bildungsarbeit.

Bestimmte Studienrichtungen werden häufiger als Zweitstudium bzw zusätzlichem Interesse gewählt und leisten dadurch ebenfalls wichtige Bildungsergänzung. Dies führt aber nicht zwangsläufig zu mehr Abschlüssen.

 

1.

1. Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula

 

1. Die EC gehören in ihrer jetzigen Form abgeschafft und durch frei wählbare Wahlfächer wieder ersetzt .

2. EC als Zusatzangebot für Themen, die keine eigenen Studiengänge darstellen(z.B. Cultural Studies, Gender Studies), müssen trotzdem angeboten werden.

 

Die Wahlfächer bieten die einzige Möglichkeit, sich freies Zusatzwissen anzueignen und persönliche Schwerpunkte im Studium zu setzen. Diese Möglichkeit darf nicht durch einheitliche und vorgefertigte EC beschränkt werden.

 

1. Alle Wahl- und Pflichtfächer, müssen sowohl zwischen verschiedenen Instituten, als auch zwischen verschiedenen Universitäten anrechenbar sein.

 

Erstens bringt dies weitere Flexibilität in die Studienpläne. Studierende erhalten mehr Wahlmöglichkeiten und können so die universitäre Bildung auf ihre Bedürfnisse abstimmen.

 

Zweitens können durch die Möglichkeit, sich Wahlfächer frei auszusuchen, Lehrpläne von unten organisiert werden.

 

1.

1. Anrechenbarkeit

 

1. Die Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen muss an allen Universitäten, unabhängig vom lokalen Angebot, gewährleistet werden.

2. Die Anrechenbarkeit von Abschlüssen zwischen Universitäten im In- und Ausland muss gewährleistet werden.

1. Weg mit dem intransparenten Anmeldesystem.

 

1. Das Anmeldesystem darf keine nicht vorhergesehen Hürden schaffen. Der Online-Prüfungspass darf nicht mit dem Anmeldesystem vernetzt sein. Die Anmeldung zu einer Lehrveranstaltung ist eine reine Information an die Universität über die Nachfrage nach Lehrveranstaltungen. Das Anmeldesystem darf kein Mittel zur Studiendisziplinierung und

–Ökonomisierung sein.

2. Das Anmeldesystem muss gleiche Chancen für alle Studierenden bieten, unabhängig von zeitlicher Möglichkeit zur Anmeldung und Auslastung des Studierenden.

1. Gewährleistung der Beendigung des begonnenen Studienplans (z.B. Diplom). Dazu bedarf es eines entsprechenden Lehrangebots und fixer Äquivalenzlisten sowie einer Ausweitung der bestehenden Übergangsfristen nach Durchschnittsstudienzeit.

 

1.8 Aufrechterhaltung der noch bestehenden Diplom- und Lehramtstudiengänge.

 

2. Redemokratisierung

 

1.

1. Wir fordern alle AdressatInnen der hier genannten Forderungen auf, sich für die Stärkung der inneruniversitären Demokratie einzusetzen. Wir fordern die Rücknahme von informellen wie formellen monokratischen Entscheidungsstrukturen. Drittelparitätische Entscheidungsorgane müssen wieder eingeführt werden.Weiters fordern wir die Einbindung des allgemeinen Universitätspersonals, sowie die umfassende Stärkung der Einbindung der StudentInnen auf allen Ebenen.

2. Die Rechte von autokratischen Strukturen, wie etwa dem Controlling müssen drastisch eingeschränkt werden und dürfen nur noch eine beratende Funktion haben.

3. Die anstehende Evaluierung der Studienpläne muss vorgezogen werden und unter maßgeblicher Beteiligung der Lehrenden und StudentInnen stattfinden. Eine solche demokratische Evaluierung ist unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich. Sollte bis zur Evaluierung eine demokratische Stimmaufteilung nicht gewährleistet sein, wird der Senat aufgefordert, für diese zu sorgen.

4. Es muss eine Verantwortlichkeit der Studienprogrammleitungen gegenüber demokratisch gewählten, entscheidungsbefugten Gremien an den Instituten geschaffen werden. Es handelt sich um einen grundlegenden Fehler des aktuellen Systems, dass Lehrende und StudentInnen, also die eigentlich Betroffenen, aus den unmittelbaren Entscheidungsprozessen im Bereich der Lehre ausgeschlossen sind!

 

3. Uni als Lebensraum:

 

1.

