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20TB – tragbar

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat am 2. März 2010 entscheiden, dass das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig ist. Auch wurde die Nichtigkeit festgestellt und daher sind auf Vorrat gespeicherte Daten zu löschen. Anbieter von Telekommunikationsdiensten haben folglich umgehend begonnen, die entsprechenden Datenbestände zu löschen.

 

Für einen der großen deutschen Anbieter von Festnetz- und Mobilkommunikation wurde das gespeicherte Daten-Volumen in der Presse mit 19TB angegeben. Vermutlich bezieht sich das auf die letzten sechs Monate, die laut Gesetz vorzuhalten waren. Das klingt erstmal nach "ziemlich viel". Bei einem Provider liegen diese Daten auf einem mehrfach redundaten Storage-System, fest in schrankgroße Racks verbaut, sicher in einem Rechenzentrum. Wenn man nach BSI-Kriterien löscht dauert das entsprechend lange, weil alle Datenbereiche siebenfach überschrieben werden müssen und durch die Redundanz und Sicherungskopien deutlich mehr als 19TB "genullt" werden müssen.

 

Andererseits: wenn man Storage-Systeme, Redundanz und Sicherungskopien mal außer Acht läßt, ist das wirklich eine große Datenmenge?

 

Heute ergab sich die Gelegenheit anschaulich zu zeigen, dass man inzwischen als Einzelner diese Datenmengen bequem im Rucksack transportieren kann. Das Kopieren auf die oben gezeigten zehn 2TB Platten würde zwei Tage und sechs Stunden dauern, wenn man sie einzeln nacheinander per eSATA befüllt. Mit einem 8-Port Controller sind es nur noch etwas weniger als sieben Stunden. Ein potentieller "böser Insider" würde diese Art von "Portabilität" beim Abschnorcheln der Daten sicher zu schätzen wissen.

 

Aus Sicht des BVerfG sind eine starke Verschlüsselung und das Vier-Augen-Prinzip Teil der Mindestanfordungen für die Speicherung derartig sensitiver Daten. Das erscheint auch nötig ...

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Taken on March 5, 2010