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Pentax Spotmatic | by alf sigaro (temp. abs.)
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Pentax Spotmatic

Es gibt zumindest zwei Gründe, warum diese Kamera hier nicht fehlen darf: Zum einen überbrückte sie meine spiegelreflexlose Zeit zwischen meiner Edixa Prismaflex und meiner immer noch geliebten K2 in den Siebzigern. Ein Freund hatte mir die Spotmatic für ein paar Monate für einen Irland-Trip ausgeliehen.

 

Zum andern war sie ohne Zweifel ein Meilenstein in der Geschichte der einäugigen Spiegelreflexkameras. Als erste SLR hatte sie die Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL). Schon 1960 wurde ein Prototyp auf der Photokina in Köln vorgestellt, aber es dauerte noch vier Jahre "ausgedehnter Forschung, unzähliger Versuche und intensiver Erprobung", bis sie 1964 "dem ernsthaften Amateur und dem Berufsfotografen [...] zur Verfügung stand" (aus der Bedienungsanleitung).

 

Mit dieser Kamera wurde auch deutlich, dass die (west)deutschen Kamerahersteller einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der einäugigen Spiegelreflexkameras verschlafen hatten. Während sie noch am Konzept der komplizerten Zentralverschluss-SLRs festhielten (z. B. die schöne, aber technisch aufwendige und in der Brennweitenauswahl beschränkte Ultramatic), begann der Siegeszug der japanischen Kameras. Schon 1966 setzten sie mit der Minolta SR-T 101 noch eins drauf: diese Erfolgskamera hatte Bajonettanschluss und Offenmessung.

 

Der Verschluss der Spotmatic ging von 1 Sek. bis 1/1000 Sek., die Filmempfindlichkeit für den Belichtungsmesser ließ sich von 20 bis 1600 ASA einstellen. Man hielt noch lange am M42-Gewindeanschluss fest und hatte dadurch ein großes Objektivangebot, obwohl die eigenen Takumare zur Spitzenklasse gehörten. Mit dem Standardobjektiv wiegt die Kamera 870 g, was sie ja recht verwacklungssicher macht.

 

Und es gibt kein Batterieproblem. Obwohl die Spotmatic eigentlich eine nicht mehr erhältliche Quecksilberbatterie mit 1,35 Volt benötigt, gibt es Alternativen. Das liegt unter anderem daran, dass die Belichtungsmessung auf einer sogenannten "Brückenschaltung" basiert, die auch abweichende Spannungen akzeptiert. So können ohne weiteres 1,55-V-Silberoxidzellen verwendet werden. Da gibt es eine, die genau passt, weil sie auch den Plastikring wie das Original hat: das ist die Energizer 387S – zwar selten, aber noch erhältlich. Falls man noch die Originalbatterie besitzt, kann man bei dieser den Kunststoffring entfernen und dann eine Varta V394 in ihn reindrücken, passt wunderbar. Beide Möglichkeiten habe ich getestet (obwohl die Originalbatterie noch geht) – funktioniert einwandfrei. Im Grunde kann man jede 1,55-V-Knopfzelle nehmen, wenn sie nur irgendwie reinpasst – die 312er Hörgerätebatterie soll z.B. nach Hochbiegen des Batteriefach-Kontaktes auch geeignet sein.

 

Wenn man wegen der Spannung trotz allem sicher gehen will, nimmt man die MRB400 von Weincell. Das ist eine modifizierte Hörgerätebatterie, hält daher nicht so lange, aber die Spannung passt.

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Taken on January 20, 2012