1. Es muss Raum für die Selbstorganisation des universitären Lebens der Studierenden geschaffen und geschützt werden.

 

In diesen Freiräumen kann selbstorganisierte Universität Praxis werden. Nicht genutzte Räume müssen zur Verfügung gestellt werden. Die Universität als Lebensraum muss einen wichtigen Beitrag zum Kulturangebot Wiens leisten. Zu Zeiten, in denen Räume der Universität nicht genutzt werden, muss Platz für selbstverwaltetes und -gestaltetes Programm der Studierenden sein.

 

1. Selbstverwaltete Räume der Studienrichtungsvertretungen müssen geschützt und geschaffen werden.

 

Alle Studienvertetungen haben das Recht auf genügend Raum für Büro, Versammlungsmöglichkeiten und Infrastruktur.

 

1. Ebenso fordern wir Aufenthaltsräume, in denen Studierende selbstorganisiert arbeiten können.

 

3.2 Das Audimax wie auch bereits jetzt genutzte Räume müssen den Studierenden langfristig zur Verfügung gestellt werden.

 

Diese Räumlichkeiten sollen langfristiger Kommunikation, Vernetzung und kritischer Auseinandersetzung dienen. Wir sehen einen kritischen gesellschaftlichen Diskurs als einen wichtigen Teil der universitären Bildung. Dadurch soll Kooperation statt Konkurrenz auf universitärer Ebene gestärkt werden.

 

4. Das Behindertengleichstellungsgesetz muss an allen österreichischen Universitäten umgesetzt werden, um ein barrierefreies Studieren zu ermöglichen.

 

Die Ausformulierung der Forderungen betreffend diesen Punkt werden noch von der Arbeitsgruppe Barrierefreies Studieren ausgearbeitet und folgt zu gegebenem Zeitpunkt.

 

5. Beschäftigungsverhältnisse des Lehrpersonals:

 

Auch für die Studierenden der Universität Wien ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und –verhältnisse des gesamten Lehrpersonals von großer Bedeutung, weil dadurch die Qualität und Kontinuität der Forschung gesichert wird und somit auch die Qualität der Lehre steigt.

 

5.1 Externe LektorInnen sind gleichberechtigte Lehrende und Forschende an der Universität Wien und müssen als solche anerkannt werden.

 

1.

1. Senior Lecturers:

 

1. Senior Lecturers Stellen dürfen die LektorInnen nicht ersetzen, sondern sollen ihre Arbeit ergänzen und damit dazu beitragen, ein vertretbares Betreuungsverhältnis in den einzelnen Studienrichtungen zu ermöglichen.

2. Senior Lecturers sollen je nach Fach und Lehrveranstaltungen nicht mehr als 8 Semesterwochenstunden für eine Vollzeitstelle lehren. Der Rest der Zeit soll für die Forschung zur Verfügung stehen.

3. Senior Lecturers brauchen einen vollwertigen Arbeitsplatz an der Universität.

1. Eine adäquate Infrastruktur, entsprechend dem österreichischen Arbeitsrecht, muss für alle Lehrenden, also auch für die LektorInnen zur Verfügung gestellt werden.

2. Für die damit weiterhin lehrenden LektorInnen verlangen wir, dass diese in länger als jeweils nur sechs Monate dauernde Arbeitsverhältnisse überführt werden. Alternativ dazu könnten auch Arbeitsverhältnisse auf unbestimmte Zeit abgeschlossen werden, wie das der Kollektivvertrag in Aussicht stellt.

3. Wir verlangen eine Aufstockung der Gehälter, die dem realen Arbeitsaufwand für gute Lehre entspricht!

 

Die willkürliche, vom realen Arbeitsaufwand entkoppelte Festlegung der Arbeitszeit für eine Lehrveranstaltung ist nicht angemessen. Insbesondere bei der Vorbereitung neuer Lehrinhalte und bei höheren TeilnehmerInnenzahlen ist der reale Zeitaufwand je Lehrveranstaltung allerdings deutlich höher. Ein Lehrauftrag mit zwei Wochenstunden pro Semester soll einem Teilzeitbeschäftigungsverhältnis im Ausmaß von 10 Wochenstunden (in Ausnahmefällen bei nachweislich geringerem Aufwand 8 Wochenstunden) mit sechs Monaten Gesamtdauer entsprechen.

 

1.

1. Wenn habilitierte UniversitätsdozentInnen im Rahmen ihrer Venia Pflichtlehrveranstaltungen abhalten, fordern wir deren adäquate Abgeltung gemäß dem Kollektivvertrag.

2. Die Anstellungen der StudienassistentInnen müssen transparent erfolgen und eine angemessene Bezahlung gewährleistet werden.

 

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Taken on October 23, 2009