Lichtkammer (2015)
Vor 850 Jahren wurden die Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln überführt. Zu diesem Anlass hat der Künstler Martin Streit im September 2014 auf dem wohl berühmtesten Platz Kölns eine begehbare Camera Obscura installiert. Die Dokumentation ‚Lichtkammer‘ von Konstantin Adenauer begleitet das gleichnamige Kunstprojekt des Kölner Künstlers.

Der 50-minütige Film spiegelt die Vorbereitungen wie auch die Installation der Camera Obscura auf dem Roncalliplatz mitten im Herzen der Domstadt wider. Die Dokumentation gewährt Einblicke in den Schaffensprozess und die praktische Umsetzung und zeigt darüber hinaus wie sich der Künstler mit dem Thema Licht und Farbe anhand des Motives des Kölner Doms auseinandersetzt.

Von der Auswahl der beiden zwölf Meter langen Überseecontainer, die den Hauptkörper der Installation bilden, über die handwerklichen und gestalterischen Arbeiten bis hin zur Einweihungsfeier werden mit Hilfe von Interviews mit den projektbegleitenden Personen die organisatorischen und technischen Hintergründe des Projekts gezeigt und erläutert.

Die Dokumentation begleitet Martin Streit über fünf Monate hinweg und zeigt ihn in Auseinandersetzung mit seiner Arbeit, aber auch mit sich selbst. Seit 2009 befasst sich der im Rheinland geborene Künstler mit dem Thema der Camera Obscura.

Im Laufe des Entstehungsprozesses hat er neben seiner ersten Installation auf der Raketenstation der Insel Hombrioch bei Neuss auch kleine mobile Gehäuse gebaut, mit denen er durch die Stadt zieht, um alltägliche Motive zu beobachten. Seither hat der Künstler ein erstaunliches Oeuvre an Stillleben, Architektur und Personen erarbeitet. ‚Lichtkammer‘ knüpft an die ersten Gehversuche mit dem Konzept der Camera Obscura an und zeigt die Entwicklung von Martin Streit bis heute.

Die Camera Obscura vor dem Kölner Dom bestand aus zwei übereinander montierten Seecontainern. Die Gesamtlänge betrug 13.60 m, die Höhe 5.20 m und die Breite 2.40 m. Die beiden Container wurden mit hochwertigen schwarzbraunen Siebdruckplatten von außen verkleidet. Damit die Außenwirkung kubisch einheitlich wirkte, hatte man vor dem Zugangsbereich des Containers noch eine Stahlkonstruktion mit einer Eingangstür vorgesetzt. Die beiden Container wogen zusammen mit der Außenverkleidung ca. 13 Tonnen.

Der Kölner Filmemacher Konstantin Adenauer hat bereits 2010 die erste Installation des Künstlers auf der Insel Hombroich filmisch begleitet. So ist es ihm gelungen, eine persönliche Nähe zu Martin Streit aufzubauen, die es ermöglicht, die Persönlichkeit des Künstlers und seinen Schaffensprozess in eindringlichen Bildern und Szenen zu dokumentieren.

Regie: Konstantin Adenauer
Produktion: Adenauerfilm
Musik: Thomas Junker

Länge: 52 Minuten
Bild: Farbe
Ton: Stereo
Format: 16:9 (HD)

Kontakt: info@adenauerfilm.com
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